Buchen

Volksbank Franken in Buchen Die Veranstaltung „Das neue Jahr trifft Jazz und Lyrik“ fand am Mittwochabend in der Schalterhalle großen Zuspruch / Stefan Müller-Ruppert und die „Feinen Herren“ aktiv

Mit Musik und Reim viel gute Laune verbreitet

Bereits zum 15. Mal traf in der Schalterhalle der Volksbank Franken das neue Jahr auf Jazz und Lyrik.

Buchen. Stefan Müller-Ruppert rezitierte und sein Sohn Bastian Ruppert (Gitarre), Jürgen Zimmermann (Saxophon/Klarinette) und Hanns Höhn (Kontrabass) musizierten als „Feine Herren“. Kein Sitzplatz blieb am Mittwoch frei bei der Veranstaltung „Das neue Jahr trifft Jazz und Lyrik“ der Volksbank Franken.

Plötzlich waren alle witzig, unterhaltsam und einfach gut drauf. Nicht nur der Rezitator Stefan Müller-Ruppert und die Drei-Mann-Band „Feine Herren“, die allein aus diesem Grund engagiert wurden, sondern auch Persönlichkeiten, von denen man das weniger gewohnt ist. So las Bürgermeister Roland Burger eine Erzählung von Rachel Naomi Remen vor. Deren Großvater traf selbst kurzfristige Verabredungen immer nur mit dem Zusatz „So Gott will“. In diesem Sinne wünschte Burger den Anwesenden mehr Gelassenheit im neuen Jahr.

Persönliche Erlebnisse

Bankdirektor Klaus Holderbach, der wegen seines anstehenden Ruhestands unfreiwillig immer wieder in den Mittelpunkt der Veranstaltung rückte, trug dies mit Humor. Er parlierte in seinem Schlusswort, frei vom Redemanuskript, über persönliche Erlebnisse und Anekdoten aus den 1980-er Jahren. Dass Dr. Achim Brötel wie ein Landrat aussieht, aber mit seinen humorvollen Ansprachen eher als Entertainer wahrgenommen wird, hat sich auch im neuen Jahr nicht geändert. Der „zum Grüßen Geborene“ grüßte natürlich und dankte, wie alle Redner, der Volksbank für die Einladung und für die geniale Idee, Jazz und Lyrik auf eine Bühne zu bringen. Vielleicht ist die gute Laune, die sich durch den ganzen Abend zog, doch dem Jahreswechsel geschuldet. Denn vor dem offiziellen Beginn wurden fleißig Hände geschüttelt und Neujahrswünsche ausgesprochen. Und mancher der Anwesenden schien schon allein aus dem Grund, eine der begehrten Eintrittskarten erhalten zu haben, dankbar, froh und voll guter Laune zu sein.

Dass dies so blieb, verdankte man auch den drei Musikern. Bastian Ruppert moderierte auf originelle und charmante Weise. Außerdem hatten die „Feinen Herren“ auf modernen Jazz und auf unmelodiöse, im Nirwana verdudelnde und swingende Endlos-Stücke verzichtet. Stattdessen erklangen zu Beginn zwei gefällige Stücke des Bandmitglieds Jürgen Zimmermann sowie ein Arrangement von „Play it again“ aus dem berühmten Film „Casablanca“.

Ihren zweiten Auftrittsblock begannen die „Feinen Herren“ romantisch mit „Warum willst du andere fragen“ von Clara Schumann nach einem Liebesgedicht von Friedrich Rückert. Es folgte „Take the A-train“ von Duke Ellington. Und schließlich folgten „Smile“ von Charly Chaplin, sowie von Glenn Miller die „Moonlight Serenade“ und „Chattanooga Choo Choo“, auch bekannt als Udo Lindenbergs „Sonderzug nach Pankow“.

Zum Abschluss würdigten die „Feinen Herren“ den Noch-Bankdirektor Klaus Holderbach mit Stücken seiner regionalen Lieblingsband „Taigers“: Sie spielten „Amapola“ und „Swinging Safari“ von Bert Kaempfer. Die Zugabe widmeten sie dem Pop-Duo „Simon & Garfunkel“, dem das Ehepaar Holderbach in früheren Jahren sehr zugeneigt war. Nach „Mrs. Robinson“ begann der gesellige Teil der Veranstaltung.

Stefan Müller-Ruppert griff bei seiner Auswahl an Gedichten immer wieder auf Jahrestage zurück. So überraschte er bei Wilhelm Buschs Gedicht „Über das Älterwerden“ mit einer zusätzlichen Strophe über die Volksbank Franken, die in diesem Jahr 150 Jahre alt wird. Weitere Rezitationen widmete er Theodor Fontane, der vor 200 Jahren geboren wurde, unter anderem mit „Und es kribbelt und wibbelt weiter“ sowie dem berühmten „Herr von Ribeck auf Ribeck im Havelland“. Heinz Erhardt ist vor 40 Jahren gestorben. Müller-Ruppert präsentierte dem Publikum deshalb seine humorvollen Gedichte „Warum die Zitronen sauer wurden“, „Die Kellermaus“ und „Die Made“.

Mit Blick auf Klaus Holderbach hatte Stefan Müller-Ruppert einige literarische Werke ausgewählt, die einem Pensionär als Anregung für seinen Zeitvertreib dienen könnten. Mit Texten unter anderem von Reinhard Mey und dem Mundartdichter Harald Hurst brachte er nicht nur den Bankdirektor zum Schmunzeln.