Buchen

SPD-Kreistagsfraktion Öffentlichen Personennahverkehr im Blick

Kliniken als Grund- und Daseinsvorsorge

Archivartikel

Buchen.Nicht die Bearbeitung von Kreistagsunterlagen, sondern weitergehende Gedanken für den Kreis zu konkretisieren, war Inhalt einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion am Freitag in Buchen.

Zum ersten Schwerpunktthema referierte Karlheinz Graner über Tourismus und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), indem er funktionierende Projekte der Metropolregion Rhein-Neckar vorstellte, aber auch darlegte, wie eine Tourismusfahrkarte für eine ganze Region, wie in Teilen des Schwarzwaldes, Menschen dazu bewegen könne, vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Kostenlose Angebote seien zwar wünschenswert, doch die Gegenfinanzierung müsse erst einmal mitbedacht sein.

Langer Weg

„Und das ist ein langer Weg, vor allem, wenn nicht nur Hauptstrecken, sondern alle Ortsteile im ländlichen Raum erreichbar sein sollen“, so Graner. Wie bei der Schülerbeförderung könnten touristische Angebotsverbesserungen Anstoßideen zur Verbesserung des ÖPNV werden.

Keine Sitzung ohne Kliniken. „Es ist ein politischer Preis, den wir zu zahlen haben, indem wir die Kliniken als Grund- und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung weiter unterstützen“, sagte Georg Nelius. Aber es bleibe nicht aus, über Umstrukturierungen nachzudenken, wolle man eine Privatisierung oder ein möglicherweise größer werdendes Defizit vermeiden. Neue Formen der Kooperation seien zu suchen, insbesondere auch im geriatrischen Bereich und im Hinblick darauf, dass „wir älter werden und der Übergang vom Krankenhaus wieder nach Hause schwieriger wird, je mehr Pflege und Nachsorge nötig sind“, ergänzte Nelius.

Auch die medizinische beziehungsweise hausärztliche Versorgung müsse mitbedacht werden. Daher wäre ein kreisweites Gesundheitskonzept, so war sich die Fraktion einig, auch im Hinblick auf die sich weiterentwickelnden Angebote der Telemedizin, ein lohnender Ansatz. Dort solle von der Geburtshilfe bis zur Pflege, der Gewinnung und der Fortbildung von guten medizinischen und pflegerischen Fachkräften, auch Gemeindeschwestern, einschließlich der Beratung der Kommunen und der Entwicklung von Medizinischen Versorgungszentren oder Ärztehäusern alles zusammen laufen.

Sozialer Wohnungsbau

Ob sozialer Wohnungsbau Aufgabe des Landkreises ist, diese Ausgangsfrage, die von Herbert Kilian anmoderiert wurde, führte zu einer längeren Diskussion, in der kommunale und interkommunale Modelle in den Raum gestellt wurden. Einzelne Kommunen hätten bereits Sozialraumanalysen aufgestellt oder Projekte zusammen mit dem Landkreis weiterentwickelt. Der Neckar-Odenwald-Kreis habe in den vergangenen fünf Jahren gezeigt, dass es möglich sei, sich als Landkreis um das Thema Wohnen und Unterkunft mit den Kommunen zusammen zu kümmern. Daher könne es zukunftsweisend sein, barrierefreies, bezahlbares Wohnen, innerorts, auch im Benehmen mit Fragen des Denkmalschutzes, in eine kreisweite Kooperation Soziales Wohnen münden zu lassen. So könnten aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion auch aus Leerständen in der Ortsmitte bezahlbare, fair vermietete Wohnungen werden und vielleicht alternative betreuten Wohnformen angeboten werden.

Die Attraktivität des Landkreises und seiner Kommunen messe sich auch daran, was für Menschen in schwierigen Lebenssituationen getan werde. Daher müsse, so Dr. Dorothee Schlegel, über diese „freiwillige Sollaufgabe“ zusammen mit Fachleuten mehr als nur ein Gipfelgespräch auf Kreisebene geführt werden – auch, um zu prüfen, woher es Fördergelder geben könne. Heide Lochmann dankte den Fraktionskollegen für die vielfältigen Anregungen und Impulse, die wichtige Wegweiser für eine soziale Zukunft im Neckar-Odenwald-Kreis seien.

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