Buchen

Rätselfest im Hotel „Prinz Carl“ Lustiges Kostümeraten erfreute sich bereits zum 15. Mal großer Beliebtheit

Wo Greta Thunberg auf Ansteckungsgefahr trifft

Buchen.Eine einfache Idee und genügend Leute, die mitmachen, sorgen dafür, dass das Rätselfest im Hotel „Prinz Carl“ sich bereits zum 15. Mal großer Beliebtheit erfreute. Die Besucher verkleiden sich nicht einfach irgendwie. Ihre Kostümierungen sind Rätsel, die andere Gäste lösen dürfen.

Der ehemalige Stadtrat Max Fischer erschien doppelt auf dem Rätselfest: einmal leibhaftig und einmal als Rätsel. Während der leibhaftige Fischer in einem Tütchen Dill mitgebracht hatte, diesen irgendwo ablegte und anschließend fragte: „Wo ist der Dill?“, trug das Fischer-Rätsel eine Angelrute mit sich und ein Schild mit den Gesichtern von Max und Moritz darauf. „Dill“ und „do“ machten aus dem echten Fischer einen „Dildo“. Angel und Max lösten sich beim Rätsel auf zu „Max Fischer.“

Clemens Banschbach hatte sich eine Zopfperücke aufgesetzt sowie leere Thunfischdosen und das laminierte Bild eines Berges umgehängt. Wer das Rätsel lösen wollte, musste aus der Gretel eine Greta machen und den Thunfisch mit dem Berg zu Greta Thunberg zusammensetzen. Ein junger Mann hatte sich ein Busenimitat umgeschnallt und darüber ein Superman-Shirt sowie ein Kleid gezogen – fertig war der Frauenheld.

70 bis 80 originell verkleidete Gäste trafen am Samstagabend zum Rätselfest im Restaurant des „Prinz Carl“ ein. Die Kommunikation der Teilnehmer entwickelte sich schnell. Denn es machte Riesenspaß, die Kostümrätsel der anderen Gäste zu erraten. Manche Rätselfigur musste ordentlich Hilfestellung geben, da das Kostüm sehr viel Raum für Interpretationen ließ. Andere wiederum kamen mit einfachen Mitteln auf den Punkt. Bei manchen Rätseln war die Lösung nur zu erraten, wenn Kostüm und Aktion miteinander verbunden wurden. So steckte eine Teilnehmerin dem Ratenden ein Stück Papier mit der Aufschrift „Gefahr“ an die Kleidung. Des Rätsels Lösung war die „Ansteckungsgefahr.“

Das erste Rätselfest vor 14 Jahren war rein privater Natur und fand im Joseph-Martin-Kraus-Saal statt. Ulrike Steigleder feierte im Jahr 2006 ihren 50. Geburtstag. Da sie in den Vorjahren an Fastnacht sich selbst als Kostümrätsel zu verkleiden pflegte, rief sie das Rätselfest ins Leben. Seit dem Jahr 2007 trifft man sich zum Feiern und Rätseln jedes Jahr zwei Wochen vor Fastnachtssamstag im „Prinz Carl“. Zwar ist das Fest eine geschlossene Veranstaltung, allerdings mit offener Gästeliste. Mitmachen darf nach den Worten von Ulrike Steigleder jeder, der schon mal dabei war, außerdem Personen, die von anderen Gästen mitgebracht oder eingeladen werden. Einzige Teilnahmebedingung: Man soll sich als Rätsel verkleiden.

Die größte Teilnehmerzahl lag in einem Jahr bei rund 120 Personen. In der Regel feiern 60 bis 80 Kostümierte miteinander. „Das ist die ideale Teilnehmerzahl“, stellt Ulrike Steigleder fest. „Man kann tanzen, essen und sich unterhalten.“ Der jüngste Teilnehmer bei den vergangenen 15 Festen war neun, der älteste über 80 Jahre alt. Am vergangenen Samstag fanden sich hauptsächlich Gäste mittleren Alters ein. Die jüngsten Teilnehmer dürften um die 25 Jahre alt gewesen sein. Während in früheren Jahren sich manchmal auch das aktuelle politische Geschehen in den Rätseln der Gäste niederschlug, so waren die Kostüme in diesem Jahr überwiegend unpolitisch. Zur zwanglosen Atmosphäre trugen auch die äußeren Rahmenbedingungen des Fests bei. Die Gäste kauften sich Chips, die einen einheitlichen Wert verkörperten. Getränke und Häppchen vom Buffet kosteten eine gewisse Anzahl dieser Chips. Wirt und Veranstalter vertrauten darauf, dass jeder passend zu seinem Konsum die entsprechende Anzahl Chips in die offen aufgestellten Behälter warf.

Am Ende des Fests hatten die Teilnehmer mit vielen Menschen geredet, die sie vorher noch nicht gekannt hatten. Und oft erinnert man sich Wochen nach dem Fest zwar nicht an deren Namen, sondern nur an das Rätsel, das sie verkörpert haben.

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