Buchen

Friedhofssatzung der Stadt Buchen wurde geändert Gebühren steigen zum 1. Januar 2020 deutlich an

Urnenbestattung legt prozentual kräftig zu

Buchen.Sterben wird in Buchen teurer. Die Bestattungsgebühren werden angehoben, weil ein höherer Deckungsgrad der Unkosten erreicht werden soll. Richtig spürbar wird dies vor allem im Urnenbereich. Der wird zwar nach wie vor die günstigste Bestattungsmöglichkeit bieten, steigt aber prozentual weit kräftiger an. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde dies bei der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag im Alten Rathaus im Rahmen der Änderung der Friedhofssatzung beschlossen.

Die Gebühren im Bestattungswesen wurden letztmals im Jahr 2013 angepasst. Eine Anpassung war aus Sicht der Verwaltung notwendig, da der Kostendeckungsgrad im Ergebnis des Jahres 2018 lediglich bei 67 Prozent lag.

Höherer Kostendeckungsgrad

Minimales Ziel sollte laut Verwaltung aber ein Kostendeckungsgrad von 75 Prozent sein, wobei dies durch das neue Haushaltsrecht sehr schwierig sei, da die neu kalkulierten Gebühren auf die jeweilige Nutzungsdauer abgegrenzt werden und somit nur zu einem Teil in die Erträge des laufenden Jahres fließen. Die Gebühren wurden jetzt neu kalkuliert und die Verwaltung schlug einen Kostendeckungsgrad von 75 Prozent zum 1. Januar 2020 vor. Die Gebühren sollen alle zwei Jahre um fünf Prozent ansteigen, wobei die letzte Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2026 mit einem Kostendeckungsgrad von 90 Prozent erfolgen soll. Dieser Kostendeckungsgrad beziehe sich auf die derzeitigen Kosten. Durch die dynamische Kostenentwicklung gehe die Verwaltung jedoch im Jahr 2026 von einem tatsächlichen Kostendeckungsgrad von circa 75 Prozent aus.

Beigeordneter Benjamin Laber ging zunächst auf Grunddaten in der Gesamtstadt mit ihren 13 Friedhöfen ein. Demnach liegt die gesamt zu bewirtschaftende Fläche aller Friedhöfe der Stadt Buchen bei rund 7,4 Hektar. Insgesamt seien 3415 Grabstellen belegt, wovon 2648 auf Erd- und 767 auf Urnenbestattung entfallen. 625 Grabstellen seien leer. Laber sprach von einer „Urnen-Problematik“. Immer mehr Menschen würden die Urnenbestattung wählen. Diese sei aber vergleichsweise kostengünstig und trage somit nicht ausreichend zu den Erhaltungskosten auf den Friedhöfen bei.

Das wird sich künftig ändern. Nach dem Beschluss des Gremiums steigen die Gebühren für die Beisetzung einer Aschenurne im Wahlgrab in Buchen von derzeit 1183 Euro auf 1911 Euro, was einer Steigerung von über 60 Prozent entspricht. Prozentual moderater, wenn auch in der Summe höher, ist der Gebührenanstieg bei einem Erdgrab. Dafür fallen derzeit noch 2256 Euro an. Ab dem 1. Januar werden es 3001 Euro sein, was einer Steigerung von über 30 Prozent gleichkommt.

„Eine Gebührenerhöhung ist schmerzhaft, aber nachvollziehbar und notwendig in diesem Fall“, betonte Dr. Harald Genzwürker. Felix Pflüger bedauerte die kräftige Erhöhung im Urnenbereich, weil dies die Menschen, die eine solche Beerdigung aus finanziellen Gründen wählen, besonders hart treffe. Er signalisierte Ablehnung.

Bürgermeister Roland Burger stellte klar, dass dies ein normaler Vorgang sei. Schließlich müssten die Kosten dort abgerechnet werden, wo sie entstehen. borg

Zum Thema