Buchen

Seelsorgeeinheit Buchen „Geistlicher Impuls“ von Pastoralreferent Christian Richter

Ungewollt „Zwangsfastenzeit“ auferlegt

Buchen.Um in dieser nicht einfachen Zeit mit den Gläubigen in Verbindung zu bleiben, gibt es in der Seelsorgeeinheit Buchen zu jedem Sonn- und Feiertag einen „Geistlichen Impuls“. Dieser stammt von Pastoralreferent Christian Richter.

„Liebe Mitchristen, liebe Gläubige, wir erleben zur Zeit Veränderungen in unserem Alltag, wie wir sie bisher noch nie erlebt haben. Alle Gottesdienste fallen aus und das öffentliche Leben wird auf Notbetrieb heruntergefahren. Das bedeutet auch, dass wir unsere Karwoche und das Osterfest nicht wie gewohnt feiern können. Wir müssen uns neue Wege überlegen, wie Seelsorge ohne persönlichen Kontakt aussehen kann und wie wir trotzdem für Sie da sind, auch wenn wir Sie nicht treffen.

Im Seelsorgeteam haben wir uns deswegen entscheiden, dass wir Sie in den nächsten Wochen über die Zeitung mit Impulsen zur Fastenzeit, zum Sonntag und zu den bevorstehenden Feiertagen begleiten möchten. Die Texte werden wir auch im Internet veröffentlichen und in den Kirchen auslegen, denn diese sind ja fürs persönliche Gebet weiterhin geöffnet. Wir wollen Sie mit unseren Impulsen während dieser herausfordernden Zeit stärken und Zuversicht zusprechen.

Impuls zum vierten Fastensonntag

Durch die weitreichenden Einschränkungen im öffentlichen Leben haben wir alle ganz ungewollt eine „Zwangsfastenzeit“ auferlegt bekommen. Normalerweise überlegen wir uns vor der Fastenzeit, worauf wir verzichten wollen und sind an Ostern stolz, wenn wir unseren Vorsatz durchgehalten haben. In diesem Jahr ist das leider anders, weil wir kollektiv aufgefordert sind, zu Hause zu bleiben. Die meisten Veranstaltungen wurden abgesagt, die Ämter sind geschlossen und wir sollen alle persönlichen Kontakte meiden.

Diese Situation wird für uns in den nächsten Wochen sicher anstrengend werden, weil sie dann nicht mehr neu ist und von allen viel Geduld und Ausdauer fordert.

Wir können mit dieser Situation hadern und versuchen, alle Graubereiche auszukosten. Wir können aber auch aus der Not eine Tugend machen und die Situation annehmen, wie sie ist: denn Fastenzeit bleibt Fastenzeit, egal ob sie gewollt oder auferlegt ist. Der Sinn unserer Fastenzeit ist, das eigene Leben zu reflektieren und das Wesentliche wieder in die Mitte zu rücken. Alte Gewohnheiten werden durch das Fasten aufgebrochen und Selbstverständliches in einem neuen Licht gesehen. Unsere gegenwärtige Situation ermöglicht durch die Einschränkungen auch diese Erfahrung. Uns wird bewusst, wie wichtig und wertvoll unser Leben ist.

Der Verzicht hat aber auch noch eine zweite Seite: Er ermöglicht uns Neues und Ungewohntes auszuprobieren und lädt uns ein, unseren Tag mal ganz anders zu gestalten: Jetzt haben Sie die Zeit, das Buch zu lesen, das schon lange auf Sie wartet oder Sie können mal wieder den Schreibtisch aufräumen – aufräumen befreit die Seele. Oder wie wäre es, wenn Sie mal Ihr Adressbuch durchblättern und jemanden anrufen, mit dem Sie seit langem keinen Kontakt mehr hatten oder Sie entdecken mit Ihrer Familie das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ ganz neu. So möchte ich Sie mit meinem Impuls einladen, die uns auferlegte Situation im ursprünglichen Fastensinn zu verstehen, indem wir unseren Alltag unterbrechen und uns und anderen etwas Gutes tun – mit denen uns zur Zeit gegebenen Möglichkeiten.“

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