Buchen

Volksbank Franken in Buchen Intensiver Abgeordnetendialog mit Alois Gerig, Nina Warken, Arnulf von Eyb und Dr. Jens Brandenburg

Zinspolitik und Regulatorik thematisiert

Archivartikel

Alois Gerig, Nina Warken, Arnulf von Eyb von der CDU sowie Dr. Jens Brandenburg von der FDP diskutierten mit Vertretern der Volks- und Raiffeisenbanken.

Buchen. Die fatale Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und die mittlerweile völlig überzogene Bankenregulierung schaden nicht nur den kleinen und mittleren Kreditinstituten in Deutschland massiv, sondern ganz besonders den Millionen Menschen, die Geld sparen und fürs Alter vorsorgen wollen. Darin waren sich die Teilnehmer des Abgeordnetendialogs bei der Volksbank Franken in Buchen einig. Auf Einladung des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) diskutierten am Mittwoch die Vorstände von insgesamt sieben Volksbanken und Raiffeisenbanken der Region Neckar/Odenwald/Tauber mit BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser und vier Abgeordneten aus Bundestag und Landtag –„Das Geschäftsmodell der realwirtschaftlich orientierten Banken gerät durch die Zinspolitik immer mehr unter Druck“, sagte Glaser an die Volksvertreter gerichtet. Dazu kommen noch eine massive Regulatorik und ein zum Teil völlig überzogener Verbraucherschutz, der den Bankkunden mehr schade als nütze. Glaser bat um Unterstützung der Abgeordneten bei diesen Themen auf politischer Ebene – insbesondere beim Kampf gegen eine von der EU geplante gemeinsame Europäische Einlagensicherung. „Eine solche europaweite Vergemeinschaftung der Risiken würde massive Fehlanreize schaffen“, begründete Glaser. „Risiko und Haftung müssten stets verbunden bleiben.“ Ansonsten drohten erneut Exzesse wie in der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise.

Der Vertreter von 170 Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg berichtete in diesem Zusammenhang, dass die genossenschaftliche Bankengruppe im Gegensatz zu anderen in der Krise keinen einzigen Cent an Staatshilfen benötigt habe. Auch habe Dank der bestens etablierten genossenschaftlichen Institutssicherung in mehr als 80 Jahren noch nie ein Kunde auch nur einen Cent seiner Einlagen verloren. Entsprechend bestehe gar keine Notwendigkeit für ein europäisches System.

Verständnis gezeigt

Die in Buchen anwesenden Abgeordneten zeigten großes Verständnis für die Positionen der Volksbanken und Raiffeisenbanken und sagten soweit wie möglich Unterstützung zu. „Beratung wird immer wichtiger – gerade in Sachen Anlage und Altersvorsorge“, bilanzierte Vorständin Karin Fleischer von der gastgebenden Volksbank Franken. Gerade hierin liege die große Stärke der Volksbanken und Raiffeisebanken. „Wir sind für die Menschen und den Mittelstand da“, versicherte sie – auch im Namen der anderen zehn anwesenden Bankvorstände aus der Region. Beim Abgeordnetendialog vertreten waren neben der gastgebenden Volksbank Franken die Raiffeisenbank Elztal sowie die Volksbanken Kirnau, Krautheim, Limbach, Main-Tauber und Neckartal.

Des Weiteren kam in der sehr lebhaften und intensiven Debatte beim Abgeordnetendialog das umstrittene Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zur Sprache. Glaser, der unter anderem die mehr als 300 landwirtschaftlichen Genossenschaften in Baden-Württemberg vertritt, betonte, dass man durchaus für Artenschutz sei, aber nicht auf eine solch überzogene Weise und nicht auf Kosten der heimischen Landwirtschaft. Der Genossenschaftspräsident dankte für die Rückendeckung aus der Landespolitik bei diesem für die Landwirtschaft existenziell wichtigen Thema und begrüßte das jüngste Dialogangebot der Landesregierung.

Der von den landwirtschaftlichen Branchenverbänden im Südwesten eingebrachte Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen“ stelle einen sehr guten Kompromiss aus Artenschutz und den Belangen der heimischen Landwirtschaft dar. „Wir unterstützen den Volksantrag aus voller Überzeugung“, so Glaser. Der Abgeordnetendialog wird vom BWGV veranstaltet und findet in regelmäßigen Abständen in immer anderen Regionen in Baden-Württemberg statt. Ziel ist es, mit den örtlichen Abgeordneten ins Gespräch zu kommen, diese zu informieren und für die Belange der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der weiteren Genossenschaften im Südwesten zu sensibilisieren. voba

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