Buchen

Videokonferenz MdL Peter Hauk tauschte sich mit Vertretern rund um den Wald über die aktuelle Lage im Forst aus

„Wir brauchen den Wald, und er braucht uns“

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Mit der „Waldstrategie 2050“ des Landes und der „Waldprämie“ vom Bund wurden in den vergangenen Wochen richtungsweisende Entscheidungen in der Forstpolitik getroffen. Dies nahm Forstminister Peter Hauk zum Anlass, sich mit Vertretern rund um den Wald, der Waldwirtschaft, der Forstkammer und interessierten Waldbesitzern über die aktuelle Lage auszutauschen. Gut eine Stunde diskutierte der Minister in einer Videokonferenz im Beisein von MdB Alois Gerig, MdB Nina Warken sowie Forstkammerpräsident Roland Burger und Forstdirektor Dietmar Hellmann mit einigen Interessierten.

„Geht es um den Wald, sind ökologische, ökonomische und soziale Aspekte vereint. Wir brauchen ihn und der Wald braucht in dieser Krise uns. Die forstpolitischen Entscheidungen der vergangenen Wochen und Monate sind klare Bekenntnisse zu unserem Wald und zu seinen Besitzern“, so Hauk.

Hohe Nachfrage

Bestätigt werde dies durch die hohe Nachfrage der Waldprämien, berichtete der forstpolitische Sprecher der CDU im Bundestag, Alois Gerig. „Mit dem aufgelegten Programm fördert der Bund Investitionen in Digitalisierung und Technik für die nachhaltige Forstwirtschaft mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro. Dazu zählen IT-Hard- und Software, Maschinen, Geräte, Zugpferde, Anlagen und Bauten, die in der nachhaltigen Forstwirtschaft und der mobilen Holzbearbeitung zum Einsatz kommen. Für die gesamte Investitionssumme gibt es einen Zuschuss von 40 Prozent. Diese Unterstützung ist absolut notwendig, um privaten und kommunalen Forstwirten in diesen schwierigen Zeiten zielgerichtet unter die Arme greifen zu können.“

Weiter berichtete Hauk von dem Förderprogramm des Landes. Rund 30 Millionen Euro stellt die Landesregierung zur Bewältigung gravierender Schäden, zur Holzaufarbeitung, zur Lagerung und zum Transport zur Verfügung. Ebenso berücksichtigt wird das Auffinden der von Borkenkäfern befallenen Bäume und für den Aufbau klimastabiler Wälder. In der Runde war man sich einig, dass die Politik durch die Maßnahmenprogramme einen guten Weg eingeschlagen habe, es jetzt aber gelte, alles daran zu setzen, weitere Hilfen für den Wald politisch durchzusetzen und das Thema an sich weiter zu fokussieren.

Weiter wurde das Thema Holzbau diskutiert. Der Wald gilt als der Kohlenstoffspeicher schlechthin. Langfristig kann dieser Kohlenstoff in Möbelstücken, in Dachstühlen oder in ganzen Häusern gespeichert werden.

Die Teilnehmer an der Videokonferenz sahen es als große Chance, den wertvollen Rohstoff in modernen Methoden noch effizienter und nachhaltiger einsetzen zu können. Als ein Beispiel dafür nannte Peter Hauk die Gründung des Forschungscampus „Technikum Laubholz GmbH“ im Lenniger Tal.

Damit werde eine bundesweit vorbildliche, an Kreisläufen und Umweltverträglichkeit ausgerichtete Zukunftstechnologie vorangetrieben. Gleiches gelte für den DHBW-Standort in Mosbach. Dort konnte Hauk vor ein paar Wochen einen Förderbescheid über rund 470 000 Euro überreichen, wodurch klimabewusstes Bauen mit dem Baustoff Holz von werdenden Ingenieuren weiterentwickelt werden soll.

Fachgerecht bewirtschaften

Daran anschließend richtete ein Waldbesitzer eine Frage an die Expertenrunde, wie diese zu der immer wieder hörbaren Forderung stehe, ganze Waldgebiete stillzulegen. Forstkammerpräsident Roland Burger entgegnete, dass die Bevölkerung allgemein Interesse daran haben müsse, den Wald zu erhalten. Am besten gelinge dies durch eine fachgerechte Bewirtschaftung, so Burger. Und eben darauf seien Förderinstrumente und der Ansatz nachhaltiger Waldbewirtschaftung ausgelegt, fügte Dietmar Hellmann an.

Eine weitere Frage bezog sich auf den staatlichen Frischholzeinschlag. Dabei betonten die Experten, dass es rechtlich nicht möglich sei, den Holzeinschlag aufgrund hoher Verfügbarkeit am Markt, kurzerhand einzustellen. Hier müsse man sich an Kartellrechte halten. Glücklicherweise könne man am Jahresende jedoch feststellen, dass die Käferschäden nicht ganz so hoch ausgefallen seien wie am Jahresanfang noch erwartet. „Das verhinderte eine zusätzliche Holzschwemme“, sprach Hellmann für den Forst im Neckar-Odenwald-Kreis.

Durchaus Hoffnung mache die Preisentwicklung am Holzmarkt. „Derzeit zeichnet sich ein leichter Preisanstieg nach oben ab, wir hoffen gemeinsam, dass sich dies weiter fortsetzt. Nur dann kann der Wald in seiner Form und seinem Mehrwert durch die Forstarbeiter aus privatem wie auch kommunalen Sektor erhalten und fortentwickelt werden“, resümierte Peter Hauk.

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