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Prunksitzung der FG „Heeschter Berkediebe“ Fünfstündiges Spektakel in der Mehrzweckhalle sorgte für gute Unterhaltung

Kräftig an der Stimmungsschraube gedreht

Ein närrisches und zugleich niveauvolles Programm erwartete am Samstag die zahlreichen Besucher der Prunksitzung der FG „Heeschter Berkediebe“.

Hainstadt. Wortgewandte Büttenreden bereicherten das fünfstündige Spektakel in der Mehrzweckhalle ebenso wie schmissige Tänze und fröhliche Klänge der Musikkapelle Hainstadt unter Leitung von Thomas Münch. Durch das Ensemble bestens eingestimmt, erhob sich der närrische Hofstaat um Punkt 19.46 Uhr zum farbenfreudigen Einzug. Mit dreifach-kräftigem „Heescht Helau“ begrüßte der neue, in die Fußstapfen Bernd Hirschs tretende Präsident Jörg Rathmann die zahlreichen Besucher sowie die Gastabordnungen aus dem Narrenring Main-Neckar, für die Jürgen Farrenkopf (FGH 70 „Höpfemer Schnapsbrenner“) mit dem Verweis „Fastnacht macht das Leben bunt“ einen kurzen Gruß sprach.

Kurz erinnerte Rathmann an den Jahresorden, der unter dem Moto „In Heescht Reggi’iert de Ortschaftsrat jetzt die Queen of Granulat“ die neue Ortsvorsteherin Regina Schüßler verewigt. Dann freilich hieß es „volle Kraft voraus“ für das Narrenschiff. Begeistert umjubelt mit „Applausrakete“ wurde mit dem schwungvollen Tanz der von Melanie Kraft und Dorothee Rudolph trainierten Kindergarde gleich der erste Programmpunkt. Was die Heeschter Jugend zu leisten vermag, zeigten auch die nächsten Highlights. So berichtete die kleine Büttenrednerin Antonia Rathmann unter dem Schlagwort „Mein Papa macht Diät“ über die Väter von heute, um den Schlankheits- und Fitnesswahn sowie den Familienalltag auf die Schippe zu nehmen. Eine akrobatische Meisterleistung war der Auftritt des von Sonja Felleisen trainierten Tanzmariechens Silja-Maria Fieger: Vom flotten Tanzschritt bis zur Rolle vor- und rückwärts war zur Freude des Publikums alles geboten.

Nicht zweimal bitten ließ sich der Jungelferrat mit Cora-Eluisa Krüger, Silja-Sofie Krüger, Nico Henk und Elisa Scheuermann: Ihre bunte Nummer „YMCA“ bot turbulente Bewegungen im strikten Discorhythmus, die spontane Mitwirkung des Elferrats und Ewald Henk am Marterpfahl (trainiert von Petra Henk, Tanja Krüger und Beate Scheuermann). Ein sympathisches Spiel mit Klischees rund um die Welt der Männer präsentierte der einfallsreiche Schautanz des von Melanie Hemberger und Carolin Ramburger trainierten Show-Ensembles der Spielvereinigung Hainstadt: Nachdem aus wackeren Feuerwehrmännern gestandene Superhelden geworden waren, war auch die Zugabe ein gern erfüllter Wunsch.

Klasse für sich

Eine Klasse für sich war einmal mehr der begnadete Büttenredner Dirk Hemberger, der als authentisch kostümierte „Queen vom Elferrat“ den Gegenentwurf zur „Queen of Granulat“ verkörperte. In Versform packte er die Herausforderungen aus dem Leben als Frau beim Schlips: Egal ob die Wahl zwischen Minirock und Maxikleid, giftige Chemie aus der Drogerie („Lipgloss und Puder – und jede Frau wird zum Boxenluder“), das morgendliche Aufstehen oder sexy Stützstrümpfe – nichts wurde ausgeklammert, „denn es ist nicht leicht, eine Frau zu sein“. Ein Hingucker nicht nur für Liebhaber klassischer Gardetänze war hernach die flinke Revue der von Dorothea Rathmann trainierten Seniorengarde.

Alle Lacher auf ihrer Seite hatten auch „zwee, die ohne Faschenacht net könne“ alias Dorothee und Gerhard Gramlich, die mit verschmitzter Leichtigkeit Thüringer und Berliner Politpossen aufs Korn nahmen, im Sinne einer gewissen „Greta Collenberg“ die Rückkehr zur klassischen Faschenacht („Fridays For Faschenacht“) empfahlen und mit dem Lied „Berkediebe klau’n aus Liebe“ an der Stimmungsschraube drehten. Gewiss durften auch neckische Seitenhiebe auf die Huddelbätze und den „Dürmer Aff“ nicht fehlen. Mit närrischen Grußworten bereicherten Bürgermeister Roland Burger und Ortsvorsteherin Regina Schüßler den Abend. Damit trafen sie den Nerv der Gäste ebenso wie der Schautanz „Schifffahrt ahoi – Matrosen außer Rand und Band“, mit dem die FG „Höhgöiker“ Glashofen auftrumpfte.

„Es lebe der Sport“

Das flotte Bühnenspektakel wich einem wohlbekannten Quartett: „Es lebe der Sport“ war das Kommando für Landrat Dr. Achim Brötel, Peter Fieger, Gerda Schmitt und Rita Müller, die mit humorigen Liedern und pointenreichen Ausführungen zum Fitnessvergnügen und nicht immer gesunden Essgewohnheiten zu Höchstform aufliefen. Das gilt auch für die von Lisa Okorafor trainierte und von Kristin Münch betreute Jugendgarde mit ihrem Bühnenspektakel sowie „Erna und Frieda“ (Elke Hemberger und Bianca Seitz), die wort- und wahnwitzig wie eh und je aus dem Leben als Stewardessen der „Flamingo Airlines“ und den auch dort spürbaren Auswirkungen des Klimawandels berichteten.

Durch die Woche tanzte sich danach die von Diana Schwarz-Berberich und Michaela Büchler bestens in Form gebrachte Männergarde mit ihrem anspruchsvollen Schautanz „A Man’s Week“. Sehr überzeugend waren hier neben den dynamischen Bewegungen auch die originellen Kostüme.

Ledig und erledigt

Das Leben eines nicht mehr ledigen und damit erledigten „Weicheis“ schilderte der Büttenredner Martin Gehrig (FG „Höhgöiker“ Glashofen), ehe es zu später Stunde etwas politisch wurde: Gern gesehene Gäste sind nämlich die Brüder des Amorbacher Klosterchors, die auf der „Zielgeraden“ auch heuer ein politisches Musik-Kabarett vom Feinsten präsentierten. Was auch immer die nationale und internationale Nachrichtenbühne beschäftigte – sie ließen es nicht aus und brachten das Publikum mit hintersinnig-humorvollen Versen zu den Melodien immer gern gehörter Schlager zum Lachen.

Vor dem Finale brillierten Jugend- und Seniorengarde (trainiert von Elli Hollerbach und Hannah Kreuzer) mit ihrer munteren Revue „Im Himmel ist die Hölle los“. Dann aber ging in Hainstadt die Party erst so richtig los: In der Mehrzweckhalle wurde noch kräftig gefeiert – Faschenacht ist schließlich nur einmal im Jahr.

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