Buchen

Nachruf Walter Künkel aus Götzingen ist im Alter von 81 Jahren gestorben / Bleibende Verdienste erworben

Sein Engagement galt seiner Heimat

Götzingen.Mit Bestürzung vernahmen die Einwohner aus Götzingen die Nachricht vom plötzlichen Tode ihres Mitbürgers und langjährigen Ortschaftsrates und Ortsvorstehers Walter Künkel, der am 10. August nach kurzer Krankheit überraschend verstarb. Der 81-Jährige hatte als engagierter Kommunalpolitiker und Vereinsfunktionär die Geschicke seiner Heimat über Jahrzehnte beeinflusst und mitgeprägt.

Im Krankenhaus gearbeitet

Am 24. Oktober 1937 in Götzingen geboren, hielt er seiner Geburts- und Heimatgemeinde über acht Jahrzehnte die Treue. Hier absolvierte er die Volksschule und war dann nach Abschluss der Landwirtschaftsschule in der elterlichen Landwirtschaft und auch in kommunalen Bereichen tätig. Die wirtschaftliche Entwicklung und der damit verbundene gravierende Strukturwandel in der Landwirtschaft führten allerdings zwangsläufig zu Veränderungen in seinem beruflichen Werdegang.

So war er neben seiner Landwirtschaft zunächst in einigen Buchener Betrieben beschäftigt und leitete von 1960 an den Götzinger Zweigbetrieb einer Lampenfabrik, ehe er 1970 ans Kreiskrankenhaus Buchen wechselte. Dort war er als Hausmeister und Wäschereileiter aktiv, wurde zum Personalratsvorsitzenden gewählt und trat 2001 in den wohlverdienten Ruhestand.

In die Kommunalpolitik startete der Verstorbene 1975 mit dem Einstieg als Ortschaftsrat. Rund drei Jahrzehnte war er auf diesem Felde aktiv und bekam aufgrund seines Engagements 1997 die Landesehrennadel verliehen.

19 Jahre lang Ortsvorsteher

Er war ab 1976 stellvertretender Ortvorsteher. 1980 wurde er zum Ortsvorsteher gewählt und begleitete dieses Amt bis 1999. Er gehörte bis 2004 dem Gemeinderat an. Er war zudem über Jahre auch Sprecher der Ortsvorsteher der Gesamtgemeinde Buchen. Unter seiner Ägide als Ortsvorsteher wurde in dem Stadtteil einiges bewegt. Beispielsweise wurde eine noch von der selbstständigen Gemeinde Götzingen initiierte Sanierungsmaßnahme im Dorfkern umgesetzt, der Dorfplatz bei der Ausfahrt nach Altheim sowie der Dr.-Schlund-Platz unterhalb der Pfarrkirche angelegt. Weiter wurden die Leichenhalle erbaut und der Friedhof neu geordnet sowie Schulhaus und Festhalle saniert.

Rathaussanierung vorangetrieben

Ein Schwerpunkt war zweifelsohne die Sanierung des 1612 errichteten Rathauses mit der Einweihung im Rahmen der dritten „Götzinger Heimattage“ und verbunden mit der Herausgabe des Heimatbuches „Götzingen – 1256 bis 1987“. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt, die Erschließung der Baugebiete „Hofäcker“ und „Koben II“, die Umwandlung des ehemaligen Farrenstalles zum örtlichen Bauhof, der Anschluss an die Bodensee-Wasserversorgung, die Anlegung des Biotops „Brüchetweiher“ oder der Beginn der Sanierung der Götzinger Bildstöcke tragen beispielhaft als weitere nachhaltige Maßnahmen seine „Handschrift“.

Zum Ende seiner kommunalpolitischen Aktivitäten wurde Künkel 2005 vom Städte- und Gemeindetag mit der goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet.

Zudem engagierte sich Künkel auf dem Vereinssektor. Sein besonderes Interesse galt dabei dem Fußball: Diesen betrieb er in jungen Jahren selbst aktiv und brachte sich danach ehrenamtlich in die Vereinsarbeit ein. Ab 1973 fungierte er 21 Jahre lang als Vorsitzender des TSV Fortuna Götzingen, nachdem er zuvor schon über Jahre hinweg Jugendleiter und Hauptkassier war. Auch als Schiedsrichter war er viele Jahre im Einsatz.

Ob seines Engagements ernannte ihn der TSV 1994 zum Ehrenvorsitzenden. Für sein langjähriges sportliches Engagement verlieh ihm die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) 2004 die DOG-Ehrenmedaille. Während seiner Ägide legte der TSV einen Trainingsplatz an, vor allem aber wurde das Vereinsheim errichtet und 1983 eingeweiht.

Gesangverein und Feuerwehr

Außerdem war Künkel im Gesangverein Eintracht aktiv und gehörte über 40 Jahre der Freiwilligen Feuerwehr an. Er betreute noch bis unmittelbar vor seinem Tode als Obmann die Alterskameradschaft der Gesamtwehr der Stadt Buchen.

Der Verstorbene hat sich bleibende Verdienste um seine Heimatgemeinde erworben, die ihm ein ehrendes Gedenken bewahren wird. Im Jahre 1959 läuteten die Hochzeitsglocken für Walter Künkel und seine Ehefrau Maria, geborene Holderbach, die 2008 verstarb. Er hinterlässt drei erwachsene Kinder mit Familien. Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am Donnerstag, 15. August, um 15 Uhr in Götzingen statt. jm

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