Creglingen

Leserbrief Zu "Schwierige Standortsuche ist beendet" (FN/TZ 30. März 2017 und 31. Dezember 2016)

Ältere finden keinen sicheren Weg

Ohne Wenn und Aber", mit diesen Worten wird Bürgermeister Uwe Hehn in FN und TZ vom 31. Dezember 2016 zitiert,wo er sich zu dem Projekt "Neubau eines Pflegeheims in Creglingen" äußert.

Sein "Ohne-Wenn-und-Aber" beschäftigt uns Anwohner in der Waldstraße und im Craintaler Weg nun schon geraume Zeit, denn Uwe Hehn hatte schon früh ein Grundstück in unserem Wohngebiet für den Neubau ins Auge gefasst.

Die erste Projektplanung war derartig überzogen, dass selbst der Gemeinderat ablehnte.

Wir Anwohner hatten uns damals gegen die Bauvoranfrage für eine "Trutzburg" ausgesprochen, welche für die in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Häuser bedeutet hätte, ein regelrechtes "Schattendasein" führen zu müssen.

Ganz zu schweigen von der allgemeinen Schattenlage, die das Grundstück den neuen Bewohnern überhaupt bietet, da es vier Monate im Jahr durch den dahinter befindlichen bewaldeten Hügel "im Dunkeln ruht".

Hier schien lediglich die Rentabilität für den Betreiber wichtig zu sein und die Belange von Anwohnern sowie Bewohnern, die wie Hühner in Legebatterien hätten leben müssen, waren uninteressant.

Auch das derzeitige Projekt, welches zwar augenscheinlich kleiner angelegt ist und nicht mehr die Bebauung des gesamten Grundstücks vorsieht, soll durch die zusätzlich zu den 46 Pflegeplätzen geplanten "18 bis 20 Wohnungen" (Mitteilungsblatt der Stadt Creglingen, Ausgabe 13/2017) hohe Rentabilität für den Betreiber garantieren. Dagegen wäre natürlich nichts einzuwenden, wenn gleichzeitig berücksichtigt würde, dass diese ungleich mobileren Bewohner zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in einem schon jetzt stark belasteten Gebiet beitragen. Der enge Craintaler Weg wird nämlich seit geraumer Zeit als zeitweise stark befahrener landwirtschaftlicher Zubringerweg genutzt, weist überdies gerade im Sommer eine hohe Frequenz von Radverkehr auf - als Abschnitt des Radwegnetzes "Liebliches Taubertal" - und an seinem Ende finden wir den Tennisplatz und eine Reitsportanlage, deren Besucherverkehr (teilweise mit großen Hängern) auch nicht zu vernachlässigen ist.

Mit Rollstühlen und Rollatoren versehene ältere Menschen dürften auf dieser "Straße" schwerlich einen sicheren Gang ins "Städtle" unternehmen können, da der Craintaler Weg auf weiten Strecken noch nicht einmal Gehwege aufweist oder diese in anderen Bereichen viel zu schmal angelegt sind.

Absolut "gehwegfrei" und zudem noch so eng, dass noch nicht einmal zwei Kleinwagen nebeneinander oder ein Trecker mit breitem Hänger hindurchpassen, ist die Einmündung auf die Landesstraße 1005 im Bereich der Waldstraße. Selbst Herr Hehn sieht diese Engstelle, die ja schließlich in seinem eigenen Wohnbereich liegt, als problematisch an und betont, sie sei "nicht zu beseitigen" (Gemeinderatssitzung vom 28. März 2017).

Warum gerade dieser Gefahrenpunkt - neben allen anderen - vom Gemeinderat und dem zukünftigen Betreiber des Heimes, dem ja viel an der Sicherheit und dem Wohlergehen seiner Bewohner liegen sollte, nicht vor Ort und gegebenenfalls mit Rollstühlen und Rollatoren begangen und in Augenschein genommen wird, ist uns Anwohnern nicht erklärbar!

Der Platz wird ohne "Wenn und Aber" zum Nonplusultra erklärt,wie dies schon bei der Wahl der Bauplätze für die Windräder im Klosterwald der Fall war.

Einen besseren Platz gab es auch da wohl nicht? Ohne "Wenn und Aber".