Buchen

Bürgerbeteiligung „Marienhöhe“ Schon über 200 Bauplatznachfragen liegen für das ab 2022 zur Verfügung stehende Baugebiet vor

Insgesamt könnte es Platz für rund 1500 Menschen geben

Archivartikel

Buchen.„Dass wir für das künftige, ab 2022 zur Verfügung stehende Baugebiet ,Marienhöhe’ schon über 200 Bauplatznachfragen haben, hat viel mit einer positiven Zukunftserwartung zu tun; die meist jungen Leute sehen die Zukunft ihrer Familien hier in Buchen, sie wollen sich binden und das ist für uns alle eine sehr erfreuliche, gute Sache.“ Bürgermeister Roland Burger traf diese Feststellung bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zur Erschließung der „Marienhöhe“, zu der rund 80 interessierte Bürger ins Alte Rathaus gekommen waren.

Sie nutzten die Möglichkeit, sich zu einem frühen Stadium über die Planungen zu diesem insgesamt rund 35 Hektar großen Baugebiet zu informieren, bei dem im ersten Bauabschnitt auf gut 20 Hektar Fläche Bauplätze für Einfamilien-, Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser entstehen sollen – natürlich samt Straßen, Radwegen, Grünflächen und allem, was an Infrastruktur notwendig ist.

Wie gut sich die relativ zentrumsnahe Marienhöhe, auf der im Endausbau bis zu 1500 Menschen leben könnten, in die bestehende Kernstadtbebauung einfügt beziehungsweise sie abrundet, wurde auf einem Luftbild klar, das Stadtplaner Jürgen Glaser vom Ingenieurbüro IFK in einer Präsentation zeigte. Tatsächlich wurde das Gebiet schon 2004 im damals aufgestellten Flächennutzungsplan, einer vorbereitenden Bauleitplanung, als künftiges Wohngebiet ausgewiesen – eine Voraussetzung für die jetzt anstehende Realisierung.

70 Prozent der Fläche erworben

Über die Jahre hat die Stadtverwaltung rund 70 Prozent der Fläche kaufen können, eine weitere wichtige Voraussetzung dafür, dass dann später auch die meisten Bauplätze nicht in privater, sondern in städtischer Hand sind und tatsächlich an Bauwillige verkauft werden können. Zuletzt gab es noch sieben städtische Bauplätze, eindeutig zu wenig für die ungebrochen große Nachfrage, so die Stadtverwaltung.

Bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung wurden ein städtebauliches Konzept und damit ein noch unverbindlicher Vorentwurf gezeigt. Die Haupterschließung erfolgt sowohl in südlicher als auch in die nördliche Richtung Hainstadt, die weitere innere Erschließung ist im Ringsystem geplant. Großzügige Grünzonen sind im Osten entlang der Amorbacher Hohl, einem geschätzten Biotop, geplant sowie als Querspange, die den Bauabschnitt eins und zwei trennt. Nicht technisch, sondern durch eine entsprechende Landschaftsgestaltung soll dort auch „anfallendes Niederschlagwasser“– also Regen – entschärft werden. In der Bauweise wolle man „liberal“ sein und gestalterisch wenig beschränken; jede Dachform solle erlaubt sein mit einer möglichen Dachneigung von null bis 42 Grad, wie Glaser erläuterte.

Im Anschluss an die Präsentation nutzten viele Anwesende die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Bestätigt wurde, dass Radwege geplant würden und die Zuordnung zu Kindergarten und Schule wahrscheinlich nach Hainstadt erfolge. Eine Bauverpflichtung nach längstens zwei Jahren ist für die städtischen Bauplätze obligatorisch und bezüglich der Energieversorgung würden noch Konzepte geprüft, die freilich nur mit einem – eher unbeliebten – Anschluss- und Benutzerzwang Sinn machen. Die Frage nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung – voraussichtlich 30 Stundenkilometer – wurde ebenso beantwortet wie das Versprechen gegeben wurde, den Werkverkehr von Braas aus dem Wohngebiet fernzuhalten. Einzig die Frage nach dem Preis für die Bauplätze blieb offen. „Nach der konkreten Planung folgt die Ausschreibung. Anhand der dabei erzielten Preise können wir kalkulieren und erst dann wissen wir, was der Quadratmeter kosten wird,“ erklärte Bürgermeister Burger abschließend: „Wir wollen aber ganz sicher nicht die Preisführerschaft im Kreis übernehmen und da wir den Großteil der Bauplätze kontrollieren, haben wir auch Einfluss auf den Richtpreis.“ In der Bremmwiese habe der Quadratmeter vor zwei Jahren noch 129,50 Euro gekostet. Wohin die Reise angesichts stark steigender Preise im Baugewerbe bis 2022 gehe, müsse man abwarten. stv

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