Buchen

Buchener Ferienprogramm Otto Hemberger führte bei einer zweistündigen Wanderung durch die Natur

Waldwissen kindgerecht und spannend vermittelt

Archivartikel

Buchen.Eine Wanderung mit Otto Hemberger ist voller spannender Anekdoten. Der ehemalige Oberförster führte im Rahmen des Buchener Ferienprogramms drei Kilometer durch den Wald zwischen Buchen und Unterneudorf. Zwar waren am Freitagnachmittag nicht so viele Teilnehmer wie beim ersten Termin dabei, als über 20 Kinder und Eltern dem Waldexperten folgten, doch umso mehr Zeit nehmen konnte sich Hemberger für die junge Familie mit ihren Kindern.

Wichtige Hinterlassenschaften

Auf dem Weg durch den Wald bei Unterneudorf wurde eins immer wieder deutlich: Hemberger versteht es, auch den kleinsten Wanderern die Informationen spannend und verständlich zu erläutern. So erklärte er, dass liegengebliebene Äste und Bäume eine wichtige Rolle als Ernährung spielen. „Als Humus sorgen sie für neues Leben“, so Hemberger. Die Wege zwischen den einzelnen Stationen überbrückte er mit Geschichten, die nicht nur bei den Kindern für Erstaunen sorgten. So erlebte der 84-Jährige bei einer Wanderung, wie plötzlich 30 Wildschweine aus dem Gebüsch über dem Weg rannten. „Da auch Frischlinge, also Babys, dabei waren, sind wir lieber auf Abstand gegangen.“

Dass Hemberger nicht nur jeden Stock und Stein in den Wäldern rund um Buchen kennt, zeigte er auch, als sich der Weg an einer Kreuzung gabelte. „Wir befinden uns hier auf dem Totenweg. Dieser wird so genannt, da es früher keinen Friedhof in Unterneudorf gab und dies der einzige Weg nach Buchen war. Hier wurden früher die Toten transportiert“, berichtete Hemberger. Halt machte die kleine Gruppe unter anderem an einer 140-jährigen Eiche. Ein paar Meter weiter fand sich ein Baum, der Krebs hat. „Auch Bäume können krank werden.“

Auf der Hälfte der Strecke machte Hemberger auf einen Teich aufmerksam, der gut versteckt am Wegrand liegt. Woher dieser stammt, warum er angelegt wurde und wie alt er ist? „Das weiß niemand, und das ist durchaus ungewöhnlich. Eventuell wurde er als Salzlager genutzt oder von den Kelten angelegt.“

Ein Höhepunkt war auch der Ameisenhaufen, der vor allem die kleinen Wanderer faszinierte und am Ende der Wanderung wartete. So wollte ein Mädchen wissen, wie diese großen Haufen entstehen. Hemberger zeigte unter anderem auf eine nahe stehende Fichte und sagte: „Schau, wie die Ameisen den Baum hochklettern und die Nadeln nach unten transportieren.“ Das Gewusel sei keinesfalls ein Durcheinander, alles geschehe mit System. ms

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