Buchen

"Bewegende Reformaktion" der christlichen Kirchen Am 14. Oktober in Buchen / Vorträge und Lichterprozession / Das Christsein in die Öffentlichkeit tragen

"Wir wollen ein Zeichen der Versöhnung setzen"

Als "wanderndes Gottesvolk" soll am 14. Oktober zum Jubiläum "500 Jahre Reformation"das Christsein nach außen getragen werden.

Buchen. Mit Vorträgen, geistlichen Impulsen und einem Lichterweg begehen das Katholische Dekanat Mosbach-Buchen und die evangelischen Kirchenbezirke Mosbach und Boxberg-Adelsheim das Jubiläum. Die Veranstalter wollen damit ein Zeichen für die Ökumene setzen.

"In den vergangenen 50 Jahren, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, hat die Ökumene große Fortschritte gemacht", sagte Folkhard Krall, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Mosbach, in einem Pressegespräch. Anlässlich des Reformationsjubiläums wolle man dies gemeinsam mit der "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen" in Buchen zeigen. Dieser gehören auch die "Freie Evangelische Gemeinde", die Neuapostolische Kirche und die Baptisten an. "Wir wollen ein Zeichen der Versöhnung setzen", sagte auch der katholische Dekan Johannes Balbach. "Die Kirche ist nicht verstaubt", ergänzte Dekan Rüdiger Krauth vom Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg. "Wir wollen neue Wege gehen und nach vorne schauen."

Folkhard Krall erlebt konfessionsverbindende Ehen als einen "Schatz in unseren Gemeinden". Die Ökumene stoße aber auch noch an Grenzen, zum Beispiel beim Abendmahl und der Eucharistiefeier. "Da würde uns der nächste Schritt helfen", sagte Krall. "Die volle eucharistische Gemeinschaft ist ein Hoffnungsweg." Dekan Balbach wies darauf hin, dass die Katholische Kirche eine Weltkirche ist und der Papst deshalb schwerlich Entscheidungen nur für den europäischen Raum treffen könne. Er müsse die Kirche weltweit im Blick haben.

Mit der Veranstaltung "Bewegende Reformaktion" wollen die Veranstalter das "christliche Element in der Gesellschaft erkennbar machen". Sie wollen den Teilnehmern zeigen, dass das "Bekenntnis zum Christsein wirkt".

Die Veranstaltung am Samstag, 14. Oktober, fängt um 18 Uhr im Wimpinasaal mit zwei Vorträgen an. Es sprechen der Reformationsbeauftragte der Badischen Landeskirche, Wolfgang Brjanzew, und Klaus Nientiedt, Chefredakteur des Konradsblatts. Anschließend können die Besucher Fragen stellen.

Um 19.30 Uhr beginnt eine Lichterprozession mit drei Stationen zu den Themen Versöhnung, Dank und Erneuerung. Nach der ersten Station mit einem geistlichen Impuls in der Stadtkirche Sankt Oswald ziehen die Teilnehmer mit brennenden Kerzen weiter zur Kreuzkapelle. Von dort geht es zur Christuskirche.

Im Anschluss an den letzten geistlichen Impuls trifft man sich im evangelischen Gemeindesaal zu einem gemütlichen Beisammensein. Es ist auch möglich, nur an einzelnen Programmpunkten teilzunehmen. "Ich hoffe, dass die Mehrheit den ganzen Weg mitgeht", sagte Dekan Balbach. "Als wanderndes Gottesvolk." mb