Buchen

Stadtrundfahrt des Gemeinderates In Buchen, Hainstadt, Hettingen, Eberstadt, Bödigheim, Waldhausen und Oberneudorf Station gemacht

Laufende und geplante Maßnahmen im Fokus

Bei der kommunalpolitischen Stadtrundfahrt verschafften sich die Teilnehmer einen unmittelbaren Eindruck von bereits laufenden oder geplanten Maßnahmen.

Buchen. Die erste Station bei der Stadtrundfahrt des Buchener Gemeinderates war noch zu Fuß zu erreichen. Beim Fitnessparcours Schulzentrum läuft das „Grüne Band der Stadt“ vom Hasenwald kommend vorbei und führt über die Schulhöfe hin zur „alla hopp!“-Anlage mit Verknüpfung zum neuen Mehrgenerationentreff. Mit Boule-Platz, Beach-Volleyball, Bolzplatz und den neuen Sportgeräten, deren Möglichkeiten von Turnern des FC Hetingen demonstriert wurden, wurde ein neues Angebot geschaffen, das von Schülern und Bürgern gleichermaßen genutzt werden kann, wie Bürgermeister Roland Burger hervorhob.

Bauflächenbedarf sichern

Weiter ging es mit dem Bus zu den Baugebieten „Bremmwiese“, das bereits ausverkauft ist, und „Marienhöhe“, womit man in Buchen auf Jahre hinaus den Bedarf an Bauflächen für die Kernstadt sichern will. In den nächsten 20 Jahren sollen auf rund 35 Hektar Fläche Bauwilligen bis zu 340 Bauplätze zur Verfügung gestellt werden können. 20 Hektar sollen tatsächlich bebaut werden, 8,5 Hektar sind im Planungskonzept als Grünflächen vorgesehen. „2020 wollen wir in die Erschließung einsteigen, weil schon jetzt über 100 Reservierungen für einen Bauplatz bei der Stadt vorliegen“, erklärte Burger. Im Baugebiet „Marienhöhe“ sollen nicht nur Ein- und Zweifamilienhäuser oder Reihenhäuser entstehen, sondern auch dem Bedarf an Mietwohnungen Rechnung getragen werden.

Der Bahnhofstraße, die aktuell für mehr als 600 000 Euro generalsaniert wird, galt in Hainstadt das Interesse des Rats. Um sich Kosten zu teilen und die Belastung der Anwohner auf ein Mindestmaß zu reduzieren erfolgt die Straßenerneuerung zusammen mit den Stadtwerken, die den Austausch der Versorgungsleitungen vornehmen und auch Glasfaserkabel mit verlegen. Von gestiegenen Kosten berichtete der Bürgermeister beim Kindergarten St. Anna, der ein wesentlicher Baustein im Kindergartenkonzept der Stadt ist. Statt der geplanten 800 000 Euro muss die Stadt nun 1 080 000 Euro in die Hand nehmen, um durch Umbauten im Gebäude und Nutzung und Sanierung der ehemaligen Schwesternwohnungen die Kapazität des Kindergartens von 90 Plätzen auf 135 Plätze zu erhöhen. Es werden zusätzlich zwei Gruppen für Kinder über drei Jahre und eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren entstehen. Über den gelungenen Anbau/Verbindungsbau zwischen den beiden Gebäuden der Lebenshilfe in Hainstadt informierte anschließend Bernd Rathmann, wobei die Ratsmitglieder auch einen Blick in den neuen Garten des auf Tagespflege spezialisierten Rüdt-von-Collenberg Hauses werfen konnten.

Fit für die Zukunft

Vorbei am Baugebiet „Neue Gärten“, das auf 13 733 Quadratmetern 13 Bauplätze bietet, machte sich der Rat auf den Weg nach Hettingen, wo zunächst das Baugebiet „Oberhölzle“ mit seinen 20 Bauplätzen besichtigt wurde. Dann ging es in den Hasenwald. Mehr als 380 000 Euro sind aus Mitteln der Stadt Buchen und des Leader-Förderprogramms für die ländlichen Räume in die Sanierung und Erweiterung der Naherholungsanlage geflossen. Laut Bürgermeister Roland Burger sei die Anlage nun fit für die Zukunft. Teilweise wurden komplett neue Gehege gebaut, teilweise wurden die Gehege saniert und tiergerecht umgestaltet.

Eberstadt war das nächste Ziel, wo Halt am Farrenstall gemacht wurde. Unter Förderung der europäischen Union entsteht dort ein Gemeinschaftsraum, der der Bevölkerung für verschiedenste Anlässe zur Verfügung stehen soll. Ortsvorsteher Nico Hofmann stellte dann beim Möbelhaus Grammlich die Planungen zur Renaturierung der alten Kläranlage in Verbindung mit der Schaffung eines Naherholungsgebietes für die Bevölkerung vor (die FN berichteten). Hofmann betonte, dass dies keine Konkurrenz zum Hasenwald darstellen solle. Auch neuer Baugrund soll in Eberstadt entstehen. Das Thema werde laut Burger angegangen, jedoch glaube er nicht an einen Erschließungsbeginn im nächsten Jahr.

In Bödigheim warf der Rat den Blick auf das schon recht alte Baugebiet „Innerer Hofacker“. Noch weitere 24 Bauplätze seien dort möglich, zunächst würden aber nur fünf bis sechs realisiert, erklärte das Stadtoberhaupt. Vorbei ging es auch am Sägewerk Ühlein. Dies werde wieder aufgebaut, jedoch, so bedauerte Roland Burger, nicht als Sägewerk, sondern als Palettenhersteller.

In das Caritas-Pflegeheim St. Josef in Waldhausen, das nächste Ziel der Rundfahrt, wollte der Träger, der Caritasverband Mannheim, für Umbau und Modernisierung 5,7 Millionen Euro investieren. Daraus sollen mittlerweile, so war auf der Fahrt zu hören, zwölf Millionen Euro geworden sein. Ortsvorsteher Dieter Weber stellte dann das in unmittelbarer Nähe zum Pflegeheim angesiedelte Projekt „Bürgertreff“ vor, das er als sein Abschlussprojekt bezeichnete. Um Feste künftig auf dem Platz erleichtern zu können, soll ein feststehendes Gebäude errichtet werden, das Dinge wie Grillgerät, Spüle, Kühlschrank und Festgarnituren beherbergt – der Antrag sei bereits gestellt. Das Bushäuschen solle weg und in das neue Gebäude, etwa sieben Meter lang und viereinhalb Meter breit, integriert werden. Viel Eigenleistung soll erbracht werden, die Stadt die Materialkosten übernehmen. Weber möchte die Bodenplatte noch in diesem Jahr realisieren.

Auch von der Erschließung „Am Birkenflur“ machten sich die Stadträte ein Bild. Roland Burger sprach von einem echten Wettbewerb. Sechs Angebote seien abgegeben worden, wobei das teuerste bei 436 000 Euro gelegen habe, das günstigeste bei 387 000 Euro. Die Flächen der recht breiten Straße hätten von den Anwohnern übernommen werden können, doch sei dies nicht gewünscht gewesen. Man werde aber weitere Gespräche führen.

In Oberneudorf stand die Pflasterung des Dorfmittelpunkts im Fokus. Die Auftragssumme habe sich von 100 000 auf 110 000 Euro erhöht, weil eine Schotterstabilisierung nötig geworden sei. Der stellvertretende Ortsvorsteher Hemberger sprach von Baumschäden, die wohl ein Fällen nötig machen. Nun sollen die Bäume in Augenschein genommen werden.

Neuer Poller

Nach Buchen zurückgekehrt, stand zunächst der neue Poller am Stadtturm im Mittelpunkt des Interesses. Ein zweiter soll zu einem späteren Zeitpunkt im Bereich der Bäckerei Müller eingebaut werden. Die Einfahrtszeit werde – ist der Poller erst einmal aktiv – von 10 auf 11 Uhr verlängert, um Post und Anlieferverkehr ausreichend Zeit zu geben. Noch muss aber alles richtig eingestellt werden, ehe der Poller seinen Dienst aufnimmt. In der „Wilhelmstraße“ wird noch ein Löschwasserbehälter mit 200 Kubikmetern eingebaut, der vor dem Pavillonbau seinen Platz finden soll. Die Straße könne im Vollausbau aber laut Bürgermeister Roland Burger erst im nächsten Jahr fertiggestellt werden.