Buchen

Flurbereinigung Bödigheim Minister Peter Hauk übergab den dritten Bewilligungsbescheid über 1,13 Millionen Euro

„Wir wollen es den Waldeigentümern leichter machen“

Buchen.Minister Peter Hauk erfreute Vertreter der Stadt Buchen und der Teilnehmergemeinschaft „Flurbereinigung -Wald“ in Bödigheim am Freitag mit einem Geldgeschenk: Er überbrachte den Bewilligungsbescheid über rund 1,13 Millionen Euro für die dritte und letzte Tranche der Wald-Flurbereinigung in Bödigheim.

Mit der Waldflurbereinigung in Bödigheim kann es weitergehen. Nach Auszahlungen von 460 000 Euro Zuschuss für die erste und rund 1,15 Millionen Euro für die zweite Tranche erhielt die Stadt nun die Schlusszahlung in Höhe von 1,13 Millionen Euro. Das Geld soll vor allem für den Wegebau verwendet werden. „Das hat nichts mit Weihnachten zu tun“, betonte Bürgermeister Roland Burger im Sitzungssaal des Rathauses. Das Stadtoberhaupt war gerade von der Eröffnung des Buchener Weihnachtsmarkts zurückgekommen. Die Auszahlung ermögliche vielmehr, Holzabfuhr- und Betriebswege im Wald rund um Bödigheim auszubauen. Burger erinnerte an die lange Geschichte der Waldflurbereinigung in Bödigheim: „Verschiedene Charaktere und Interessen müssen unter einen Hut gebracht werden“. Außerdem seien die Belange von Umwelt- und Naturschutz zu berücksichtigen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende in viele zufriedene Gesichter werden blicken können“, sagte Burger. „Denn der Wald kann dann besser und leichter bewirtschaftet werden.“ Er dankte allen Beteiligten vom Forst und der Abteilung „Flurbereinigung“ im Landratsamt, vor allem aber dem ehemaligen Bödigheimer Ortsvorsteher Hermann Fischer.

„Es ist eine schöne Tradition, sich vor Weihnachten zur Übergabe von Bewilligungsbescheiden zu treffen“, stellte Landrat Dr. Achim Brötel fest. Denn auch der Bescheid für die zweite Tranche war im Dezember überbracht worden. „Die extreme Zersplitterung der Grundstücke macht eine Bewirtschaftung schwierig“, sagte Brötel. Deshalb sei die Flurbereinigung der richtige Weg. Der Landrat wies auch auf die Madonnenlandbahn hin, die auf ihrer Fahrt von Miltenberg nach Seckach auch die Bödigheimer Gemarkung passiert. Sie habe dabei „viele Langsamfahrstellen“ zu überwinden, unter anderem wegen unbeschrankter Bahnübergänge. Diese seien jedoch für die Landwirtschaft wichtig. Brötel dankte Minister Hauk und dem Land Baden-Württemberg dafür, die Maßnahme mit 85 Prozent der zuschussfähigen Ausführungskosten zu fördern. Außerdem dankte er dem Ortsvorsteher, der Teilnehmergemeinschaft, dem Forst und dem Initiator der Flurbereinigung, Hermann Fischer. „Wir sind froh, dass es mit dem Verfahren weitergeht“, sagte Brötel. Mitte des nächsten Jahrzehnts soll es abgeschlossen sein.

„Hinter dem Zuschuss stehen Europa, der Bund und das Land“, sagte Minister Peter Hauk. Die Zersplitterung der Eigentumsverhältnisse sei auf die jahrhundertelang übliche Realteilung zurückzuführen. „Es geht darum, die Bewirtschaftung zu verbessern und es den Waldeigentümern leichter zu machen“, betonte der Minister. Er wies auf den Klimawandel hin. So lägen drei Trockenperioden hinter uns: der Sommer 2018, der Winter 2018/19 und der Sommer 2019. Man müsse auch für die Zukunft mit verstärkten Wetterextremen rechnen. Der Niederschlag würde sich vom Sommer in den Winter verlagern. Deshalb verlängere sich die Vegetationsperiode um 14 Tage. „Der Stress für die Pflanzen nimmt zu“, sagte Hauk. Wälder könnten sich nicht so leicht an diese Klimaänderung anpassen. Um die Ursachen und Folgen des Klimawandels abzumildern, sollte man weniger fossile Brennstoffe verbrauchen. „Die Waldbesitzer sollen aber nicht den Mut aufgeben“, appellierte Hauk. Sie sollten ihren Wald verjüngen und dabei auf klimabeständige Baumarten setzen. Zum Thema „Madonnenlandbahn“ sagte der Minister: „Wir müssen um jeden Meter Schiene kämpfen!“ Auch Hauk dankte allen Beteiligten an der Waldflurbereinigung für ihren Einsatz. Dem schloss sich Robert Weidmann, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft, an. mb

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