Buchen

Neckar-Odenwald-Kliniken Nach einem Defizit von rund zwölf Millionen Euro im Jahr 2019 wird an der Sparschraube gedreht

Mit klarem Auftrag ins neue Jahr

Archivartikel

Neckar-Odenwald-Kreis.Kein gutes Jahr für die Neckar-Odenwald-Kliniken. Zunächst wird klar, dass das wirtschaftliche Ziel 2018 deutlich verfehlt wurde. Geplant war ein Verlust in Höhe von 4,5 Millionen. Tatsächlich waren es am Ende dann trotz deutlich gestiegener Fallzahlen jedoch 7,1 Millionen Euro. Nur wenig später der nächste Schock. Das Negativergebnis für 2019 wird sich wohl bei über zwölf Millionen Euro einpendeln. Die Notbremse wird gezogen.

„Wir sind damit als Träger am Ende unserer Leistungsfähigkeit angelangt“, unterstrich Landrat Dr. Achim Brötel, als sich abzeichnete, dass das Ergebnis der Kliniken für 2019 deutlich schlechter als angenommen wird. Brötel stellte sich hinter die Beschäftigten: „Die Mitarbeiter können nichts dafür, dass uns die Politik immer mehr die Luft zum Atmen nimmt.“

Deutlicher wurde der Landrat bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Klausurtagung. Die Verantwortlichen der Neckar-Odenwald-Kliniken hatten in Anbetracht der immer weiter steigenden Defizite ein Zukunftskonzept erarbeitet. Bis 2023 soll sich das Defizit bei dauerhaft weniger als fünf Millionen Euro einpendeln, im nächsten Jahr dürfen es nicht über 7,7 Millionen Euro werden. „Ich hoffe deshalb sehr, dass wenigstens jetzt endlich der notwendige Ruck durch die Mannschaft geht. Eine weitere Chance wird es nach Lage der Dinge nämlich nicht mehr geben“, nahm Brötel auch die Belegschaft in die Pflicht.

Zwei zentrale Veränderungen soll es in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres geben. Am Standort Buchen werden die Allgemeinchirurgie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe konzentriert – langfristig rechnet man mit 1000 Geburten pro Jahr und will dieses Angebot so für den Kreis sichern. Für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie und Akutgeriatrie ist in Zukunft allein Mosbach zuständig. Das letzte Wort über die Umstrukturierung hat am 29. Januar jedoch der Kreistag.

Spätestens Mitte 2020 wird sich im Fall einer Zustimmung des Gremiums zeigen, ob die ergriffenen Maßnahmen Früchte tragen. Denn dann geht es schon an den nächsten Kreishaushalt. Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen also nicht, ihre Maßnahmen wirken zu lassen – die Marke von 7,7 Millionen Euro ist gesetzt.

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