Buchen

Hilfsaktion Große Spendenbereitschaft in Buchens Bevölkerung für die vom Erdbeben betroffene Region Petrinja

Lkw voller Hilfsgüter machte sich nach Kroatien auf

Archivartikel

Buchen.Rege Betriebsamkeit herrschte am Dienstagvormittag auf dem Betriebsgelände der Firma Tomac in Buchen. Viele Helfer beluden einen Lkw mit Kartons und gefüllten Säcken. Sehr viele Firmen und Menschen, darunter auch die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes, hatten in den vergangenen Tagen bereitwillig Lebensmittel, Kleidung, Decken, Babynahrung, Desinfektionsmittel und Mund-Nasen-Bedeckungen für die notleidende Bevölkerung im Raum Petrinja gespendet.

Dort und in anderen Teilen Kroatiens hatte am 29. Dezember ein starkes Erdbeben Häuser, Straßen und Infrastruktur zerstört und viele Menschen obdachlos gemacht. Wegen starker Regen- und Schneefälle droht den Menschen derzeit außerdem eine Überschwemmung. Für die im Raum Buchen lebenden und aus Kroatien stammenden Kristijan Tosic, Suzana Jurjevic und Melanie Rebcak war es selbstverständlich, ihren Landsleuten zu helfen. Über soziale Medien informierten sie ihre Freunde über ihre Pläne. Und die Hilfsbereitschaft war überwältigend. Viele Menschen spendeten und brachten Kartons und Säcke zu den beiden Abgabestellen in Buchen und Hainstadt.

Dragan Knezic stammt aus Petrinja, das nur sechs Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt liegt. Seine Eltern leben wechselweise in Buchen und Petrinja. Derzeit halten sie sich in der vom Erdbeben betroffenen Region auf. Knezic ist aus diesem Grund gut informiert über die Lage in diesem Gebiet. Außerdem verfügt er über persönliche Kontakte zu Bürgermeistern und Kommunalpolitikern. Deshalb können die Helfer aus Deutschland die Hilfspakete besonders bedürftigen Menschen selbst aushändigen.

Am Dreikönigstag, morgens um 5 Uhr, machten sich die Fahrer Milorad und Goran Didovic mit einem Lkw sowie weiteren Helfer mit vier Pkw auf den Weg. Rund 900 Kilometer mussten sie bis zu ihrem Bestimmungsort zurücklegen. Die Initiative aus insgesamt über 30 Helfern arbeitete mit der Caritas Neckar-Odenwald zusammen, um die Einreisegenehmigung für Kroatien zu erhalten.

Da die Transporteure innerhalb von 72 Stunden wieder ausreisen wollten, benötigten sie keine Nachweise über negative PCR-Corona-Tests. Außerdem erhielten sie eine Genehmigung, auch am Feiertag mit ihrem Lkw auf Deutschlands Straßen unterwegs sein zu dürfen. Vor Ort überreichten die Helfer die Hilfsgüter direkt an die betroffenen Familien. So war gewährleistet, dass die Hilfe auch dort ankam, wo sie besonders benötigt wurde. mb

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