Buchen

Für zehn Monate in den USA Antonia Heilig aus Hettingen lernt als „Junior-Botschafterin“ Land, Leute und Kultur kennen / MdB Alois Gerig hat Patenschaft übernommen

Mit einem Koffer in Richtung Wyoming

Archivartikel

Antonia Heilig aus Hettingen ist als „Junior-Botschafterin“ für zehn Monate in den Vereinigten Staaten. Sprache und Kultur interessieren sie besonders.

Hettingen. Erfahrungen prägen und bilden ein gutes Fundament für ein erfolgreiches und mit Bedacht gestaltetes Leben. Vor allem längere Auslandsaufenthalte können unschätzbar wertvolle Fortschritte dieser Art schenken – zum Beispiel im Falle der „Junior-Botschafter“ des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses: Seit 1983 nehmen die Stipentianten des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) aus dem in den Vereinigten Staaten verbrachten Jahr wichtige Impressionen mit zurück in ihre deutsche Heimat. Regelmäßig übernimmt MdB Alois Gerig die Patenschaft für junge Menschen aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber – heuer tut er das für Antonia Heilig aus Hettingen, die er dieser Tage besuchte.

Auf den Geschmack kam sie durch Till Möller aus Mudau, der bereits ein Jahr in den USA verbracht hatte. Doch der Weg bis zur Zusage war nicht einfach: Nach der Online-Bewerbung waren zahlreiche Formulare auszufüllen; für die enge Auswahlrunde wurde die 15-jährige Schülerin des Burghardt-Gymnasiums Buchen nach Karlsruhe einberufen. Danach folgte das endgültige Auswahlgespräch mit Alois Gerig. „Nicht nur gute Sprachkenntnisse sind von Bedeutung für eine solche Aktion – auch die psychische und physische Stabilität sowie die mentale Reife eines Bewerbers müssen vollumfänglich gewährleistet sein“, berichtet der Abgeordnete aus seinen Erfahrungen.

Das war auch das Ziel des einwöchigen Vorbereitungsseminars, das Antonia Heilig im Mai auf die Würzburger Frankenwarte führte: „Hier wurden wir über das Organisatorische in Kenntnis gesetzt – zum Beispiel habe ich erfahren, dass man nur einen Koffer für die Kleidung mitnehmen darf und daher bewusst zu packen hat“, schildert sie.

Freilich tritt man eine solche „Reise“ nicht mit den Wünschen eines klassischen Touristen an. Viel mehr hat Antonia Heilig klare Vorstellungen: „Ich möchte vieles lernen, selbstständiger werden, Sprache und Kultur kennen lernen und auch annehmen – im Grunde möchte ich wie eine US-Amerikanerin leben“, betont sie. Bei diesem Wunsch kann ihr sicher auch der Umstand helfen, dass sie in einer Gastfamilie wohnen wird – und zwar im Bundesstaat Wyoming. Das bedeutet dank neuer Medien, die ihr aus der USA gleichsam den Draht nach Hettingen gewährleisten werden, freilich auch keinen „Sprung ins kalte Wasser“: Über das soziale Netzwerk Instagram pflegt sie seit einigen Wochen Kontakt zu ihrer Gastfamilie, in deren Region Antonia Heilig auch die High-School besuchen wird. „Es ist schon gut, dass ich in eine ländliche Gegend in der gemäßigten Klimazone kommen werde – da ist der Unterschied nicht ganz so krass“, erklärt die Hettingerin und freut sich auf die kommenden zehn Monate, nach denen sie die elfte Klasse des BGB besuchen wird.

Erfahrungen sammeln

Alois Gerig freut sich indessen über die Wahl eines Mädchens aus seinem Wahlkreis. „Man kann durch diese nur einmal im Leben mögliche und auch gemeinhin recht begehrte Gelegenheit wertvolle Erfahrungen für seinen weiteren Lebensweg erhalten, seine Fremdsprachenkenntnisse erweitern und vielleicht auch Freundschaften finden“, bemerkt der CDU-Politiker. Das kann seit dem 7. August auch Antonia Heilig: Ab Frankfurt/Main hat sie an jenem Tag den rund zehnstündigen Flug nach Washington auf sich genommen und kann dort bereits „amerikanische Luft“ atmen.

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