Creglingen

Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Pläne der Eigenbetriebe verabschiedet / Diskussion über „gerechtere Belastung“ der Gebührenzahler angekündigt

Der Griff zum Wasserhahn dürfte teurer werden

Creglingen.Wasser und Abwasser waren in Creglingen noch nie günstig zu haben – aber an der Spitze der Kommunen liegt die Stadt mit ihren Gebührensätzen mittlerweile nicht mehr, wie Bürgermeister Uwe Hehn am Dienstag vor dem Gemeinderat sagte. Das Gremium verabschiedete jeweils einstimmig die von Kämmerin Rica Neckermann vorgestellten Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für das Jahr 2020.

Im Eigenbetrieb Wasserversorgung beträgt das Gesamtvolumen 1,535 Millionen Euro, wobei 1,107 Millionen Euro auf den Erfolgsplan und 428 000 Euro auf den Vermögensplan entfallen. Geplant ist eine Kreditaufnahme in Höhe von rund 378 000 Euro. Prägende Maßnahmen sind die Erschließungen der Baugebiete in Finsterlohr und Schmerbach mit Kosten für die Wasserversorgung in Höhe von 82 000 und 66 000 Euro.

Bürgermeister Uwe Hehn verteidigte die im Gemeinderat nicht unumstrittene Ausweisung von Baugebieten auf den Stadtteilen: „Nur wer junge Familien halten kann, hat eine Zukunft“. Deshalb sei das Geld gut investiert.

Ende 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, eine rückwirkende Neukalkulation der Gebühren vornehmen zu lassen. Daraus kann sich eine Erhöhung der Gebühren ergeben. Stadtrat Rudi Müller mahnte hierbei eine „gerechtere Belastung der Gebührenzahler an“. Bürgermeister Hehn versprach, über Rudi Müllers Antrag zu gegebener Zeit „unvoreingenommen“ zu diskutieren. Er verwies zugleich darauf, dass 80 Prozent der Kosten Fixkosten und nicht vom Verbrauch abhängig seien.

Kreditaufnahme

Im Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung beträgt das Gesamtvolumen 3,693 Millionen Euro. Hier entfallen 1,762 Millionen Euro auf den Erfolgsplan und 1,93 Millionen Euro auf den Vermögensplan. Der Plan sieht eine Kreditaufnahme in Höhe von 800 000 Euro und eine Tilgung in Höhe von 448 000 Euro vor. Somit ergibt sich im Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung zum 31.12. 2020 ein Schuldenstand von 5,795 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1229 Euro entspricht. Damit verursacht die Abwasserbeseitigung den Löwenanteil an den Gesamtschulden der Stadt.

Größte Brocken 2020 sind die Baugebiete in Schmerbach (132 000 Euro) und Finsterlohr (165 000 Euro). Außerdem fallen die Sanierung der Kanalisation bei der ehemaligen Schlittenfabrik in Creglingen und eine Fällmitteldosierstation für die Kläranlage ins Gewicht. Ferner sind Rica Neckermann zufolge auch Mittel für die Erschließung des Baugebiets Rück in Waldmannshofen eingeplant.

Die Abwassergebühren dürften 2020 steigen, da der Gemeinderat – wie auch beim Wasser – bereits Ende 2019 eine rückwirkende Neukalkulation beschlossen hatte. „Ich hoffe, dass die Gebühren nicht zu stark erhöht werden“, sagte Stadtrat Karl Haag. „Wir müssen kostendeckend kalkulieren“, so Bürgermeister Uwe Hehn. Man sei insgesamt nicht mehr Spitze bei der Höhe der Abwassergebühren, „das hat sich gebessert“.

In Zukunft wird seinen Angaben zufolge die Kanal- und Fremdwassersanierung ein Schwerpunkt im Abwasserbereich sein. abo