Buchen

Volkshochschule Buchen Bildungseinrichtung feiert am 20. September ihr 70-jähriges Bestehen

Lebenslanges Lernen für alle

Archivartikel

Die Buchener Volkshochschule feiert am 20. September 70. Geburtstag. Deutschlandweit gibt es die VHS seit 100 Jahren.

Buchen/Hardheim. Auch die offiziell seit 70 Jahren bestehende Volkshochschule Buchen reiht sich am 20. September in den Reigen der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Volkshochschule in Deutschland ein.

Wie der Geschäftsführer der VHS Sachsen, Professor Dr. Ulrich Klemm, in seinen Betrachtungen zu „Volkshochschulen – Pioniere eines lebenslangen Lernens für alle“ betont, gab es ab Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst verschiedene Bemühungen um Weiterbildung im Interesse der gesellschaftlichen Entwicklungen im Kontext der Industrialisierung und Technisierung durch die allmähliche Institutionalisierung der Erwachsenenbildung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts mündeten diese Bemühungen in einer Volkshochschulbewegung.

Neues Verständnis

Die Heimvolkshochschulbewegung aus Dänemark, die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung ab 1871 in Deutschland sowie die englische Universitäts-Ausdehnungsbewegung aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewirkten gemäß Darstellung von Klemm ein neues Verständnis von Volksbildung in Deutschland: Die Idee vom lebenslangen Lernen für alle war geboren. Diese wurde erstmals systematisch und dauerhaft von Volkshochschulen realisiert.

Bereits im Februar 2019 eröffneten die deutschen Volkshochschulen das Jubiläumsjahr mit einem Festakt. Dabei wurden die Bildungseinrichtungen als unverzichtbare Orte der demokratischen Bildung charakterisiert, an denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Orientierung begegnen, um miteinander und auch voneinander zu lernen, um Berührungsängste und Bildungsbarrieren abzubauen sowie um Chancengleichheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Rund 700 000 Veranstaltungen

99 Einrichtungen arbeiten bundesweit in mittelbarer oder unmittelbarer Trägerschaft der Städte, Gemeinden und Landkreise mit finanzieller Unterstützung der Länder und Drittmitteln des Bundes. Ihre rund 700 000 Lehrveranstaltungen werden jährlich von etwa neun Millionen Menschen besucht.

Nicht zuletzt spielen die Volkshochschulen zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine gewichtige integrationspolitische Rolle.

Mit Einführung des Integrationskurses als dem zentralen Bildungsinstrument in der Zuwanderungsgesellschaft werden Volkshochschulen zu dessen bundesweit stärkstem Anbieter.

Darum ist auch die Buchener VHS bemüht. Diese ist Mitglied im Volkshochschulverband Baden-Württemberg, also dem Fach- und Interessenverband der etwa 70 Volkshochschulen des Landes mit ihren rund 740 Außenstellen. Im Dezember 1949 fand eine Tagung statt, die auf Initiative von Landrat Schmerbeck zur Gründung des „Volksbildungswerkes für den Landkreis Buchen“ führte.

Doch bereits im August 1947 war die Gründung einer Einrichtung zur Erwachsenenbildung vorausgegangen, für die Dr. Ferdinand Peter im Januar 1948 eine erste Vortragsreihe eröffnete. Ab dem Jahr 1950 übernahm Helmut Stieber die Geschäftsführung. Die Bandbreite der Angebote war damals schon breitgefächert: Sprach – und Berufsbildungskurse, Reiseberichte, Filme und vieles mehr fanden reges Interesse. Die finanziellen Mittel waren begrenzt und es galt immer wieder zu improvisieren – sowohl von den Mitarbeitern als auch von den Referenten.

Erster hauptamtlicher Leiter der seit 1975 als Volkshochschule firmierenden Bildungseinrichtung wurde im Jahr 1969 Erwin Satke, in dessen Führungszeit auch die Abendrealschule ihre wertvolle Arbeit als wichtige Ergänzung der Angebote aufnahm. Ihm folgte als Nachfolgerin im September 1983 Dagmar Petters und nach ihr übernahm Renate Andres als derzeitige Leiterin zielstrebig die Führung.

Die Volkshochschule Buchen hat Außenstellen in Adelsheim, Hardheim, Höpfingen, Mudau, Osterburken, Ravenstein. , Rosenberg, Seckach und Walldürn. Neben den jeweiligen Leitern wurde die Arbeit auch von verschiedensten Persönlichkeiten nachdrücklich geprägt, die gemäß ihren Vorstellungen eigene Schwerpunkte setzten.

Die lange Nacht der Volkshochschulen am Freitag, 20. September, wird Teil des Jubiläumsprogramms zum 100-jährigen Bestehen der Volkshochschulen und erstmals bundesweit stattfinden.

Um 18 Uhr geht es los

Die Feierlichkeiten in Buchen starten am 20. September um 18 Uhr. Im Festverlauf wird auch der Weg der VHS bis hin zur heutigen Einrichtung mit ihrem Gebäude in der Kellereistraße 48 veranschaulicht.

Stolz sein kann der Standort auch auf die von ihr in verschiedensten Bereichen erbrachten Leistungen, die jeweils wie auch schon anlässlich des 50-jährigen Bestehens im Jahr 1999 in den Semesterprogrammen angekündigt werden.

Aus diesem Anlass erschien zudem eine umfassende Broschüre mit einem informativen Streifzug durch die Buchener VHS-Geschichte.

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