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Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald Gebührenbescheide werden an über 60 000 Haushalte verschickt

Müllvermeidung hat auch ökonomische Vorteile

Neckar-Odenwald-Kreis.Die Gebührenbescheide der Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald (KWiN) werden dieser Tage an die rund 60 000 Haushalte im Neckar-Odenwald-Kreis verschickt.

Die neue Abfallgebühr setzt sich aus einer Grund- und Leistungsgebühr zusammen. Die Grundgebühr fällt für jeden Haushalt an, auch bei Teilnehmern von Müllgemeinschaften oder verschiedenen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Mit der Grundgebühr sollen abfallwirtschaftliche (Fix-)Kosten abgebildet werden, ähnlich den Bereitstellungskosten beim Gas- oder Stromanbieter. Hierzu zählen zum Beispiel Kosten wie die Grüngut- und Bioabfallverwertung, die Altholzentsorgung und die Problemstoffsammlung, aber auch allgemeine Kosten wie Personalkosten, Abschreibungen und Gemeinkosten. Die Leistungsgebühr orientiert sich linear an der Größe der Restmülltonne und beinhaltet verschiedene Entsorgungsleistungen wie die Restmüllsammlung und -entsorgung und die Sperrmüllentsorgung.

Hatten sich die Müllgebühren im Landkreis immer unterhalb der durchschnittlichen Preissteigerungsrate entwickelt – die letzte Erhöhung war 2015 – war nun laut der KWiN eine Gebührenerhöhung aufgrund der Rahmenbedingungen unumgänglich. „Die Entsorgungskosten für Rest- und Sperrmüll, Bioabfall, Grüngut und Altholz sind in den vergangenen Jahren permanent gestiegen – im Zeitraum von 2014 bis 2020 um den Faktor 1,5“, so der Bereichsleiter der Abfallwirtschaft, Thomas Gambke. Hinzu kämen weitere Kostensteigerungen für Personal, Logistik und Betriebsmittel. Leider befänden sich die aktuellen Markterlöse für Wertstoffe und Altpapier auf einem nahezu historischen Tief. Zwischenzeitlich gib es Landkreise, in denen alleine die Papiertonne mit einer Jahresgebühr von bis zu 40 Euro bepreist wird.

Das neue Gebührensystem für den Neckar-Odenwald-Kreis: Für einen normalen Haushalt fällt die Grundgebühr von 94,96 Euro und die Leistungsgebühr für eine 60-Liter-Restmülltonne von 108,99 Euro an, also insgesamt 203,95 Euro. Bei einer Restmülltonne mit 80 Liter wären es insgesamt 240,29 Euro, bei 120 Liter 312,95 Euro. Bei Müllgemeinschaften fallen pro Haushalt die Grundgebühr an, die Leistungsgebühr für die Restmülltonne kann geteilt werden. Haushalte einer Zweier-Müllgemeinschaft zahlen somit jeweils bei einer 60-Liter-Restmülltonne 149,46 Euro, bei einer 80-Liter-Tonne 167,63 Euro und bei 120-Litern 203,96 Euro. Die neuen Gebührenbescheide mit den entsprechenden Berechtigungsnachweisen werden dieser Tage per Post an die Haushalte zugestellt. Vorausgegangen waren umfangreiche Datenerfassungen bei den Haushalten im Landkreis. Über 60 000 Haushalte mussten seit Jahreswechsel erfasst und entsprechende Aufträge im System hinterlegt werden.

Müllvermeidung ist nach Angaben der KWiN nicht nur ökologisch das Beste, sondern hätte auch ganz handfeste ökonomische Vorteile für die Bürger. Bei einer Reduzierung der gesamten Restmüllmenge um zehn Prozent würden sich die Entsorgungskosten um rund 400 000 Euro senken lassen. Genauso positiv wirkt eine saubere Trennung in „Bioabfall statt Restmüll“. Für jede Tonne Bioabfall, die vom Restmüll in die Bioenergietonne verlagert werden kann, ergibt sich ein Kostenvorteil von rund 90 Euro pro Tonne. Hier sei, so die KWiN, ein riesiges Potenzial erkennbar.

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