Creglingen

Am 3. Oktober Aktion „Flachs zum Anfassen“ im Creglinger Ortsteil Burgstall

An Originalgeräten arbeiten

Archivartikel

„Flachs zum Anfassen“ heißt es wieder am Donnerstag, 3. Oktober, im Creglinger Stadtteil Burgstall. Beginn ist um 13 Uhr am Flachsbrechmuseum.

Burgstall. Gerhard Strauss aus Burgstall, der seit knapp 40 Jahren das Museum – zusammen mit weiteren Helfern – betreut, weiß, dass Museumsbesucher in das Museumskonzept eingebunden werden müssen, und so bekommen vor allem die jungen Besucher eine Handvoll Flachspflanzen und dürfen die Flachsverarbeitung an den Originalexponaten selbst probieren.

Alle paar Jahre gibt es diesen Nachmittag, an dem man alles mit den Händen „anschauen“ beziehungsweise Arbeitsvorgänge selbst versuchen kann. Gezielt angesprochen sind hier Opas und Omas, die aufgrund ihrer Lebenserfahrung schon etwas vom „Flachs“ gehört haben dürften und die hoffentlich ihre Enkel mitbringen. Zusammen mit den Kids können diese dann die Fruchtkörper der Pflanze abstreifen, die Pflanze brechen, so dass sich Stroh und Faser trennen lassen. Und eine Handvoll Faser – die man selbst gewonnen hat – darf man natürlich mit nach Hause nehmen. Teilweise darf an Originalgeräten gearbeitet werden. Teilweise deshalb, weil die Brechwalzen der hölzernen Maschine, die den Flachsstengel im Zentimeterabstand knickt, um Stroh und Faser trennbar zu machen, von den allgegenwärtigen Holzwürmern vernichtet wurden. Inzwischen wurden diese Holzteile von einem Drechsler nachgefertigt, und alles funktioniert wieder.

Der Dreschschlegel besteht aus einem Stiel und einem Schlagholz, welches die Samen aus den Fruchtkörpern – beim Flachs Bollen – schlägt. Beides ist mit einem Ledergelenk verbunden.

Im Museum gibt es zwei Sorten von Dreschflegeln: Einige kann man nur noch anschauen, beim Bewegen würden sie zerbrechen. Und bei der zweiten Variante hat auch wieder der Drechsler geholfen. Sie wurden nachgedrechselt.

Beim Tag „Flachs zum Anfassen“ kann man nur Verarbeitungsschritte aufzeigen, die in der Flachsbrechhütte abliefen. Das Aussähen vom Flachs war eine Wissenschaft für sich. Zu viel Saatgut bedeutete viele kleine Pflanzen mit kurzen Fasern. Zu wenig Saatgut bedeutete zunächst mal wenig Fasernmasse, und die Pflanzen konnten verbuschen. Das Optimum lag wie immer dazwischen: hüfthohe Pflanzen mit langen Fasern, die das Geld brachten.

Als Dankeschön darf jeder Besucher etwas Flachssamen mit nachhause nehmen.