Creglingen

Gesamtfeuerwehr Creglingen Guten Ausbildungsstand und Einsatz gewürdigt / Bürgermeister Uwe Hehn: „Auf Euch ist einfach Verlass“

„Die Wehr ist eine starke Gemeinschaft“

Viel Lob gab es für den guten Ausbildungsstand und vor allem für die große Einsatzbereitschaft der Creglinger Feuerwehrleute bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr.

Frauental. Die Versammlung fand im Gemeindehaus Frauental statt. Kommandant Dieter Thomas freute sich, dass als Ehrengäste Kreisbrandmeister Alfred Wirsching, der stellvertretende Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende und Kreisjugendwart Jochen Herrschlein, Museumsleiter Walter Schnirch, Bürgermeister Uwe Hehn, Pfarrerin Simone Mielke und Ortsvorsteher Rainer Preiß gekommen waren.

Im Grußwort äußerte Preiß sein Unverständnis gegenüber Pöbeleien und Angriffen auf Rettungskräfte, die leider immer mehr um sich griffen. Die Unterstützung der Feuerwehren sollte daher im Interesse aller sein, wozu auch die richtige Darstellung in den Medien gehöre.

Kommandant Thomas berichtete von einem Mittel- und vier Kleinbränden im Jahr 2019, zusätzlich musste man 15-mal zur technischen Hilfeleistung ausrücken. Darunter waren sechs Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und ein Gefahrstoffeinsatz. Man musste zwar mit insgesamt 25 Einsätzen häufig, aber zu keinen übermäßig schlimmen Einsatz ausrücken.

Ausbildungen absolviert

Im letzten Jahr gab es vier Abteilungskommandantendienstversammlungen, um die Belange der Gesamtwehr zu koordinieren. Auch aktuelle Themen wurden besprochen, wie die Neubeschaffung von Einsatzkleidung und -gerät oder die Koordinierung von Ausbildungen. So absolvierten elf Feuerwehrleute die Grundausbildung und den Lehrgang zum Sprechfunker. Die Ausbildung zum Maschinisten absolvierten zehn Kameraden. Zwei Personen wurden zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Außerdem hat man jetzt einen neuen Jugendfeuerwehrwart. Zum Ende letzten Jahres gehörten der Feuerwehr Creglingen 321 aktive Kameraden an, zehn Mitglieder zählen zur Altersabteilung und 37 Mitglieder umfasst die Jugendfeuerwehr. Diese Zahlen stimmen sehr positiv, zeichnete sich die aktive Feuerwehr doch durch sehr gute Kameradschaft aus, die Jugendfeuerwehr glänzt mit einer erstklassigen Nachwuchsarbeit. Die erfreuliche Mitgliederentwicklung geht mit einer soliden Betreuerbasis mit nunmehr sieben Jugendwarten einher. Hinzu kommt eine sehr hohe Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung und ein hohes Engagement der Führungskräfte, allen voran Kommandant Thomas.

Schriftführerin Daniela Pfeuffer fasste das vergangene Jahr zusammen und betonte, dass die Entwicklung der Gesamtwehr positiv stimme. Einen Stillstand dürfe es dennoch nicht geben, da sich die Aufgaben der Feuerwehr stets wandelten.

Den Kassenbericht legte erstmals seit 25 Jahren nicht mehr Klaus Rost, sondern stellvertretend für den neuen Kassier Fabian Deppisch Daniel Wolfarth ab. Manfred Gerlinger und Martin Brand hatten die Kasse geprüft. Jugendwart Martin Brand informierte über die 14-tägigen Übungsabende, bei denen die Praxi im Vordergrund stand. Mit Michael Heißwolf, Jonas Wolfarth, Mario Krüger, Christian Klenk, Markus Springer und Sebastian Gerlinger betreute er letztes Jahr 37 Jugendliche, davon neun Mädchen. Die gute Arbeit des Jugendleiterteams zeigt sich unter anderem darin, dass sechs Austritte von zehn Eintritten überlagert wurden. Zwei Jugendfeuerwehrangehörige traten in die aktive Wehr über.

Viele Übungsabende

Bei zahlreichen Übungsabenden wurden Themen wie Menschenrettung und Fahrzeugkunde behandelt. Doch auch kameradschaftliche Aktivitäten wie das Herrichten eines Pferdemarktwagens oder der Eisenbahnticketverkauf am Weihnachtsmarkt gehörten dazu. Höhepunkte waren die Teilnahme am Gauditurnier in Niederstetten und ein Ausflug in die Tropfsteinhöhle.

Schließlich wies Brand zum 30-Jahr-Jubiläum der Jugendfeuerwehr ein. Am 19. April wird in der Creglinger Stadthalle ein tolles Programm geboten. Der Schriftführer der Jugendfeuerwehr Dominik Häfner berichtete, dass die Nachwuchsabteilung letztes Jahr viel gelernt habe, etwa über Gerätekunde oder wie man einen Feuerwehrknoten knüpft.

Finn Pieler als Kassier der Jugendfeuerwehr vermeldete von der letzten Hauptversammlung zahlreiche Spendengelder. Die Kasse der Jugendfeuerwehr zeugt von einem aktiven Jahr: Obwohl auf Ausgaben- und Einnahmenseite über 1000 Euro bewegt wurden, konnte die Jugendfeuerwehr mit einem leichten Plus abschließen. Den Kassenprüfungsbericht verlas Konrad Stierkorb, er bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung.

Bürgermeister Uwe Hehn dankte in seinem Grußwort der Feuerwehr zunächst einmal für das große Engagement beim Jubiläumspferdemarkt, sei es bei der Verkehrsregelung oder als Umzugsteilnehmer. Die Wehr sei eine „starke Gemeinschaft“, egal ob es brenne oder Hochwasser gebe. „Auf euch ist einfach Verlass“, lobte Hehn. Auch die Jugendfeuerwehr dürfe wieder einen Ausflug unternehmen, „das muss es uns wert sein“, fand der Bürgermeister. Walter Schnirch spendete als „Taufpate der Jugendfeuerwehr“ traditionsgemäß einen kleinen Betrag für die Kameradschaftspflege. Als Leiter des Feuerwehrmuseums dankte er Kommandant Dieter Thomas für dessen Unterstützung bei den anfallenden Arbeiten.

Der Stellvertreter des Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden und Kreisjugendwart Jochen Herrschlein lobte in seinem Grußwort die hervorragende Arbeit, die in Creglingen geleistet wird: Insbesondere die tolle Nachwuchsarbeit beeindruckt ihn nachhaltig. Außerdem informierte er über Veranstaltungen des Kreisverbands im Jahr 2020. Pfarrerin Simone Mielke zeigte sich beeindruckt: „Wie viele Leute hier sind und wie lange viele schon Dienst tun – das könnten wir in der Kirche auch brauchen“, sagte sie und hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Kreisbrandmeister Alfred Wirsching überbrachte ein letztes Mal vor seiner Pensionierung die Grüße des Landkreises. Das Besondere im Oberen Bezirk sei für ihn die Kontinuität: Viele Führungskräfte versähen ihre Aufgabe über viele Jahre und nicht bloß ein paar Monate.

„Eine der größten im Kreis“

Wirsching sagte zu, dass er sich für den Zuschuss für das Reinsbronner MTW einsetzen werde. Schließlich sei die Creglinger Wehr mit 321 Mitgliedern eine der größten im Kreis sei. Er habe den Eindruck, „dass hier eine gute Gemeinschaft herrscht“, hinter der nicht nur die Stadt samt Verwaltung, sondern auch die Einwohnerschaft stehe.

Anschließend ehrte Wirsching insgesamt zehn Mitglieder der Wehr für 25-jährigen und drei für 40-jährigen Feuerwehrdienst. Walter Guntz, Günter Heißwolf und Karl Sendel gehören der Wehr seit 40 Jahren und Christian Amon, Hans-Ulrich Denecke, Andreas Strauß, Thomas Kött, Jochen Heppel, Christian Bergmann, Achim Rode, Bernd Rößner, Johannes Henn und Marco Lay seit 25 Jahren an.