Buchen

Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim Bei der 73. Mitgliederversammlung in der Buchener Stadthalle wurden Mitglieder geehrt

Nachfrage von Ort zu Ort unterschiedlich

Einen Gesamtbestand von 613 Wohnungen hat die Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim, deren 73. Mitgliederversammlung in der Buchener Stadthalle stattfand.

Buchen. Auf das geschmackvolle Intro von Anja Schlundt (Violine) und Istvàn Koppànyi (Flügel) von der Musikschule Bauland folgte am Donnerstag in der Stadthalle Buchen die Begrüßung von Aufsichtsratsvorsitzendem Ekkehard Brand, der von „effektiver Arbeit zur qualitativen Verbesserung des Bestands“ sprach; Bürgermeister Roland Burger würdigte das erfolgreiche Bestreben, gutes Wohnen in allen Preislagen und damit regionale Lebensqualität zu ermöglichen. Nach den Totengedenken gab Brand den Prüfungsbericht der gesetzlichen Prüfung für das Geschäftsjahr 2018 bekannt. Erneut bescheinigte der Verband baden-württembergischer Wohnungsunternehmen (vbw) vollumfängliche Wahrnehmung aller Pflichten bei stets geordneter Vermögenslage.

Kritische Töne

Herzstück des Abends war der von geschäftsführendem Vorstand Thomas Jurgovsky vorgetragene Geschäftsbericht. In diesem schlug er durchaus auch kritische Töne an und attestierte Politik und Gesellschaft, durch ideologische Konfrontationen sachliche Planungen zu konterkarieren. „Jenseits großer Sonntagsreden geschieht wenig“, merkte er an und ließ wissen, dass Mieter und Vermieter zusehends überfordert seien. Die Politik müsse reagieren, indem trotz Energiewende und demografischem Wandel bezahlbarer Wohnraum bereit gestellt werde. Bei der Familienheim-Baugenossenschaft Buchen-Tauberbischofsheim jedoch könne man zufrieden sein. So erinnerte Jurgovsky an Projekte wie die Komplettsanierung des Hauses „Beim Lindenhain 10“ in Buchen mit neuen Stellplatzflächen und ein besonderes, unweit davon errichtetes Leuchtturmprojekt: Das Anwesen „Beim Lindenhain 8a“ wurde im März 2019 nach 18 Monaten Bauzeit eröffnet und bietet elf barrierefreie Zweizimmerwohnungen, zu deren Standard auch überbreite Stellplätze (3,50 Meter Breite) wie automatisch öffnende Hauseingangstüren und Bildsprechanlagen gehören. „Alle Wohnungen sind vermietet“, freute sich Jurgovsky und schilderte, dass man trotz der für den ländlichen Raum vergleichsweise hohen Mietpreise „genau den Geschmack der Leute“ getroffen habe. Ein ansprechender Kurzfilm porträtierte die Baufortschritte.

Den weiteren Verlauf bestimmten Zahlen und Fakten: Der aktuelle Immobilienbestand umfasst 613 Wohn- und sechs Gewerbeeinheiten; nach dem Verkauf unrentabler Altbestände werden mit geringerem Bestand höhere Einnahmen erwirtschaftet. Zuletzt standen 16 Wohnungen leer; ein Objekt in Tauberbischofsheim wurde veräußert. Die für Modernisierung und Instandhaltung aufgewendete Summe im Geschäftsjahr 2018 belief sich auf 1 332 137 Euro; zum Jahreswechsel 2018/19 hatte die Genossenschaft 1275 Mitglieder mit insgesamt 4100 Anteilen; die Fluktuation lag bei 72 Wohnungswechseln. „Die Nachfrage nach genossenschaftlichen Mietwohnungen war von Ort zu Ort unterschiedlich“, betonte Jurgovsky. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 lag der Mietpreis für die Wohnungen bei im Schnitt 5,88 Euro, für die Pflegeheime 8,73 Euro und für die Gewerbeeinheiten bei 6,49 Euro pro Quadratmeter. Gesteigerter Wert wurde bei Sanierungen vor allem auf energiesparende Maßnahmen gelegt; im laufenden Jahr wurden Objekte in Höpfingen und Lauda modernisiert, Brandschutzkonzepte erarbeitet und zahlreiche Kleinprojekte verwirklicht. Im Prüfbericht des Geschäftsjahres 2018 wies Aufsichtsratsvorsitzender Brand auf die Bilanzsumme von 30,6 Millionen Euro hin; der Bilanzgewinn in Höhe von 18 619,65 Euro wird zur Ausschüttung einer dreiprozentigen Dividende auf bestehende Genossenschaftsanteile verwendet.

Fruchtbare Zusammenarbeit

Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat übernahm Dr. Klaus-Dieter Roos (Siedlungswerk Baden), der für die beeindruckenden Leistungen der Genossenschaft in Sachen Wohnungsbau sowie die jederzeit fruchtbare Zusammenarbeit dankte. Geringfügige Personalveränderungen ergaben sich im Aufsichtsrat: Während Heribert Fouquet (Hardheim) und Ekkehard Brand (Seckach) wieder gewählt wurden, rückte Hubert Mühling (Altheim) für den ausgeschiedenen Horst Hollenbach (Boxberg) nach und wurde nach kurzer Selbstvorstellung einstimmig in das Gremium gewählt.

Für jeweils 25-jährige Mitgliedschaft wurden Chamoun Schamiram (Tauberbischofsheim), Hildegard Münkel (Rippberg), Tamara Rode, Vera Rzepka (beide Buchen), Klaus Hack (Gerolzahn), Günter Müller (Hettingen), Anatoli Netschunaew, Michael Palenga (beide Buchen), Michael Schachner (Walldürn), Sinaida Schneider (Buchen) und Peter Waligora (Lauingen/Donau) geehrt. Die Ehrung für 50 Jahre nahmen Rosa Frank (Hardheim), Wilfried Ahlers (Krautheim), Erwin Geier (Königheim), Gerd Giebel (Buchen), Friedrich Kuhn (Tauberbischofsheim), Hermann Lorenz (Buchen), Hans Schwenk (Osterburken) sowie Manfred Wiltschko Adelsheim) entgegen.

Der abschließende Dank Ekkehard Brands galt dem geschäftsführenden Vorstand Thomas Jurgovsky, nebenamtlichem Vorstand Bürgermeister Markus Günther (Walldürn) sowie Belegschaft und Teilhabern. Mit einem Imbiss wurde der gemütliche Teil eingeleitet. ad

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