Creglingen

Leserbrief Zu „Grünes Licht erst im zweiten Anlauf“ (FN 23. Juli)

Ein Stück Heimat geht verloren

Zum zweiten Mal musste sich der Ortschaftsrat Niederrimbach mit einem Bauantrag „Abbruch eines baufälligen Wohnhauses und Neubau einer landwirtschaftlich genutzten Maschinenhalle“ beschäftigen, nur um festzustellen, dass der örtliche Rat hierbei keinerlei wirkliche Mitwirkungsbefugnis hat. „Baurechtlich steht dem Bauherrn diese Halle zu,“ so Bürgermeister Hehn.

Für die meisten Niederrimbacher stellt sich die Sachlage so dar: Das zum Abriss vorgesehene Gebäude ist von den Eigentümern über lange Jahre dem Verfall preisgegeben worden. Das Hauptgebäude, ein stolzes Ortsbild prägendes Bauernhaus, ist nicht baufällig. Es wurde von den Eigentümern zum baufälligen Haus erklärt . Im Gegenteil, es ist im Vergleich zu einigen im Ort wieder belebten Häusern ein Juwel und hatte bis in jüngster Zeit immer wieder Interessenten für die weitere Nutzung gefunden. Baufällig sind lediglich die angebauten Nebengebäude.

Schade, dass dieses schöne Bauernhaus nun einer überdimensionierten Halle am Ortsrand weichen soll , weil die Eigentümer, die selber nicht am Ort wohnen und vielleicht deshalb emotionslos mit ihrem geerbten Gut umgehen, keinen Wert mehr in der alten Bausubstanz erkennen.

Dabei könnte die am gleichen Platz geplante Halle gut an anderer Stelle des großen Grundstücks und nicht derartig exponiert entstehen. Nicht zu Unrecht fragt sich mancher Bürger, was nun mit und in dieser Halle wohl geschehen soll. Wird es wirklich eine landwirtschaftlich genutzte Halle werden? Wie wollen die Bauherren diese Halle konkret nutzen, wo sie doch weit entfernt wohnen? Gut wäre gewesen, wenn die Antragsteller in den Sitzungen des Ortschaftsrates all dieses erklärt hätten. So bleiben die Bürger Niederrimbachs nur Zuschauer einer bedauernswerten Entwicklung zum Schaden des Dorfes! Eigentum ist grundrechtlich geschützt, aber es verpflichtet auch.

Schade auch um das große Kellerhaus und den riesigen Hauskeller, die dann unwiederbringlich verloren sind. Es mag heimattümlerisch klingen, aber ein Stück Heimat geht damit verloren . Schade!

Und dass der Ortschaftsrat bei einem Gebäude dieser Dimension nicht den geringsten Einfluss, auch nicht auf die Höhe hat, ist mehr als bedauerlich. Schließlich ist das Gebäude fast genauso hoch geplant wie das bisherige 2 ½- stöckige Wohnhaus es war. Doch der Ortschaftsrat ist mit seiner Bitte, wenigstens die Höhe zu reduzieren, wohl auf den guten Willen der „Bauherren“ angewiesen. Bitte zeigt diesen guten Willen. Das Dorf wird es Euch danken!!