Buchen

Serie über Buchener Heimatvereine (Teil 10) „Verein der Interessen Hollerbachs“ plant Kunstausstellung im nächsten Frühjahr

„Wenn jemand gebraucht wird, sind wir da“

Archivartikel

Der „Verein der Interessen Hollerbachs“ ist mehr als nur ein Heimatverein. Seine rund 60 Mitglieder tragen wesentlich zu einem lebendigen Dorfleben bei.

Hollerbach. „Das ist unsere Stärke: Wenn jemand gebraucht wird, sind wir da“, stellt Vereinsvorsitzender Clemens Schölch stolz fest. Weil sich jeder mit seiner Arbeitskraft in den Verein einbringe, könne man auf Mitgliedsbeiträge verzichten. Die Haupteinkunftsquelle des „Vereins der Interessen Hollerbachs“ ist die Bewirtschaftung in der ehemaligen Schule. Montags bis donnerstags bedienen sich die Teilnehmer der Turn- und Gymnastikgruppen zwar selbst an den Getränken. Clemens Schölch allerdings kauft diese ein und ergänzt den Bestand. Sonntags nach der Kirche bewirtet er persönlich die Gäste. Wenn der „Goldene Engel“, das einzige Gasthaus im Ort, geschlossen hat, weitet der Verein die Öffnungszeiten der Vereinsgaststätte aus. Man achte darauf, dem Gasthaus nicht Konkurrenz zu machen, sagte Schölch. Denn man wisse um die Bedeutung einer Gaststätte im Ort.

Der „Verein der Interessen Hollerbachs“ gründete sich am 4. Dezember 2002. Seitdem ist Clemens Schölch dessen Vorsitzender. Vereinszweck nach der Satzung ist die „Durchführung gesellschaftlicher Zusammenkünfte“ im Dorfgemeinschaftsraum sowie der „Erhalt der kulturellen Denkmäler und Baulichkeiten“.

Ältestes Kleindenkmal

Zu diesen zählt ein Bildstock an der Kreuzung Unterneudorfer Straße/Am Weinberg. Der Kreuzdachbildstock entstand im Jahr 1627. Damit dürfte er das älteste Kleindenkmal in Hollerbach sein. Er wurde von „Burckhard Heffner zu Gottes Lob und Ehr“ gestiftet. Man vermutet, dass der Tod seiner Frau Anlass dieser Stiftung war. Womöglich ist diese bei einem Unfall ums Leben gekommen. Der „Verein der Interessen Hollerbachs“ ließ das Denkmal restaurieren und die schon lange verschwundene Votivtafel durch eine neue ersetzen. Diese zeigt den Heiligen Wendelin, den Ortspatron. Ein weiterer Wendelin-Bildstock steht auf dem Anwesen der Familie Grimm. Dieser stammt aus den 1950-er Jahren. Die Rundfahrt durch Hollerbach mit Clemens Schölch und Kassier Hubert Walter führt auch zu einem Bildstock, den Schölch vor 15 Jahren selbst aufstellen ließ. „Es gab dafür einen Anlass“, deutet er einen Schicksalsschlag in seiner Familie an. Unweit davon scheint eine lebensgroße Metallfigur bergan zu schreiten. Das Kunstwerk „Der Wanderer“ ließ der Verein ebenso aufstellen wie die „Malende Hand“ des Künstlerehepaars Hamleh. Diese erinnert an die „Hollerbacher Malerkolonie“, die von 1909 bis 1914 in der Idylle des Odenwalds wirkte.

Zu den Glanzlichtern der Vereinsgeschichte zählen im Jahr 2004 ein Maifest mit der Präsentation des Buchs „725 Jahre Hollerbach“, ein Künstlersymposium im Jahr 2005 und die Ausstellung von Schülerbildern in der Röckelscheune im Jahr 2008.

Vielfältig aktiv

Außerdem schaffte der Verein Sitzbänke für die Einsegnungshalle an, er setzte den Spielplatz instand und zeichnet für die Wartung der Spielgeräte verantwortlich. Er bezuschusste die Pflanzung einer neuen Friedenseiche, besorgte ein Ortswappen für das ehemalige Rathaus und erneuerte das Waage-Häuschen. Er kaufte Geräte für die alte Schule, übernahm die Vermessungskosten für den Teilausbau des Radwegs nach Oberneudorf und bezuschusst jedes Jahr die Teilnahme der „Hollermännle“ am Rosenmontagsumzug in Buchen.

Für das kommende Frühjahr plant der Verein eine ganz besondere Veranstaltung: Künstler, die in Hollerbach ansässig sind, werden ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren. mb

Zum Thema