Buchen

Informationsveranstaltung im Biomassezentrum Landwirte erhielten in Buchen wertvolle Einblicke / Wiederverwertung hat viele positive Effekte

Kompost aus der Region soll in der Region bleiben

Archivartikel

Buchen.„Wertvoller Kompost aus der Region für die Region“: Unter diesem Motto stand kürzlich eine Informationsveranstaltung der Bio-Musterregion Neckar-Odenwald in Kooperation mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) in Buchen.

15 000 Tonnen werden verarbeitet

Regionalmanagerin Ruth Weniger hatte Bio-Landwirte zu einem Vor-Ort-Termin ins Biomassezentrum der AWN eingeladen. Im Neckar-Odenwald-Kreis fallen auf den rund 40 Grüngutplätzen circa 30 000 Tonnen Grüngut pro Jahr an. Davon wird ungefähr die Hälfte, also rund 15 000 Tonnen, im AWN-Biomassezentrum weiterverarbeitet. Die Erfassung und Verteilung dieses Materials erfolge traditionell in enger Zusammenarbeit mit den Maschinenringen im Neckar-Odenwald-Kreis, informierte Martin Hahn, Leiter der AWN-Unternehmenskommunikation.

Den Ablauf der Verarbeitung und Verwertung des Grünguts erklärte Christian Gramlich, Leiter des Biomassezentrums, bei einem Rundgang. Das angelieferte Grüngut wird zunächst mit einem Schredder zerkleinert und dann mittels eines Sternsiebs in verschiedene Fraktionen sortiert.

Grobes und mittleres, holziges Material dient als Brennstoff oder kann in der Pyreg-Anlage zu hochwertiger Pflanzenkohle weiterverarbeitet werden. Diese Pflanzenkohle kann sehr vielfältig, auch in der Landwirtschaft, eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Herstellung von Edelkomposten (Terra-Preta), als Futterzusatz oder auch als Stalleinstreu. Feines Schredder-Material wird zunächst hygienisiert und kann dann unmittelbar als Kompost, unter anderem in der Landwirtschaft, eingesetzt werden. Unter kontrollierten Bedingungen wird ein Teil des Komposts zu wertvollem Nährhumus weiterverarbeitet zum Einsatz im Gemüseanbau, für Blumenbeete und für Topfpflanzen.

„Die Komposte der AWN sind seit Kurzem nach den Richtlinien von Bioland und Naturland zertifiziert und können dem entsprechend in der Bio-Landwirtschaft eingesetzt werden“, erläuterte Martin Hahn.

Weil ausschließlich Grüngut als Ausgangsmaterial verwendet wird, sind die Komposte der AWN auch praktisch frei von Fremdstoffen. Die hohe Qualität überzeugte die anwesenden Bio-Landwirte. Eingehend diskutierten die Landwirte mit den AWN-Verantwortlichen über die Nährstoffzusammensetzung, Einsatzmöglichkeiten zu verschiedenen Ackerkulturen und Ausbringungszeitpunkte.

Produzenten und Abnehmer

„Aus der Region für die Region: Diese wertvollen Komposte aus regionalem Grüngut können und sollen künftig auch auf Flächen von ökologisch wirtschaftenden Betrieben in der Region ausgebracht werden“, resümierte Ruth Weniger und dankte für die interessanten Einblicke im Biomassezentrum. „Der Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten ist zentrales Anliegen der Bio-Musterregionen. Regionale Wertschöpfung ist gut für unsere Umwelt und gut für die Region. Deshalb freut es mich, wenn es heute gelungen ist, Produzenten und Abnehmer von Bio-Kompost zusammenzubringen.“

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