Buchen

„Pflege hat Zukunft“ Vortrag und Diskussionsrunde mit der Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) in Buchen

Wichtige Weichenstellungen in die Wege geleitet

Archivartikel

Buchen.„Pflege hat Zukunft“, war das Thema eines Vortrages und einer Diskussionsrunde mit der Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD), die auch Mitglied im Ausschuss für Gesundheit ist. Die ehemalige Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Württemberg besuchte zuerst das DRK-Seniorenheim in Waldkatzenbach und stellte sich anschließend in Buchen im „Prinz Carl“ nach einer in das Thema einführenden Präsentation den Fragen der Gäste.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der SPD Buchen Markus Dosch setzte Sarah Borkes mit Eindrücken aus ihrer Berufserfahrung als Altenpflegerin die ersten Impulse. Ihrer Meinung nach sei die Belastung für Pflegekräfte und Pflegehelfer zu hoch. Ebenfalls bemängelte sie, dass Führungskräfte trotz höherer Qualifikation nicht entsprechend besser entlohnt werden. Dies stehe in keinem Verhältnis zu ausgebildeten Fachkräfte in anderen Branchen. Sie forderte eine bessere Bezahlung für Pflegedienstleitungen und mindestens eine Hilfskraft mehr pro Schicht.

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete und Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel (SPD) stellte die Zahlen und die Situation im Landkreis vor, aber auch einen Ausblick in die Zukunft. Im Neckar-Odenwald-Kreis leben viele ältere Menschen. Dies könne dazu führen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen schnell steigt. Bald werde in Buchen ein Pflegestützpunkt eröffnet, in wenigen Monaten ein zweiter in Mosbach, in denen man sich beraten lassen könne. Dies sei eine gute und wichtige Entwicklung, da viele Menschen bei der Bürokratie Hilfe benötigen und ihre rechtlichen Ansprüche auf Hilfsangebote auch gegenüber der Pflegekasse nicht kennen. Im Kreis gäbe es derzeit 29 Pflegeheime, 1958 Plätze und zudem betreute Wohngemeinschaften. Unbekannt sei die Zahl der Demenzkranken im Kreis, die auf derzeit rund 2600 Personen geschätzt werde.

Die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens blickt dennoch optimistisch in die Zukunft, auch wenn sie den Schlüssel von einer Pflegekraft auf 45 zu Pflegende in der Nachtschicht sehr kritisch sieht. Problematisch sei auch oft, für pflegebedürftig gewordene Menschen der Übergang nach einem Krankenhausaufenthalt in den Pflegebereich. Ebenfalls als kritisch betrachtete sie, dass viele Einrichtungen wirtschaftlich arbeiten müssen und dass notwendige Beratungsangebote nicht in ausreichendem Maß finanziert werden. Dennoch seien viele wichtige Weichenstellungen vom Gesetzgeber in die Wege geleitet worden. Neben 13 000 neuen Stellen in der Pflege, die nun durch die Krankenversicherung finanziert werden, sollen auch die Fallpauschalen bei den Pflegepersonalkosten in den Krankenhäusern abgeschafft und dafür krankenhausindividuelle Vergütungen eingeführt werden. Auch eine bessere Vergütung beim Wegegeld in der ambulanten Pflege sei der richtige Weg. Dennoch fordert Heike Baehrens mehr. Sie wünscht sich eine Bürgerpflegeversicherung in der alle einzahlen und in der „der Stärkere den Schwächeren stützen sollte“. do