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Jubiläum des FC Viktoria Hettingen Blick in die 100-jährige Vereinsgeschichte / Idealismus und Eigenleistung charakterisieren die Entwicklung

Vorbildliche Sportstätten geschaffen

Archivartikel

Getragen von großen sportbegeisterten Idealisten hat der FC Viktoria Hettingen sich von kleinsten Anfängen zu einer großen Sportfamilie entwickelt.

Hettingen. Ein Blick in die 100-jährige Vereinsgeschichte zeigt die vielfältigen Aktivitäten, die oftmals mit Erfolg, aber auch mit Niederlagen verbunden waren.

Spielbetrieb in Fahrt gebracht

Auf Initiative von Karl Ellwanger, der Metzger war, wurde 1946 das Vereinsleben des FC Viktoria und der Spielbetrieb wieder in Fahrt gebracht und der FC Viktoria errang am 25. Juli 1948 den Meistertitel in der Kreisklasse A. Beim Sportfest am 15.August 1948 wurden auch Leichtathletik-Wettkämpfe durchgeführt, wobei der Buchener Rudi Arnold den 100-Meter-Lauf in 11,8 Sekunden gewann, und bei den Junioren der Hettinger Kaminfeger Paul Mackert den 100-Meter-Lauf in zwölf Sekunden Erster wurde.

Das 25-jährige Bestehen des Vereins 1945 wurde kriegsbedingt nicht gefeiert, dafür aber das 35-jährige Bestehen, das vom 23. bis 25. Juni 1956 in größerer Aufmachung begangen wurde.

Gäste aus der DDR

Neben der Einweihung des erweiterten Sportplatzes und der Umkleideräume an der „Blasse“ und der Weihe einer Vereinsfahne hatte man auch noch Gäste von DDR-Sportlern aus dem Erzgebirge zu Besuch.

Diese Verbindung zu BSG „Fortschritt“ Crottendorf aus der Ostzone kam zustande, weil die Frau des Hettinger Vorsitzenden Alois Blatz in diesem Ort geboren ist.

Beim Festbankett am Samstagabend, an dem auch hochrangige Vertreter der Sportverbände teilnahmen, wurde die neue Vereinsfahne, getragen vom Fähnrich Arthur Kirchgeßner und den Fahnenbegleitern Reinhold Henk und Karl Kuhn, auf der Bühne präsentiert und dabei von den aktiven Sportlern und mit dem von Alois Blatz verfassten Prolog begrüßt, der da lautete. „Grüßen stolz wir unsere Fahne, rufen kühn „Viktoria“. Immerdar soll sie uns mahnen, Verpflichtung sein hipp, hipp hurra. Höchstes Ziel sei stets die Treue, fairer Kampf und Harmonie. Damit Kameradschaftsgeist gedeihe, denn dessen Frucht ist großer Sieg. Schwarz-weiß sind unsere Farben schon 35 Jahr, hoch die Fahne – Freunde jetzt und immerdar“.

Im Festgottesdienst am Sonntagmorgen, der bereits schon um 7 Uhr in der Pfarrkirche war, weihte Ortspfarrer Heinrich Magnani die Fahne, die neben dem Vereinsemblem in Schwarz und Weiß auf der gegenüberliegende Seite die vier „F“, das Zeichen des Deutschen Turnerbundes, und in der unteren Ecke ein kleines Kreuz als Zeichen des christlichen Glaubens hat.

Beim Frühschoppen der „Alt-Viktorianer“ am Sonntagmorgen im Gasthaus „Zur Krone“ wurde der Grundstock für die neue Turnhalle und des vereinseigenen Sportplatzes gelegt. Eine namhafte Spende des ehemaligen Vorsitzenden des FC Viktoria des in Offenbach lebenden Generaldirektors Hans Leo Böhm, sowie eine Grundstückspende von dem in Mannheim- Sandhofen wohnenden Hettinger Heinrich Müller, ehemaliger legendärer Torwart des FC Viktoria und nur als „Goolheiner“ bekannt, gaben den Anstoß für diese großen Aufgaben.

Freundschaft mit Crottendorf

Die geschlossene Freundschaft mit den Crottendorfer Sportler wurde mit einem Gegenbesuch vom 1. bis 7. August 1956 erwidert. Eine größere Delegation mit Spielern der ersten und zweiten Mannschaft und Vereinsfunktionären des FC Viktoria verbrachten erlebnisreiche Tage in der Ostzone, wie Oswald Gremminger, einer der vier noch lebenden Teilnehmer von damals, wie Karl Gustav Kirchgeßner, Willi Müller und Karl Steichler, lebhaft berichteten. Oswald Gremminger, einer der vier noch lebenden Teilnehmer von damals, erinnert sich noch sehr lebhaft an diese erlebnisreichen Tage in der Ostzone, dem anderen Teil Deutschlands.

Die Geld- und Grundstücksspende vom Fest zum 35. Vereinsbestehen sorgten dafür, dass die Gemeinde und der FC Viktoria sich konkret mit der Sachlage zu befassten und die nötigen Schritte, der Grundstücksverhandlungen einleiteten und den Sportstättenbau forcierten.

Auch Ortspfarrer Heinrich Magnani wurde bei der Sportplatzgeschichte auf seine Art aktiv, brachte er doch zur beschlussfassenden entscheidenden Sitzung des Gemeinderates über den Bau der Turnhalle gleich Hubert Reichert mit, einen erfahrenen Architekten aus Karlsruhe, dem der Gemeinderat an diesem Abend den Planungsauftrag für die Turnhalle übertrug.

Mit Bauunternehmer und Maurermeister Wendelin Müller, der zum Vorsitzenden und mit Gipsermeister Friedrich Blatz, der zum stellvertretenden Vorsitzenden des FC gewählt wurde, gingen die zwei tatkräftigen Handwerksmeister mit großem Elan an den Sportplatzneubau.

Tatkräftig unterstützt von vielen Vereinsmitgliedern, die sich durch freiwilligen Arbeitseinsatz mit einbrachten.

Einweihungsfest

Auf diese Weise konnte dieses große Werk eines vereinseigenen Sportplatzes Wirklichkeit werden. Krönender Abschluss des Hettinger Sportstättenbaus war das Einweihungsfest vom 13. bis 15. August 1960, wobei Ortspfarrer Robert Wohlfarth dem Sportareal Turnhalle und Sportplatz den kirchlichen Segen spendete.

Mit dieser Anlage konnte nun Breitensport neben Fußball, Tischtennis und vor allem Turnen jeder Art angeboten werden.

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