Buchen

„Die Faktenchecker“ Auftakt in der Buchener Schule mit den vier Klassen 11a, 11b, 11c und 11d / Jugendliche erhalten ein Jahr lang die digitale Zeitung

Premiere im Burghardt-Gymnasium

Buchen.Eine weitere Premiere feiern „Die Faktenchecker“ in diesem Schuljahr in Buchen: Erstmals nimmt das Burghardt-Gymnasium am FN-Bildungsprojekt teil. Gleich vier Klassen der elften Jahrgangsstufe meldeten sich dafür an und und ließen sich von Dieter Schwab am Mittwochmorgen den „Fahrplan“ für die kommenden Monate vorstellen.

Monatliche Quizfragen

Der Chefredakteur der FN erklärte in einer Präsentation, dass die Schüler ein Jahr lang die digitale Zeitung der Fränkischen Nachrichten erhalten. Einmal im Monat gibt es ein Quiz auf die Jugendlichen, in dem Fragen aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Vermischtes sowie Lokales warten.

Um die allseits beliebte Gruppenarbeit in diesem Fall zu verhindern, erhält jeder Schüler eine andere Reihenfolge der Fragen. Und für die Auswahl der Antworten bleiben auch nur wenige Sekunden Zeit, je nach Länge und Schwierigkeit. „Der Test soll ja schließlich euch und eurer Allgemeinbildung helfen. Außerdem entwickelt ihr dabei ein besseres Textverständnis und lernt den Umgang mit dem Medium Tageszeitung“, erklärte der Chefredakteur. Die Tests werden ausgewertet und die jeweiligen Schüler und Lehrer können die Ergebnisse einsehen. Die besten und fleißigsten Teilnehmer und Klassen erhalten attraktive Preise. Unterstützt wird das Projekt von der Volksbank Franken.

Im „Fahrplan“ mitinbegriffen sind auch zwei Workshops in den Klassen: Zwei Redakteure besuchen die Schüler und bringen ihnen bei einer „Schreibwerkstatt“ unter anderem den Alltag im Beruf eines Journalisten näher. Und die Landeszentrale für politische Bildung schickt das Team „Demokratie“, das über Fake News, Hatespeech und Internet-Stalking aufklärt. Zum Abschluss des Projektes erhalten die Schüler auch ein Zertifikat, dass sie beispielsweise zur Bewerbung für einen Job beilegen können.

Medienkompetenz auf Rang eins

Um die Bedeutung solcher Unterlagen zu unterstreichen, stellte Schwab noch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung vor. Diese entstand in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart und dem Frauenhofer Institut, die Frage lautete: „Welche Faktoren sind entscheidend für eine Führungskraft?“ 2500 Führungskräfte wurden befragt, zusätzlich folgten 40 Tiefeninterviews. Das Ergebnis: Kommunikations- und Medienkompetenz landete auf dem ersten Rang.

Dass Themen wie Zeitunglesen, Fake News oder Hatespeech im Unterricht angesprochen werden, ist auch Schulleiter und Oberstudiendirektor Jochen Schwab wichtig. „Freiheit und Wohlstand wurde vielen jungen Menschen in den vergangenen Jahrzehnten in unserer Konsumgesellschaft quasi ,all-inclusive’ geboten. Aus Selbstverständlichkeit kann Gedankenlosigkeit und Desinteresse werden, die in einer schlafwandlerischen Haltung unsere Demokratie gefährden könnte“, findet er. Die jungen Menschen seien einer medial perfekt inszenierten Welt ausgesetzt, die sich teilweise als Scheinwelt entpuppe.

„Verletzlichkeit hat zugenommen“

„Wir erleben, dass sich unserem freiheitlichen System Falschmeldungen durch die schnellen, modernen Kommunikationswege rasant schnell verbreiten können, während wohlrecherchierter Journalismus meist kostenpflichtig ist und deshalb von immer weniger Menschen erworben wird. Insgesamt hat meines Erachtens die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft zugenommen.“ Daraus erwächst den Schulen im Rahmen des Erziehungs- und Bildungsauftrags eine neue Aufgabe, da die Demokratie davon lebt, dass wohl informierte Menschen auf der Basis von Fakten Positionen abwägen, Stimmungen einschätzen und Entscheidungen treffen können, so Schwab. Es sei deshalb vollkommen schlüssig, dass im baden-württembergischen Bildungsplan 2016 die Leitperspektive Medienbildung festgeschrieben wurde, die in allen Schularten fächer- und jahrgangsübergreifend zu berücksichtigen ist. Kinder und Jugendliche sollen mit den Herausforderungen der Mediengesellschaft selbstbewusst umgehen und die dafür erforderlichen Fähigkeiten erwerben. Neben einer reflektierten und verantwortungsbewussten Nutzung der Medien gehöre dazu auch die überlegte Auswahl aus der Medienvielfalt in Schule und Alltag. „Bei der Erfüllung dieses Auftrags bietet das Projekt ,Faktenchecker’ der Fränkischen Nachrichten eine willkommene Unterstützung, die wir am Burghardt-Gymnasium gerne und dankbar annehmen.“

Den richtigen Umgang lernen

Simon Schmeiser, einer der betreuenden Lehrer, unterrichtet die Schüler in Gemeinschaftskunde und meint: „Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Medien ist heutzutage besonders wichtig, auch wegen den Fake News. Es ist die Aufgabe der Gesellschaft, diese zu erkennen und zu enttarnen. Um das zu gewährleisten, ist es wichtig, sich verlässlich und regelmäßig zu informieren.“ Auch deshalb liege ihm der Umgang mit der Tageszeitung am Herzen. ms

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