Buchen

Personalmangel in Bädern Auch in Buchen sucht man nach neuen Mitarbeitern / Michael Kaiser ist der Nachfolger von Schwimmmeister Hans-Jürgen Funda

„Schwierig, geeignetes Personal zu finden“

Immer mehr Bäder bleiben wegen Personalmangels geschlossen oder müssen die Öffnungszeiten verkürzen. In Buchen gibt es noch keine Einschränkungen, aber Mitarbeiter werden gesucht.

Buchen. Rund 26 000 Fachkräfte arbeiten in den etwa 6500 Bädern in Deutschland. Aber es bleiben immer mehr Stellen unbesetzt. Nach Schätzungen des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister sind es bundesweit circa 2500. Auch in Buchen sucht man händeringend nach einer weiteren Fachkraft, die das Team komplettiert.

„Es ist extrem schwierig, geeignetes Personal zu finden“, erklärte Andreas Stein, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Energie und Dienstleistungen Buchen (EDB) im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Deshalb ist Stein auch froh, mit Michael Kaiser einen Nachfolger für Schwimmmeister Hans-Jürgen Funda zu haben, der vor kurzem verabschiedet wurde (die FN berichteten). Kaiser hat seine Ausbildung bei den Bädern der Stadt Walldürn absolviert und ist seit Juli 2018 bei den EDB beschäftigt.

Weiterbildung abgeschlossen

Anfang September 2018 hat er die Weiterbildung zum Meister für Bäderbetriebe begonnen, die er im Mai erfolgreich abschloss. Die ungewöhnlichen Arbeitszeiten, die viele abschrecken, sind für ihn kein Problem. „Wenn man sich für den Beruf entscheidet, weiß man von vorneherein, dass man an Feiertagen und am Wochenende meist arbeiten muss“, so Michael Kaiser.

Gesucht wird seit geraumer Zeit ein weiterer Fachangestellter, egal welchen Geschlechts, um den Buchener Badebetrieb wieder richtig rund laufen lassen zu können. Derzeit gelingt das nur mit Hilfe von außen. In den Vorjahren gab es schon einmal Einschränkungen bei den Öffnungszeiten für die Badegäste, doch sowohl im Hallenbad als auch im Freibad lief es die letzte Saison glatt. „Wir arbeiten interkommunal zusammen“, verrät Stein, nur so habe man die vorhandenen Lücken schließen können. Ein Fachangestellter aus Adelsheim, der dort im Freibad tätig ist, unterstützt die Buchener im Hallenbad. Im Waldschwimmbad habe man in den letzten Jahren mit einem Dienstleister gearbeitet, doch dies habe sich nicht bewährt. Man habe nun einen eigenen Rettungsschwimmer eingestellt, der außerhalb der Saison als Handwerker bei den Stadtwerken oder der Stadt eingesetzt werde und so eine Vollzeitstelle habe. „Derartige Kombinationen sind wichtig, um entsprechendes Personal zu bekommen“, unterstrich der Betriebsleiter.

Intensiv habe man auch nach Nachwuchs gesucht, was sich nun ausgezahlt habe. „Wir haben einen Auszubildenden gefunden, der zum 1. September angefangen hat“, freute sich Stein gegenüber den FN. Doch viele hätten die Ausbildung in den letzten Jahren auch abgebrochen.

Laut Andreas Stein ist das Berufsbild äußerst abwechslungsreich und verantwortungsvoll, denn Fachangestellte für Bäderbetriebe seien nicht nur für die Sicherheit und das Wohl der Badegäste verantwortlich, sondern ebenso für die Sicherstellung des gesamten Badebetriebs. Der Beruf sei ein Mix aus Animateur, Sanitäter, Techniker und Chemiker. Und er biete selbst Abiturienten gute Karrieremöglichkeiten, schließlich könne man mit entsprechenden Managementkursen auch ein großes Bad leiten. Um Nachwuchs zu gewinnen bieten die EDB Schülern, Studenten und Umschülern die Möglichkeit, ein Praktikum im Bereich der Bäderbetriebe zu absolvieren. „Leider ist das Interesse daran nicht groß“, gesteht Andreas Stein ein. So habe man Schulen in Buchen angeschrieben und für eine Woche Praktikum eine Saisonkarte fürs Freibad geboten. Doch auf eine Rückmeldung warteten die EDB vergeblich.

„Auch mit dem derzeitigen Personal sind keine verkürzten Öffnungszeiten zu erwarten“, machte Stein deutlich. Er hob hervor, dass das Waldschwimmbad wetterunabhängig, von Gewitter einmal abgesehen, immer geöffnet sei. Man habe in Buchen viele Schwimmer, die das Bad bei jedem Wetter nutzen, und die würden auch darauf vertrauen, dass geöffnet sei.

42 723 Besucher zählte allein das Waldschwimmbad in der Saison 2019. Im „Jahrhundertsommer“ 2018 waren es sogar 54 030. Trotz dieser recht hohen Besucherzahlen müssen Jahr für Jahr rund 80 Prozent der Kosten für die Bäder bezuschusst werden. Nicht umsonst steht die Anpassung der Eintrittsgelder im Hallen- und Waldschwimmbad auf der Tagesordnung des Gemeinderates.

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