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Internetplattform vorgestellt „GenussRegion Neckar-Odenwald“ zeigt an, welche Betriebe Bio-Lebensmittel verkaufen

Ohne Umwege direkt auf den Teller

Archivartikel

„GenussRegion Neckar-Odenwald – Heimat schmecken und erleben!“ heißt das neue Verbraucher- und Erzeugerportal des Landkreises, das seit wenigen Tagen online ist.

Neckar-Odenwald-Kreis. Quasi den Nerv der Zeit trifft das neue Internetportal des Landratsamtes mit dem Namen „GenussRegion Neckar-Odenwald – Heimat schmecken und erleben!“. Während vielerorts über den Klimawandel diskutiert und dafür oder dagegen argumentiert wird, soll die Plattform helfen, regionale Produkte anzubieten oder zu kaufen. Die Direktvermarktung gilt schließlich als die umweltfreundlichste Vermarktungsform von Lebensmitteln – vom Erzeuger direkt zum Konsumenten. Auf dem Kurgestüt Hoher Odenwald im Waldbrunner Ortsteil Mülben stellte Projektleiterin und Oberlandwirtschaftsrätin Marion Schmidt-Kowalke das Portal zahlreichen Ehrengästen und Interessierten vor.

Getreu dem Motto „Frische und Klasse statt Hochglanz und Masse“ können Direktvermarkter aus der Region damit eine Übersicht über ihre Produkte anbieten. Die Palette reicht von Obst und Gemüse über Grünkern und Käse bis hin zu Forellen, Obstbränden und Fleisch. Die Herkunft der Waren soll nachvollziehbar, die Produktion transparent und nachhaltig sein. „Uns fiel auf, dass es für Verbraucher gar keine Übersicht gab, wo sie regionale Lebensmittel einkaufen können“, erklärte Schmidt-Kowalke, wie es zur Entstehung der Plattform kam. Mit einem Infoabend im Oktober 2015 fing alles an, nachdem es zuvor nur Broschüren des Landkreises gab. „Die fortschreitende Digitalisierung bietet ganz einfach völlig andere Möglichkeiten und Chancen als bei einem Printprodukt“, meinte Landrat Dr. Achim Brötel bei der Vorstellung der „GenussRegion Neckar-Odenwald“.

Kulinarik und Urlaub

Vier Jahre nach dem Infoabend ging das Portal online – mit insgesamt 31 Betrieben. Dazu gehören 20 Direktvermarkter, ein Bäcker, eine Mühle, ein Metzger, fünf Urlaubsbauernhöfe sowie drei Betriebe, die auf ihren Höfen ein besonderes pädagogisches Programm anbieten.

Weitere Anbieter sollen folgen nach dem Willen der Verantwortlichen. Insgeheim hatten sie sich dennoch etwas mehr Unterstützung von den Betrieben erhofft, wie der Landrat zugab. „Letztlich ist es nicht nur in unserem Interesse, dass es dieses Portal gibt. Die Rückläufe waren bisweilen etwas zäh.“

Die Kernbotschaft „Wer weiter denkt, kauft näher ein“ ziele vor allem auf das Einkaufsverhalten der Menschen ab. „Wahrscheinlich würden viele behaupten, dass sie regional einkaufen, doch die Realität sieht vielfach anders aus“, so der Landrat. Und selbst wenn der Wille vorhanden sei, brauche es manchmal detektivische Fähigkeiten, um herauszufinden, wo man regionale Lebensmittel kaufen kann. „Genau deshalb soll die Internetplattform eine Brücke zwischen Erzeugern und Verbrauchern bauen.“ Schließlich gelte es auch, die Landschaft in der Region zu erhalten. „Frische und Qualität ohne lange Wege“, nannte es Brötel.

Bedeutung der Qualitätssiegel

„Einmalig in Baden-Württemberg“ bezeichnete Projektleiterin Marion Schmidt-Kowalke die Plattform, die nicht als Verkaufs-, sondern als Informationsportal dienen solle. Ausführlich stellte sie den Gästen den Internetauftritt vor, erklärte die einzelnen Bereiche und stellte deren Funktion dar.

So finden die Verbraucher auf der Website auch Informationen über die verschiedenen Qualitätssiegel oder aktuell anstehende Wochenmärkte. Dutzende Verlinkungen führen etwa zur Touristikgemeinschaft Odenwald oder auf die Internetseiten der einzelnen Betriebe. Schmidt-Kowalke machte auch klar: „Wir sind auf die Mithilfe der Betriebe angewiesen, zum Beispiel bei aktuellen Informationen über geplante Aktionen.“

Landwirtschaftsminister Peter Hauk meinte, dass die Direktvermarkter einen „unschätzbaren Wert“ für die Menschen vor Ort besitzen. „Es ist heutzutage wichtig, die Produkte zu kennen und die Erzeuger, die dafür verantwortlich sind. Das schafft Vertrauen.“ Mit Blick auf die aufkommenden Volksbegehren in Sachen Insekten- und Umweltschutz meinte Hauk nebenbei: „Wer zur Kulturlandschaft ,Ja’ sagt, muss auch in Kauf nehmen, dass Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Ein Ackerbau ohne diese Mittel geht auch nicht.“

Bevor der Mittag in den gemütlichen Teil überging, stellte Timo Grüber von der für die Website verantwortlichen Internetagentur Quellwerke technische Aspekte vor und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt.

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