Buchen

SWR-Sendung In der Reihe „Kurpfälzer Köpfe“ ging es um „Die gebeutelte Kultur“ / Café del Mundo dabei

Lässige Rhythmen zu einem ernsten Thema

Archivartikel

Buchen/Mannheim.Wie können sich Künstler und andere Freiberufler in diesen Zeiten über Wasser halten? Wie entkommt man der Depression, wenn man nicht auftreten kann, Konzerte und Theateraufführungen absagen muss? Diese und andere Themen diskutierten sieben „Kurpfälzer Köpfe“, darunter Jan Pascal und Alexander Kilian von Café del Mundo, am Montagabend im SWR-Studio Mannheim-Ludwigshafen. Die beiden Musiker begleiteten die auch Sendung musikalisch. Zu sehen war das gut einstündige Gespräch, das live gestreamt wurde, zunächst nur über das Internet. Eine Radiosendung in SWR4 folgt noch.

Konzerte gestreamt

Unter dem Motto „Die gebeutelte Kultur“ waren Menschen zu Gast, die durch die Corona-Krise einen Großteil ihres beruflichen Lebens zeitweise aufgeben mussten und aktuell auch müssen. Das Gitarrenduo Café del Mundo, Jan Pascal und Alexander Kilian, streamte im ersten Lockdown im Frühjahr aus einer Fabrikhalle seine Live-Konzerte und trotzte so der Krise.

Weitere Gäste des SWR waren der Jazz-Trompeter Thomas Siffling, Regisseur Jörg Mohr, Stadtführerin Elke König, Schauspielerin Patricia Kain sowie Schwetzingens Bürgermeister und Bandleader, René Pöltl.

In seiner Vorstellung von Café del Mundo fragte Moderator Henry Barchet auch nach, wie man von Buchen aus musikalisch in der ganzen Welt erfolgreich sein könne. Alexander Kilian und Jan Pascal betonten, dass die Ruhe des Odenwalds inspirierend wirke. Außerdem: „If you can make it there, you make it anywhere“ – „wenn du es dort schaffst, schaffst du es überall“–, so Jan Pascal schmunzelnd.

Dann ging es um den erneuten Lockdown. Bedauert wurde, dass man die Kultur Ende Oktober wieder einfach so „abschaltete“. Und das nicht nur, weil die Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit vielen Beschäftigten sei. Jan Pascal und mit ihm die anderen „Köpfe“ vermissten den „Aufschrei“ angesichts des Lockdowns für Theater und Konzerthäuser. Zumal diese viel Geld und Mühen in die Erfüllung der Auflagen investiert hätten.

Mehr Widerspruch erwartet

Vor allem von den „großen“ Kollegen habe man sich mehr Widerspruch erwartet. Von den normalen Theater- und Konzertgängern dagegen weniger. „Unser Publikum ist eher leise. Das sind nicht die Leute, die schreien und auf die Straße gehen“, war man sich einig.

Alexander Kilian und Jan Pascal berichteten, welchen Schock der Lockdown im Frühjahr für sie bedeutete. „Ich konnte wochenlang kein Instrument mehr anfassen“, so Kilian. Ob die „Stille“ auch eine Chance darstellt – so sehen es Café del Mundo – , wurde dagegen kontrovers diskutiert. Der finanzielle Verlust der zurückliegenden Monate für die Künstler war ebenso ein Thema wie die „Negativspirale“ der drohenden Depression, die Vor- und Nachteile des „Streamens“ von Theater und Konzerten im Internet oder die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Lockdowns gerade für die Konzerte, Theater und Museen.

Zum Schluss der Sendung fragte SWR-Moderator Henry Barchet noch in die Runde, wie man die Zukunft einschätze. Dabei wurde klar, dass kaum einer der „Köpfe“ daran glaubt, dass die Theater, Restaurants und Clubs im Dezember wieder aufmachen werden. Und wenn, dann sei fraglich, ob die Leute wieder kommen. Denn das Publikum habe Angst.

„Man muss positiv bleiben“

Doch „die Leute wissen, was sie vermissen, so René Pöltl. Auch Thomas Siffling erklärte: „Das nächste Jahr wird ein gutes Jahr“. „Man muss positiv bleiben“, so das Fazit. Mit „Winterhauch“ von Café del Mundo, dem eher melancholischen, titelgebenden Stück der neuen CD des Duos, die inzwischen im Webshop bestellt werden kann, klang die Runde aus.

Die Sendung kann man online nachlesen und nachhören im Netz bei swr4.de/mannheim. sab

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