Buchen

70. Geburtstag Der ehemalige Schulleiter des GTO, Willi Biemer, hat sich für Bildung stark gemacht und war in der Kommunalpolitik sehr aktiv

Vielfältig interessiert und äußerst engagiert

Götzingen.Mit Oberstudiendirektor a. D. Willi Biemer begeht am Sonntag ein versierter und engagierter Pädagoge seinen 70. Geburtstag. „Es macht mir unwahrscheinlich Spaß, Kinder voranzubringen. Es ist schön zu sehen, wie auch Schüler, die sich schwertun oder von zu Hause nicht die nötige Unterstützung erhalten, die Kurve kriegen. Jeder soll seine Chance erhalten“, sagt der Jubilar.

Vater betrieb eine Mühle

Er erblickte am 22. November 1950 in Götzingen als erstes Kind der Eheleute Willi und Gertrud Biemer das Licht der Welt und wuchs zusammen mit seiner jüngeren Schwester auf. Die Eltern, der Vater war Müllermeister, betrieben eine Mühle und dazu ein kleines Sägewerk und eine Landwirtschaft.

Willi Biemer besuchte bis zur 7. Klasse die Volksschule in Götzingen und wechselte dann ins Matthias-Grünewald-Gymnasium nach Tauberbischofsheim. Dort wohnte er im Studienheim St. Michael. 1971 machte er das Abitur und startete anschließend sein Studium in Germanistik und katholischer Theologie an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Hier absolvierte er 1976 erfolgreich die erste Wissenschaftliche Prüfung. Nach erstem Kontakt am GTO bei einem halben Jahr als Nebenlehrer startete er im Herbst 1977 sein Referendariat in Ludwigsburg und begann danach als Studienassessor am Ganztagsgymnasium Osterburken. Dort fand er bis zur Pensionierung 2015 seine berufliche Heimat.

Während seiner beruflichen Laufbahn zeigte sich der Jubilar stets vielseitig interessiert und auch immer Neuem sehr zugetan. Er übte seinen Beruf mit Freude und Engagement aus, war aufgeschlossener Ansprechpartner für Schüler, Kollegen und Eltern. 2001 wurde er zum Studiendirektor ernannt; ab 2003 war er stellvertretender Schulleiter am Ganztagsgymnasium. 2008 übernahm der Jubilar als Schulleiter die volle Verantwortung für diese Institution.

Motor des Gymnasiums

Aus- und Weiterbildung in allen schulischen Bereichen war ihm stets ein Anliegen und nicht zuletzt natürlich auch die stete Weiterentwicklung „seiner“ Schule. Als der verantwortungsbewusste Pädagoge 2015 in Pension ging, war die Bestätigung seitens des GTO „Sie sind der Motor der Schule gewesen“ eine verdiente Anerkennung seines Engagements.

Neben der beruflichen Karriere widmete sich Willi Biemer auch der Kommunalpolitik. So ist er ununterbrochen seit 1980 im Ortschaftsrat Götzingen und seit 1984 im Gemeinderat Buchen aktiv, begleitete unter der Ägide von drei Bürgermeistern und drei Ortsvorstehern das Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers in Götzingen und ist seit 1984 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion.

Auch in der vor kurzem in Götzingen in Angriff genommenen Aktion „Unser Dorf hat Zukunft!“ bringt er sich ein.

Willi Biemer war auch Vorsitzender der TG des Flurbereinigungsverfahrens (2007 bis 2017) in Götzingen und ist seit 40 Jahren Lektor und Kommunionhelfer in der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus sowie auch in deren Besuchsdienst eingebunden. Er ist Mitherausgeber des 1987 erschienenen Götzinger Heimatbuches und in vielen örtlichen Vereinen Mitglied. Für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement zeichnete ihn der Städtetag Baden-Württemberg 2019 mit der Ehrenurkunde aus.

Absolut nicht überraschend stellt sich der Jubilar seit seiner Pensionierung neuen ehrenamtlichen Herausforderungen. So ist er als Mitglied im AK-Asyl besonders engagiert in der Migrations- und Flüchtlingsarbeit, wo er inzwischen weit über 1000 Stunden ehrenamtlichen Einsatz für Sprachunterricht erbrachte.

Er ist ehrenamtlicher Patientenfürsprecher im Team der IBB-Stelle (Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle) des NOK für psychisch Kranke und engagiert sich auch in der Aufklärung der Schicksale von Euthanasieopfern. Bei der VHS Buchen ist er Dozent für Integrationskurse und hat die Lizenz zur Abnahme von DTZ-Prüfungen (Deutschtest für Zuwanderer) erworben.

Der Jubilar blickt in Dankbarkeit und Zufriedenheit auf seinen bisherigen Lebensweg zurück. Seinen Jubeltag kann er bei guter Gesundheit gemeinsam mit seinen Lieben begehen.

In den Reigen der Gratulanten reihen sich die Fränkischen Nachrichten gerne ein.

Zum Thema