Buchen

Clemens Schölch verabschiedet Über 50 Jahre kommunalpolitisches Engagement / Große Verdienste in verschiedenen Vereinen erworben

Im Gegenzug „etwas geben“ wollen

Buchen/Hollerbach.Im Mittelpunkt der letzten Hollerbacher Ortschaftsratssitzung stand unter Tagesordnungspunkt zwei ein Mann: Clemens Schölch. Nach über 50 Jahren kommunalpolitischem Engagement und großen Verdiensten in verschiedenen Vereinen wurde der langjährige Ortsvorsteher Hollerbachs im ehemaligen Rathaus im Beisein vieler Freunde, Wegbegleiter und Hollerbacher Bürger verabschiedet.

Der neue Ortsvorsteher Joachim Weis begrüßte den Ortschaftsrat samt Gästen und eröffnete die Sitzung. Nach einigen Regularien wandte er sich an seinen Vorgänger im Amt: „Du hast an den Hollerbacher Themen immer aktiv Anteil genommen und dein Ziel war es, Hollerbach weiter zu entwickeln. Heute darfst Du mit Stolz auf Deine Leistungen zurückblicken.“ Die große Beteiligung an der Ortschaftsratssitzung wertete Weis als Zeichen des großen Ansehens und der Wertschätzung, die Clemens Schölch genieße, unter anderem auch für die von ihm mitinitiierten Künstlersymposien in der Tradition der Hollerbacher Malerkolonie.

Sehr schnell sehr froh

Damit übergab Weis das Wort an Bürgermeister Roland Burger, der den langjährigen Ortsvorsteher auch ganz persönlich als geschätztem politischen Wegbegleiter für dessen Dienste dankte: „Hollerbach hat sich unbestritten zu einem der schönsten Buchener Stadtteile entwickelt.“ Der Bürgermeister erinnerte an die Anfänge; als gebürtiger Donebacher kam Schölch 1964 durch seine Frau Irene – ihr galt immer wieder Dank für die vielfältige Unterstützung ihres Mannes – in das Odenwalddorf. „Die Hollerbacher scheinen sehr schnell sehr froh mit Dir gewesen zu sein, denn schon 1968 wurdest Du in den Gemeinderat des damals noch selbstständigen Hollerbachs gewählt“, erinnerte Burger. Eine bewegte Zeit war das; die unmittelbar bevorstehende Eingemeindung, die im Januar 1974 vollzogen wurde, lehnte das Dorf wenige Wochen zuvor noch rigoros ab und verweigerte sich sogar „jedem Gespräch“.

Zuvor war Clemens Schölch einige Zeit stellvertretender Bürgermeister, danach wurde er immer wieder in den Ortschaftsrat gewählt. Dieses Mandat musste er später aus beruflichen Gründen einige Jahre ruhen lassen. 1994 schließlich wurde er zum Ortsvorsteher gewählt, ein Amt, das er nun, 25 Jahre später, in die Hände seines Nachfolgers übergab.

Stichwortartig erinnerte Burger an die großen Ereignisse und Maßnahmen dieser Zeit: der Ausbau der Ortsdurchfahrt und der Unterneudorfer Straße, die Erschließung des Baugebiets Neuäcker, der schwierige Bau des Radweges, Ausbau und Renovierung der Schule, Bau des Spielplatzes, der Einsegnungshalle und der Anlage der Urnengräber. Ganz besondere Ereignisse wie die 725-Jahr-Feier 2002 mit der Herausgabe des Heimatbuches und der Gewinn der Goldmedaille im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ 1998 benannte Schölch später auch selbst als „Höhepunkte“.

Wichtige Ämter inne

Den guten Wünschen des Bürgermeisters für einen „echten“ Ruhestand schlossen sich in der Folge Thorsten Grimm für die Freiwillige Feuerwehr – dort ist Schölch seit über 50 Jahren Mitglied – und Friedbert Röckel für die Hollerbacher Vereine an. Von ihm bekam der scheidende Ortsvorsteher eine von Davor Manovic gemalte Ansicht von Hollerbach überreicht, denn auch in der Hollerbacher Vereinswelt, beim Kirchenchor, beim TSV Hollerbach oder beim Verein Hollerbacher Interessen hatte beziehungsweise hat Schölch wichtige Ämter bis hin zum Vorsitzenden inne. Auch Werner Zeh, lange Jahre Vorsitzender des Kunstvereins Neckar-Odenwald, hatte ein Bild von sich dabei, das er mit Dankesworten für die gemeinsam durchgeführten Künstlersymposien in den Jahren 2002, 2005 und 2008 überreichte.

Ein sichtlicher gerührter Clemens Schölch fragte sich und die Anwesenden zum Abschluss: „War das alles wirklich so?“ Er sei sehr gut aufgenommen worden in Hollerbach und habe im Gegenzug „etwas geben“ wollen. Im Ort gäbe es viele Talente, seine Aufgabe sei gewesen, hier zu „bündeln“: „Ich danke allen, die mitgearbeitet und mich begleitet haben, vor allem auch dem Ortschaftsrat und natürlich meiner Familie.“ Hollerbach sein „ein Ort mit einer aktiven Dorfgemeinschaft und daher mit Zukunft“, stellte er fest: „Darauf bin ich stolz.“

Nachdem Joachim Weis beziehungsweise die Ortschaftsräte noch etliche Themen wie die Feldwegeunterhaltung, Probleme mit zu großen Bäumen oder Schaden verursachenden Baumwurzeln und das Urnengrabfeld auf dem Friedhof angesprochen hatten, endete die harmonische Sitzung mit der Einladung Schölchs zu einem gemeinsamen Umtrunk.

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