Buchen

Geschwindigkeitsüberwachung zwischen Walldürn und Buchen Mit dem sogenannten „Enforcement Trailer“ den Verkehrssündern auf der Spur

Mit 185 Stundenkilometern unterwegs

Archivartikel

Mit einem ganz besonderen „Blitzer“ hat das Landratsamt Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen Walldürn und Buchen überprüft. Und war damit äußerst erfolgreich.

Buchen/Walldürn. Wer öfter mit dem Auto zwischen Walldürn und Buchen unterwegs ist, hat sicher schon einen utopisch wirkenden Anhänger wahrgenommen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Enforcement Trailer“ zur Geschwindigkeitsüberwachung an besonderen Punkten des Straßennetzes. Der Anhänger wird einfach am Einsatzort abgestellt und gewährleistet einen mehrtägigen autonomen Messbetrieb ohne Personaleinsatz.

Zwei Wochen lang stand der Blitzer vom 11. bis 25. Oktober an der B 27 zwischen Walldürn und Buchen. Die FN fragten beim Landratsamt nach dem Grund für die lange Verweildauer. Laut Pressesprecher Jan Egenberger wurde in der ersten Phase der Geschwindigkeitsmessungen vom 21. bis 28. Juni an der B 27 an gleicher Stelle mit dem „Enforcement Trailer“ eine hohe Anzahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.

„Überhöhte Geschwindigkeit steigert das Unfallrisiko. Bei über einem Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle ist nichtangepasste Geschwindigkeit die Unfallursache. Stationäre und auch regelmäßige Messungen an bestimmten Geschwindigkeitsmesspunkten bewirken, dass die Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit an die erforderlichen Beschränkungen anpassen und tragen somit zur Verkehrssicherheit bei“, erklärte Egenberger. Aufgrund der hohen Anzahl von Überschreitungen beim erstmaligen Einsatz des „Enforcement Trailers“ im Juni 2019 habe es sich angeboten, nochmals an gleicher Örtlichkeit Messungen in dieser Form durchzuführen, um eine Lenkungswirkung zu erzielen und Vergleichszahlen zu erhalten.

Überlegung nicht abgeschlossen

Sinnvoll sei ganz sicher die Erhöhung und Verbesserung der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer und damit seien auch weitere Einsätze an anderen Standorten im Neckar-Odenwald-Kreis folgerichtig. Die Überlegungen dazu seien aber noch nicht abgeschlossen. „Es werden aber weitere Stellen im Landkreis in Betracht gezogen“, stellte Egenberger klar.

Der Einsatz des Messgeräts biete sich unter anderem an, weil es mehrere Fahrspuren gleichzeitig messen könne und eine automatische Geschwindigkeitskontrolle an Stellen ermögliche, an denen eine Messung aufgrund fehlender Infrastruktur oder durch Gefährdung des Personals bisher nicht beziehungsweise nur eingeschränkt möglich gewesen sei. Der Trailer sei bisher angemietet worden – ein Kauf würde etwa 160 000 Euro kosten.

Erhöhte Regelakzeptanz

In der Woche vom 21. bis 28. Juni wurden laut Egenberger etwa 1150 Fahrzeuge geblitzt. Die höchste Geschwindigkeit habe bei 185 Stundenkilometern gelegen. Die Auswertung der zweiten Messphase im Oktober liege aber noch nicht vor. Die Erfahrung zeige aber, dass durch gezielte Verkehrsüberwachung ein lenkender Effekt zu erzielen sei. „Im Ergebnis sollte eine erhöhte Regelakzeptanz der Verkehrsteilnehmer und damit eine Steigerung der Verkehrssicherheit stehen“, verdeutlichte der Sprecher des Landratsamtes.

Das Landratsamt hat durch Bußgelder aus eigenen mobilen und stationären Geschwindigkeitsmessungen im Jahr 2018 rund 390 000 Euro eingenommen. Dem gegenüber stehen laut Jan Egenberger aber Personalkosten, Anschaffungskosten für die stationären Messanlagen und Kosten für die Wartung und Pflege der Geräte.

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