Buchen

Helene-Weber-Schule in Buchen Hilfsprojekt „Hope for Hope“ wurde vorgestellt / „Ein Stück vom Himmel schenken“

Schon 300 Kinder konnten eine Schule besuchen

Archivartikel

Buchen.Schon ein Fußball kann vieles verändern. Zumindest gilt das für die Kinder, die in den Slums von Mombasa, der zweitgrößten Stadt des ostafrikanischen Staates Kenia, aufwachsen. Für viele von ihnen lautet die Zukunftsprognose, in den Steinbrüchen rund um die Stadt zu arbeiten. Reginold Odhiambo wollte dies nicht so stehenlassen und begann dagegen anzukämpfen. Was aus seinem Projekt wurde, stellte er in der Helene-Weber-Schule der Jahrgangsstufe 1 auf Einladung von Lehrer Andreas Blum vor.

Gemeinsam mit seiner Verlobten Franziska Frosch erklärte Odhiambo den Schülern seinen Werdegang. Dabei beeindruckte er die jungen Zuhörer mit seiner Hartnäckigkeit, Lebensfreude und seinem ungebrochenen Optimismus gleichermaßen. Trotz des Leids, welches täglich zu sehen ist, verlieren beide nicht den Mut.

Beeindruckend ist auch die Entwicklung seines Projekts namens „Hope for Hope“, die der erst 23-jährige Gründer vorstellte. Begann er mit einem echten Fußball, gefüllt mit Luft, die Kinder auf der Straße abzuholen (keine Selbstverständlichkeit, gibt es in den Slums doch häufig nur improvisierte Bälle), so sah er sich bald mit dem Problem konfrontiert, wo diese Kinder schlafen sollten. Denn um zu überleben, müssen die meisten Kinder arbeiten, zumeist in den Steinbrüchen. Also plante er ein Heim, damit die Kinder „einfach Kinder sein konnten“. Doch damit war der Teufelskreis der Armut nicht gebrochen, denn nun war es von Nöten, dass die Kinder eine Schulbildung bekamen, um sich später selbst versorgen zu können. An dieser Stelle kam Odhiambo an seine finanziellen Grenzen. Doch durch Kontakt mit Europäern konnten Schulpatenschaften realisiert werden. Seitdem ist das Projekt auch auf Spenden angewiesen. Die Zahlen sprechen aber für sich: 300 Kinder konnten bislang durch „Hope for Hope“ eine Schule besuchen, 80 werden aktuell beschult. Zehn Ehemalige haben den Weg vom Steinbruch auf eine Universität geschafft. Ein gesondertes Programm kümmert sich speziell um Mädchen- und Frauenförderung. Doch „Hope for Hope“ sorgt nicht nur für ein Dach über dem Kopf und eine Möglichkeit zur Schulbildung, sondern speist täglich 100 bis 130 Kinder. Inzwischen ist man hier an der Kapazitätsgrenze, obwohl man Ackerland erworben und selbst Lebensmittel anpflanzt. „Langfristig wollen wir eine stärkere Unabhängigkeit von Spenden erreichen“, wie Frosch erklärte.

Doch bis es soweit ist, freut man sich über alle Form der Zuwendungen. Tatkräftige Unterstützung bekommt man von der Hilfsorganisation „Open heaven“, deren Gründungsmitglied Andreas Blum ist. Da alle ehrenamtlich arbeiten, landen die Spenden auch wirklich dort, wo sie hinkommen sollten. Zum Beispiel eben bei „Hope for Hope“, wo man aktuell einen neuen Wassertank braucht, der stolze 600 Euro kostet.

Auch Freiwilligenarbeit („volunteering“) ist hochwillkommen. Ein Schüler der Jahrgangsstufe 1 wird im Sommer dies umsetzen und nach Kenia fliegen. Langfristig will man an der HWS im Rahmen eines Sozialprojektes die Zusammenarbeit mit „Open heaven“ verstärken. Blum jedenfalls freut sich, dass die Schüler reges Interesse an „Hope for Hope“ zeigten. Und auch Odhiambo bekam etwas auf den Weg: „Für mich“, sagte eine Schülerin, „und für die Kinder dort sind sie ein Held. Das wollte ich Ihnen mit auf den Weg geben“.

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