Buchen

Im Dorfgemeinschaftshaus in Hettigenbeuern Ortsvorsteher Günther Müller wurde nach 25 Jahren verabschiedet / Eine Ära ging zu Ende

Sein Handeln stets nach dem Wohl des Ganzen ausgerichtet

Archivartikel

Hettigenbeuern.„Günther Müller war ein Glücksfall für Hettigenbeuern“ – da waren sich bei der feierlichen Verabschiedung alle einig. Nach einem Vierteljahrhundert ging für den Stadtteil gewissermaßen eine Ära zu Ende und so lag natürlich ein wenig Wehmut in der Luft. Die Dorfgemeinschaft im Morretal verabschiedete ihren Ortsvorsteher und es wurde mehr als deutlich, dass der beliebte Ortsvorsteher, sein „Heddebör“ erfolgreich mitgestaltete und dass er zweifelsohne „Heddebörmer Ortsvorsteher mit Leib und Seele“ war.

Sämtliche Vereine hatten in ihm einen aktiven und geschätzten Freund und Förderer, der das Vereinsleben unterstützte und so war es nicht verwunderlich, dass die Heddebörmer Musikanten unter Leitung von Dirigent Bernd Berres und der Gesangverein „Harmonie“, dessen Ehrenvorsitzender Günther Müller ist, mit Dirigent Magnus Balles den Abschied musikalisch umrahmten. Sein Nachfolger, Ortsvorsteher Norbert Meixner, begrüßte neben Günther Müller als „Stargast“ des Abends die Ehrengäste, Vertreter der Stadtverwaltung, aktuelle und seitherige Ortschaftsräte, Vereinsvertreter, Weggefährten und die Familie.

„Günther Müller hat sich um das Gemeinwohl in Hettigenbeuern verdient gemacht“, zollte Bürgermeister Roland Burger Anerkennung. Als langjähriger und erfahrener Kommunalpolitiker habe er sich hier über 25 Jahre äußerst erfolgreich eingebracht. Es sei viel geschehen, die Liste seines Wirkens sei lang, so der Bürgermeister: als Unterstützer der Vereine, CDU-Ortsgruppen-Vorsitzender, aktiver Sänger, ehemaliger Busfahrer und beispielsweise Imker. Nach dem Wohl des Ganzen habe er stets sein Handeln ausgerichtet, lobte Bürgermeister Burger und verglich mit einem treffenden Zitat von Mark Aurel zum Bienenschwarm: „Was dem Schwarm nicht nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nicht“.

Der Bürgermeister skizierte die Lebensleistung von Günther Müller. Er kam 1965 der Liebe wegen ins Tal der Liebe. Lange Jahre chauffierte er als Busfahrer unzählige Fahrgäste des BRN durch den Neckar-Odenwald-Kreis. Sein kommunalpolitisches Engagement begann 1989 mit der Wahl in den Ortschaftsrat. Im Jahr 1994 übernahm er das Amt des Ortsvorstehers.

Projekte beleuchtet

„Das Hettigenbeuern sich heute als einladendes, gepflegtes und quicklebendiges Dorf präsentiert, dazu hast Du erheblich beigetragen“, so der Bürgermeister. Er erinnerte beispielhaft an einige größere Projekte in der Amtszeit von Günther Müller: den Ausbau der Ortsdurchfahrt mit der neuen Brücke, die 700-Jahr-Feier im Jahr 2006, die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Nicht unerwähnt bleiben solle der Ausbau der Hornbacher Steige, ein langgehegter Wunsch vom scheidenden Ortsvorsteher, ebenso wie die vielen umgesetzten Gestaltungsmaßnahmen im Rahmen der Flurbereinigung. Das neue Feuerwehrhaus konnte ebenso wie das neue Feuerwehrfahrzeug eingeweiht werden. Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses hat begonnen. Da gebe es noch das Baugebiet Mühläckerweg und das Herrichten des Kurparkes.

Günther Müller habe immer versucht auszugleichen und im Interesse der Gemeinschaft zu handeln und Kompromisse zu finden. Von diesem Wirken habe Hettigenbeuern profitiert. Der Bürgermeister dankte auch für das ehrenamtliche Wirken im Vereinsleben des Morretals und wünschte für den Ortsvorsteher-Ruhestand alles erdenklich Gute. Dank galt auch Ehefrau Elfriede für die jahrelange Unterstützung.

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Manfred Lauer, dankte dem scheidenden Ortsvorsteher namens aller Heddebörmer Vereine. Er hob die stets sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor, viele Feste und Veranstaltungen seien gemeinsam organisiert worden. „Günther Müller war in Hettigenbeuern einfach unersetzlich“, so das Fazit von Manfred Lauer, orientiert am Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer. Er habe schließlich 25 Jahre lang an vorderster Front die Entwicklung des Stadtteils mitgeprägt. Er war 20 Jahre Vorsitzender des Gesangvereins, ist Gründungsmitglied und zweiter Vorsitzender des Heimatvereins und unterstützt alle örtlichen Vereine. In Hettigenbeuern werde man immer viele Dinge mit dem Namen Günther Müller in Verbindung bringen, schließlich sei er ein echter Glücksfall für Hettigenbeuern gewesen, ein Motor und eine treibende Kraft, so Manfred Lauer. Er habe nie den bequemen Weg gewählt, sondern gefragt, was kann ich für mein Dorf und die Menschen die hier wohnen tun. Namens der Vereine überreichte er an Günther Müller eine einzigartige, von Davor Manovic gestaltete Fotocollage, von Hettigenbeuern und einen Reisegutschein.

Ortsvorsteher Norbert Meixner dankte in einem Schlusswort allen Unterstützern und Gästen, welche dem seitherigen Ortsvorsteher den Abschied bereiteten, den er wahrlich verdient habe. Günther Müller zeigte sich dann überwältigt und gerührt: „Das Amt als Ortsvorsteher bereitete mir viel Freude, die Begegnungen mit den vielen Menschen bereicherten mich“. Günther Müller zog ergriffen ein kurzes Resümee, hob ebenfalls einige Höhepunkte seiner Amtszeit hervor und dankte der gesamten Dorfgemeinschaft, seiner Familie und allen Mitwirkenden der Abschiedsfeier.

Seinem Nachfolger Norbert Meixner wünschte er eine glückliche Hand zum Wohl des Ortes. Der Gesangverein der schon passenderweise das Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ in seine Vorträge eingebaut hatte, überraschte seinen Ehrenvorsitzenden abschließend nochmals mit dem auf die Ortsvorsteher-Amtszeit umgedichteten Imkerlied. „Wenn ich heute schau zurück, dann tu ich‘s auch mit stolzem Blick. Denn viel geschafft hab ich fürwahr, weil Ortsvorsteher gerne war“. Nach dem Badnerlied, gemeinsam von Heddebörmer Musikanten und gemischtem Chor vorgetragen schloss sich ein gemütliches Beisammensein an. hes

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