Buchen

Im Kulturforum Buchen Kunstverein Neckar-Odenwald zeigt Werke voll lyrischer Ironie / Malereien von Tim Sandow sind zu sehen

Intensiv, figürlich und alltäglich

Archivartikel

Der Kunstverein Neckar-Odenwald eröffnet am kommenden Sonntag in Buchen im Kulturforum seine Ausstellung mit Arbeiten des Malers Tim Sandow.

Buchen. Der Kunstverein Neckar-Odenwald eröffnet die letzte Buchener Ausstellung seiner diesjährigen Saison: „Kiosk Paradies“ nennt der Wuppertaler Maler Tim Sandow die Schau, die mit Sicherheit ein Leckerbissen für alle Freunde zeitgenössischer Malerei darstellen wird.

Die Wurzeln, die malerische Basis Sandows sind wohl die Jungen respektive Neuen Wilden, denn seine Professoren an den Akademien Wien und Düsseldorf waren Daniel Richter und Siegfried Anzinger und diese Beiden entstammen indirekt oder direkt dem Urgestein dieser weiterhin so wichtigen Kunstrichtung.

Eigene malerische Welt

Tim Sandow entwickelte nun darauf aufbauend seine eigene malerische Welt, still, ohne große Verkündigungen. Die Szenen, die er den Betrachtern zeigt, sind mit hintergründigem Blick aus dem Alltag heraus entwickelt. Der Betrachter von Sandows Arbeiten mag sich fragen, was ihm mehr Freude bereitet: die virtuose Pinselarbeit oder die entstandenen Szenerien, die Figuren, die sie beleben. Sie sind vielleicht manchmal überspitzt geschildert, werden aber nie zu Karikaturen. In seiner Bildsprache konzentriert sich Tim Sandow auf das Wesentliche dieser Figuren in ihrem natürlichen Habitat, in das man unvermittelt mit eintreten darf.

Die Schauplätze der Bilder mögen ein Kaninchenzucht- oder Kegelverein, eine Herrensauna oder ein leeres Schiffsdeck sein – Titel wie „Ich habe das Ende des Tunnels nie gesehen“ oder „Kleiner, Du gehörst hier nicht hin!“ geben den Arbeiten dabei mit poetischen Obertönen humorvolle Anklänge und erweitern ihre Bedeutungsräume.

Sandows Arbeiten sind oft in Leimfarbe auf Leinwand entstanden, eine heikle Technik, da die Farbe – ganz im Gegensatz zu Öl und Acryl, wenn einmal aufgetragen, nicht mehr korrigierbar ist.

Während der Vernissage am kommenden Sonntag wird es ein Künstlergespräch mit dem Vorsitzenden des Kunstvereins Harald Kielmann geben. Zur Vernissage um 11 Uhr ist coronabedingt Anmeldung unter info@kunstverein-neckar-odenwald.de nötig. Beim Besuch der Ausstellung sind die Hygiene- und Abstandsvorgaben einzuhalten: Mindestabstand 1,5 Meter Mund-/Nasen-Schutz.

Zum Thema