Buchen

Weihnachtsgeschäft der Buchener Einzelhändler Inhaber nur teilweise zufrieden / Großhandel und Online-Handel bereiten Probleme

Internet-Vergleiche sorgen für Ärger

Die Buchener Geschäfte ziehen eine unterschiedliche Weihnachtsbilanz. Einig sind sich aber alle: Der Online-Handel schadet dem Einzelhandel immer mehr.

Buchen. Zufrieden, ausbaufähig, problematisch: Ein unterschiedliches Fazit über das Weihnachtsgeschäft zogen die Buchener Einzelhändler in der Innenstadt. Einig waren sich alle Befragten, dass Aktionstage wie der Black Friday und vor allem der Online-Handel den Händlern immer mehr schaden. Je häufiger im Internet gekauft werde, desto eher sterbe die Innenstadt aus, waren sich alle einig.

„Etwas mehr Leben“

„Auch der Großhandel, der teilweise schon fünf, sechs Wochen vor Weihnachten erste Schokoladen-Nikoläuse und Pralinen anbietet, trägt seinen Teil dazu bei“, erklärt Evelyn Knapp vom gleichnamigen Tabak- und Spirituosengeschäft in der Markstraße. Das Weihnachtsgeschäft ist „gefühlt schlechter verlaufen“, meint die Inhaberin. Man habe versucht, mit einem Glühweinstand für „etwas mehr Leben“ in der Innenstadt zu sorgen, doch insgesamt sei alles sehr ruhig verlaufen. Als Verkaufsschlager entpuppten sich die Spirituosen, die laut Knapp gerne als Geschenke besorgt werden.

Ganz und gar nicht zufrieden war Johannes Volk. Er habe mit einer abnehmenden Kundenfrequenz zu kämpfen, auch der Online-Handel bereite Probleme. „In diesem Jahr haben wir im Weihnachtsgeschäft weniger verkauft als im Vorjahr“, so der Inhaber der Buchhandlung am Alten Rathaus. Besonder gefragt waren Sachbücher, Kalender und Sebastian Fitzek’s letzter Roman „Das Geschenk“.

Quasi „nebenan“ im Bekleidungsgeschäft Niederle sieht die Welt schon wieder anders aus. Filialleiterin Jutta Frank: „Vor allem die Gutscheine waren beliebt. Wir sind zufrieden.“ Ärgerlich aus ihrer Sicht – und damit dürfte sie sicherlich nicht alleine sein – ist dagegen das Verhalten mancher Kunden. „Manchmal werden die Preisschilder oder Klamotten abfotografiert, um in Internet nach billigeren Angeboten zu schauen. Das kann ich nicht verbieten, aber ich finde es nicht in Ordnung. Aber wenn es darum geht, jemanden über WhatsApp zu fragen, ob einem die Kleidung steht, dann verstehe ich das.“ Manchmal werde sie auch gefragt, ob sie eine Artikel-Nummer aufschreiben könne. „Da habe ich dann auch mal den Zettel und Stift etwas pampig hingelegt“, erzählt Frank, denn anhand der Nummer würde dann im Internet der Preis mit anderen Anbietern verglichen.

Insgesamt sei das Weihnachtsgeschäft genauso gut gelaufen wie im Vorjahr, aber: „Wir sind erst seit zweieinhalb Jahren hier in der Pfarrgasse, uns fehlen also noch die Vergleichswerte“.

Ähnlich zufrieden ist auch Heike Vogt vom Bekleidungsladen „Hot & Accessoires“ in der Vorstadtstraße. Es sei wie im Vorjahr gut gelaufen. „Gutscheine, Schals und Mützen sowie Modeschmuck gingen besonders gut“, so Vogt.

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