Creglingen

Vom 25. bis 31. Oktober Die erste „Creglinger Wandelwoche“ will Denkanstöße geben, wie Menschen nachhaltiger leben können

„Kein Verzicht, sondern eine neue Welt“

Eine Welt im Wandel – was bedeutet das für die Menschen, und wie können sie ihn selbst gestalten? Dieser und anderen Fragen geht das Familienzentrum in der ersten „Creglinger Wandelwoche“ nach.

Creglingen. Eine Woche lang widmet sich das Familienzentrum der Frage nach einer „Welt im Wandel“. Vom 25. bis 31. Oktober befassen sich die Leiterin des Familienzentrums, Erika Weimer, und zahlreiche weitere Referenten in unterschiedlichster Weise mit der Frage, wie man sein Leben ändern kann – und das nicht etwa wegen Corona. Was kann der einzelne tun, um die Lebensgrundlagen zu schützen und wie wirken sich Veränderungen auf den Alltag aus? Die Themenpalette ist vielseitig.

„Das Thema ‚Wandel’ beschäftigt mich seit Jahren“, sagte Erika Weimer im Gespräch mit unserer Zeitung. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um damit herauszukommen. Die Schließung des Familienzentrums während des Lockdowns hat Erika Weimer kreativ genutzt und neue Ideen entwickelt, die jetzt in der Wandelwoche münden. Erika Weimer ist überzeugt, mit dem Thema einen Nerv zu treffen: „Es betrifft alle, und keiner kann leugnen, dass wir mitten im Wandel stecken“. Fast kein Bereich sei ausgenommen, weder Schul- oder Wirtschaftssystem, noch Klima oder die Gesellschaft generell. „Corona hat gezeigt, wo es gebrannt hat“, meint die Leiterin des Familienzentrums.

Der Mensch müsse sein Konsumverhalten ändern, und es gebe viele, die dies auch täten, hat Erika Weimer festgestellt. Die eine vermeide etwa Plastikmüll, der andere reduziere seinen Fleischverbrauch oder stelle die Ernährung komplett auf vegane Kost um. Sie selbst sei dafür ein Beispiel. „Man muss den Menschen die Angst davor nehmen, dass sie auf etwas verzichten, wenn sie zum Beispiel keine tierischen Produkte mehr essen“, so Erika Weimer.

„Prozess anstoßen“

Sie ernähre sich inzwischen vegan. Die alternative Ernährungsform habe ihr eine neue Welt eröffnet, „ich habe neue Gerichte, neue Rezepte kennengelernt“. Sie empfinde die Umstellung nicht als Verzicht auf etwas, sondern als Zugewinn. „Ich konzentriere mich auf das, was ohne tierische Produkte übrig bleibt, und das ist eine ganze Menge“.

Viele Menschen sind unsicher und wissen nicht, was sie selber tun können, um umweltschonender zu leben. Die Veranstaltungen sollen positive Beispiele zeigen, wie man sein Verhalten ändern kann.

„Wir möchten einen Prozess anstoßen“. Ihr sei klar, dass das Umdenken nur der Anfang sein könne – schwieriger sei die Umsetzung im Alltag. Hier soll die Wandelwoche „Inspiration sein und Impulse geben“, betont die Mutter dreier Kinder. Sie hat im Vorfeld nach Referentinnen und Referenten gesucht. Insgesamt 17 Personen machen mit, darunter Teilnehmer aus Gera-bronn, Bad Mergentheim, Walldürn, natürlich auch aus Creglingen und aus dem benachbarten fränkischen Raum.

Das Familienzentrum besteht seit zwei Jahren und hat sich durch ein vielfältiges Programm einen Namen gemacht. Von März bis Juni war die Begegnungsstätte „Komm“ in der Hauptstraße wegen des Lockdowns geschlossen, inzwischen ist es wieder dreimal die Woche geöffnet.

Während der Wandelwoche ist die Begegnungsstätte „Komm“ von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 16 Uhr frei zugänglich. „Wir freuen uns auf Besuch und möchten erfahren, was die Creglinger über das Familienzentrum und das ,Komm’ denken. Die Leute sollen uns offen ihre Meinung sagen“, hofft Weimer auf viele Gespräche. Das „Komm“ soll umgestaltet werden, und die Macherinnen – es gibt mehrere engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen – sind für Anregungen offen.

Mittlerweile findet auch wieder das beliebte Repair-Cafe statt, das wegen des Andrangs zum Teil ins Freie verlegt wird. Das Repair-Cafe ist auch im Programm der Wandelwoche vertreten. Hier können defekte Geräte zum Reparieren vorbei gebracht werden – denn längst nicht alles muss gleich weggeworfen werden.