Buchen

150 Jahre Volksbank Franken Ausstellungen „Finanzthemen zu Anfassen“ und „Zeitzeugen“ am Sonntag eröffnet

Interessanter Blick in Geschichte und Geldanlagemöglichkeiten

Buchen.Die Volksbank Franken wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Zwei Ausstellungen zeigt sie aus diesem Anlass derzeit in ihrer Hauptstelle in Buchen. Am Sonntagmittag wurden diese offiziell eröffnet.

Mit der Erlebnisausstellung „Finanzthemen zum Anfassen“ vom Partnerunternehmen „Union Investment“ stellt die Bank auf anschauliche Weise dar, wie man zu Zeiten von niedrigen oder gar von Minus-Zinsen sein Geld rentierlich anlegen kann. Sie widmet sich den Bereichen „Werterhalt, Inflation und Steuern“, „Vermögensstruktur“, „Anlagehorizont“ und „Risiken“. Auf spielerische Weise erfahren die Ausstellungsbesucher, wie sich der Zinseszinseffekt auswirkt, wie Börsenkurse sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelten und worauf es ankommt, wenn man sein Geld in Aktien investiert: auf Risikostreuung und eine ausreichend lange Dauer der Geldanlage. Nach den Worten von Prokurist Reiner Kistner ermuntert die Ausstellung dazu, in Bezug auf Geldanlage „das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen.“ Denn was früher richtig gewesen sei, müsse heute nicht unbedingt richtig sein.

Die Zeitzeugenausstellung, zusammengestellt von Bereichsleiter Bernhard Kehl, widmet sich der Geschichte der Volksbank Franken. Dabei wurde Kehl vor allem im Keller der Bankstelle Mudau fündig. So ist zum Beispiel eine mechanische Zinsrechenmaschine Bestandteil der Ausstellung. Außerdem wird der erste bei der Bank verwendete Laptop gezeigt. Beeindruckend ist auch ein altes Kontobuch aus dem Jahr 1923. Wie Kehl erläuterte, weise dieses für die Stadt Walldürn einen Kontostand in Höhe von 6,8 Billiarden Reichsmark auf – ein Zeugnis der damals in Deutschland grassierenden Hyperinflation. Und auch das Gründungsprotokoll der Volksbank Hardheim kann besichtigt werden. Bernhard Kehl steuerte in seiner Ansprache auch eine Anekdote aus der Gründungsgeschichte dieser Bank bei. So wollte man damals eigentlich mit Walldürn einen gemeinsamen Vorschussverein gründen. Als die Versammlung in Höpfingen als Sitz des Vereins Hardheim beschloss, stiegen die verärgerten Walldürner aus und gründeten ihren eigenen Vorschussverein.

Bankdirektorin Karin Fleischer wies in ihrer Ansprache bei der Eröffnung der Ausstellungen auf die erfolgreiche Entwicklung der Volksbank Franken in den vergangenen 150 Jahren hin. Auch wenn Banken ihren Kunden derzeit wenig Zinsen böten oder gar „Verwahrgebühren“ für das hinterlegte Geld verlangten, gebe es Möglichkeiten, „im Rahmen einer Risikotoleranz eine vernünftige Rendite zu erzielen“. Beide Ausstellungen waren schon in der Hauptstelle in Walldürn zu sehen. Die „Zeitzeugen“-Ausstellung wird in den nächsten Monaten auch in Mudau, Adelsheim und Hardheim aufgestellt.

„Die Welt ändert sich dramatisch“, stellte Bürgermeister Roland Burger in seinem Grußwort fest. Eine Ausstellung, die Zusammenhänge im Bereich der Geldanlage zu Zeiten von Minus-Zinsen darstelle, hält er deshalb für sehr wichtig. Und auch die Exponate der Ausstellung „Zeitzeugen“ beeindruckten ihn. Diese zeige die Entwicklung der Gesellschaft von der analogen zur digitalen Wirtschaft.

Landrat Dr. Achim Brötel ging anhand des „Schützenmarktlieds“ auf den Kreislauf des Geldes ein. Ist der Geldbeutel zu Beginn des Schützenmarkts noch voll, so ist er an dessen Ende meist leer. Das Geld sei jedoch nicht weg, es besitze nur ein anderer. In Zeiten niedriger Zinsen hält der Landrat eine professionelle und vertrauensvolle Beratung für umso wichtiger, damit das Geld nicht weg ist, ohne dafür eine Gegenleistung erhalten zu haben. Die Zeitzeugen-Ausstellung der Bank wecke Erinnerungen an vergangene Zeiten, „als die Singlebörse noch beim Kettenflieger war und nicht im Internet“. Der Landrat dankte den Verantwortlichen der Volksbank Franken für beide Ausstellungen und bezeichnete diese als eine „Bereicherung des Festprogramms“. mb

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