Creglingen

„Projekt Chance“ Tor-Erneuerung am Feuerwehrhaus Schirmbach / Spielplätzen und Bushaltestellen im Fokus

Jugendliche im offenen Vollzug kümmern sich um „Baustellen“

Creglingen/Frauental.Am Anfang stand eine Stadtrundfahrt der besonderen Art: Bürgermeister Uwe Hehn führte persönlich den Gebäudemanager Rudolf Herner und Einrichtungsleiter Frank Greubel (beide vom Christliches Jugenddorfwerk Creglingen) durch kommunale Gebäude und Einrichtungen der Stadt, danach durch die zahlreichen Ortsteile. Ziel der außerordentlichen Führung waren viele kleinere und größere Baustellen.

Neue Haltevorrichtungen

Jetzt legen dort Jugendliche des „Projekt Chance“ Hand an. Die Anleiter der Werkstätten des CJD Creglingen, Reinhold Hinkelmann, Ralf Hefner und Rudolf Herner, führten mit den Jugendlichen, die sich innerhalb des „Projekt Chance“ im freien Strafvollzug befinden, die „Außenaktionen“ außerhalb der Klostermauern durch. Beim sogenannten „Ansbacher Neubau“ wurden 28 Fenster abgeschliffen und neu beschichtet.

Die Steinachbrücke bekam neue Haltevorrichtungen für Blumenkästen, die Sitzbank um die Klosterlinde wurde renoviert, montiert und lädt wieder zum Verweilen ein. Aus Friedhofsbäumen wurde dank des fleißigen Einsatzes der jungen Männer gutes Brennholz. Jüngstes Projekt war die Erneuerung der beiden Torflügel am Feuerwehrhaus in Schirmbach.

Einige Männer der Ortsbevölkerung waren vom Einsatz der Jugendlichen wirklich begeistert. Sie spendeten spontan eine Kiste Erfrischungsgetränke. Für dieses Jahr stehen noch eine Reihe weiterer Aktionen an: So sollen Bushaltestellen ausgebessert, Spielplätze überarbeitet und einige Sitzbänke überholt werden. Alles in allem ist es eine Win-Win-Situation für die Stadt Creglingen, für die Jugendlichen im Strafvollzug und für die Jugendhilfe. Das Projekt Chance ist ein Modellprojekt für Jugendstrafvollzug in freien Formen. Es wendet sich an sogenannte „Mehrfach- und Intensivtäter“ im Alter von 14 bis 21 Jahren, die zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt wurden. Statt Inhaftierung in einer Justizvollzugsanstalt absolvieren die Jugendlichen ein speziell für sie konzipiertes und zeitlich befristetes Training.

An 369 Standorten

Im Rahmen der Jugendhilfe können auch junge Männer mit Bewährungsstrafe beziehungsweise Vorbewährung am gruppenpädagogischen Trainingsprogramm teilnehmen. Das CJD ist eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Seine rund 10 000 Mitarbeitenden fördern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an 369 Standorten in Kitas, Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkstätten. Der seit der Gründung des Werkes 1947 geprägte Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ bedeutet heute für das CJD, dass jeder Mensch das Recht hat, Teil der Gesellschaft zu sein. Das CJD unterstützt Menschen auf diesem Weg.

Es befähigt Menschen durch bedürfnisorientierte und vernetzte Angebote, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ein selbstständiges Leben zu führen. cjd