Buchen

Deponie „Sansenhecken“ Gemeinderat stellt sich hinter AWN-Antrag auf Änderungsgenehmigung zur Kapazitätserhöhung der Aufbereitungs- und Kompostierungsanlage

„Keine Auswirkung auf Geruchsimmissionen“

Archivartikel

Die AWN will auf der Aufbereitungs- und Kompostierungsanlage im Bereich der Deponie „Sansenhecken“ die Kapazitäten erhöhen. Am Montag wurde der Gemeinderat über die Pläne informiert.

Buchen. Thomas Gambke, Bereichsleiter für abfallwirtschaftliche Systeme bei der AWN, war in die Sitzung des Gemeinderates am Montagabend im Bürgersaal des Alten Rathauses gekommen, um die Pläne vorzustellen. Ein entsprechender Antrag auf Erhöhung des Anlagendurchsatzes der Grüngutaufbereitungs- und Kompostierungsanlage von 6000 auf 15 000 Tonnen pro Jahr liegt dem Regierungspräsidium Karlsruhe vor, das auch für die Genehmigung zuständig ist.

25 000 bis 30 000 Tonnen

Mit Hinblick auf ein Gesamtgrüngutaufkommen von etwa 25 000 bis 30 000 Tonnen im Neckar-Odenwald-Kreis, das auf den Grüngutplätzen beziehungsweise mit zwei Straßenaktionen gesammelt oder bei den Sommer-Bringterminen abgegeben wird, und dem Ziel der internen Verwertung des Grünguts zur Minimierung der sonst erforderlichen Zuführung zu externen Verwertungswegen beabsichtige die AWN die Erhöhung des Anlagendurchsatzes auf 15 000 Tonnen. Weiterer Antragsgegenstand ist der Einsatz einer neuen Aufbereitungstechnik für Grüngut – eine kombinierte Häcksel- und Siebmaschine.

Der holzige Anteil dient als Brennmaterial, der krautige Anteil wird in einem Hygienisierungsprozess zu Kompost (zum Beispiel für die Landwirtschaft) oder zu wertvollem Nährhumus verarbeitet. Mit der Erhöhung der Kapazität wäre die AWN in der Lage, etwa die Hälfte des im Kreis anfallenden Grüngutes vor Ort zu verarbeiten. Übermengen gehen in Kompostwerke, die zum Teil auch außerhalb des Landkreises liegen, was in Bezug auf Kosten und Anfahrtswege keine optimale Lösung darstellt.

Aufgrund neuester Maschinentechnik ist der erhöhte Durchsatz von 15 000 Tonnen bei gleicher Immission (Geruch, Lärm, Staub,) möglich. Ein leistungsfähiger Schredder zerkleinert das Material und gibt dieses direkt an ein Sternsieb weiter (kein rangieren und zwischenlagern), das in drei verschiedene Fraktionen (grob, mittel, fein) trennt. Durch die hochwertige Trennung wird auch erreicht, dass kompostiertes Grüngut nicht mehr abgesiebt werden muss. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass mit dieser Technik rund 50 Prozent statt bisher 20 Prozent des Eingangsmaterials als Brennstoff (holziges Material) verwendet werden kann. Der Brennstoff wird vermarktet und liefert somit einen Deckungsbeitrag für die Grüngutverwertung. Er sei bezüglich Geruchsimmissionen naturgemäß unkritischer als Kompost. Dies sei in einer Immissionsbeurteilung eines Gutachters bestätigt worden.

Ausschließlich Grüngut

„Die Kapazitätserhöhung hat keine Auswirkung auf die Geruchsimmissionen“, machte Gambke klar. Es handle sich ausschließlich um Grüngut, nicht um Abfälle aus der Biotonne. Auch Bürgermeister Roland Burger hob hervor, dass beim „Tag der offenen Tür“ selbst auf der Anlage kaum Geruch wahrnehmbar gewesen sei. Das Geheimnis liegt in der Qualität der neuen Sortierung, die ebenfalls beim „Tag der offenen Tür“ zu bestaunen war. „Wir haben zwar 150 Prozent mehr Input, aber nur 50 Prozent mehr gehen in die Kompostierung“, fasste der Bereichsleiter für abfallwirtschaftliche Systeme zusammen.

Das Eingangslager Grüngut wird weiterhin auf der Freifläche südlich der bestehenden Halle (Kompostierung/Betriebsbereich Pflanzenkohle) betrieben (800 Kubikmeter Lagervolumen). Das angelieferte Grüngut stammt ausschließlich von den Grüngutannahmestellen des Neckar-Odenwald-Kreises. Angeliefertes Grüngutmaterial lagert nicht dauerhaft im Eingangslager, sondern wird im „Batch-Betrieb“ verarbeitet. Entsprechend wird das Grüngut nach Erfordernis angeliefert (betriebliche Koordination der Grüngutannahmestellen), also nur wenn die kombinierte Häcksel- und Siebmaschine in Betrieb genommen wird. Hierdurch kann die durchschnittliche Lagerzeit auf maximal eine Woche reduziert werden.

Sämtliche Anlieferungen werden über die bestehende Wiegeeinrichtung an der Deponieeinfahrt der Deponie „Sansenhecken“ erfasst. Zur Vermeidung des Erreichens der Aufnahme- und Verarbeitungskapazitäten erfolgt die Dokumentation der angelieferten und verarbeiteten Grünabfallmengen sowie der ausgenutzten Lagerkapazität im Betriebshandbuch. Bei Überschreiten des genehmigten Kontingentes werden Anlieferungen durch die Betriebsleitung bis die Anlieferungs- und Verarbeitungskapazitäten wieder zur Verfügung stehen abgelehnt.

Westlich angrenzend an die Aufbereitungsfläche wird eine zusätzliche Betriebsfläche (asphaltiert) als Verkehrs- und Aufstellfläche der mobilen Gerätschaften eingerichtet.

„Die AWN hat Rechtsanspruch auf Genehmigung, wenn sie den Rechtsrahmen einhält“, erklärte Bürgermeister Roland Burger. Das sei gemäß den Vorlagen gegeben, weshalb der Gemeinderat in diesem Fall nichts zu beschließen habe, sondern lediglich gehört werde.

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