Buchen

Wandern für Awasa Abt-Bessel-Realschule für das Bildungsprojekt „Anbau und Möblierung eines zusätzlichen Klassenzimmers an das Schulgebäude in Daye“ aktiv

Hilfe für eine solide schulische Bildung

Das Wetter war keineswegs freundlich und einladend als die Schüler der Abt-Bessel-Realschule zusammen mit ihren Lehrern zur jährlichen Schulaktion „Wandern für Awasa“ aufbrachen.

Buchen. Der regenverhangene Himmel schreckte indes die vorwiegend jungen Teilnehmer nicht. Schließlich galt es wieder, eine wichtige humanitäre Hilfe für die Not leidenden Menschen in Awasa zu erwirtschaften. Ein verlässliches Engagement der Buchener Realschule, das nun seit 38 Jahren andauert. Lang ist die Liste der Hilfsprojekte, die von den Schülern der Abt-Bessel-Realschule in diesen vielen Jahren unterstützt wurden. Sie liegen vor allem auf dem Bildungs- und Gesundheitssektor der Diözese Awasa.

Weil aber eine solide schulische Bildung das wichtigste und nachhaltigste Geschenk ist, das man einem jungen Menschen in Äthiopien machen kann, wurden unter dem Motto „Schüler helfen Schülern“ mit dem erwirtschafteten Geld schwerpunktmäßig Maßnahmen zur Anhebung des niedrigen Bildungsstandes der äthiopischen Bevölkerung gefördert. Dazu gehören die Errichtung von mehreren Schulgebäuden, die Erweiterung von vierklassigen Grundschulen auf achtklassige Primarschulen, der Unterhalt und die Instandsetzung der bestehenden Schulen, die Übernahme von Schulgeldpatenschaften und nicht zuletzt die Mädchenbildung und die Frauenförderung. Gerade den Mädchen und Frauen war der Zugang zur Bildung verwehrt.

Daneben engagierten sich Buchener Realschüler für diverse Gesundheitsprojekte. Beispielsweise wurden die Errichtung eines Krankenhauses und der Bau von drei ambulanten Kliniken gefördert, ein Dutzend Trinkwasserbrunnen gegraben und Ernährungsprogramme für unterernährte Kinder durchgeführt.

Auch dieses Jahr setzt der zuständige Direktor für das Bildungswesen in der Diözese Awasa, Matewos Dangiso, seine Hoffnung auf die Mitwirkung der Realschule für das Bildungsprojekt „Anbau und Möblierung eines zusätzlichen Klassenzimmers an das Schulgebäude in Daye“. Bereits im Schuljahr 2015/2016 hatten sich die Buchener Realschüler schon einmal dafür eingesetzt, dass die dortige, marode und völlig ungeeignete Grundschule abgerissen und durch einen steinernen Neubau ersetzt werden konnte. Mit dem hohen Betrag von 5300 Euro aus der jährlichen Schulaktion „Wandern für Awasa“ unterstützten sie bereits damals die Baumaßnahmen des Schulbaus.

Zu knapp bemessen

Nach nur drei Jahren zeigte es sich, dass die räumliche Planung der neuen Schule zu knapp bemessen war. Wegen den inzwischen stark gestiegenen Schülerzahlen mussten dieses Jahr die Erstklässler auf zwei Klassenräume aufgeteilt werden, sodass kein Schulraum mehr für die achte Klassenstufe übrig blieb. Das bedeutete, dass die Achtklässler wie früher den wegen der Höhenlage in 2000 bis 2200 Metern, besonders in den Regenzeiten beschwerlichen und auch gefährlichen Fußweg zur sechs Kilometer entfernten Nachbarstadt nehmen mussten, was wiederum zur Folge hat, dass Schüler des Öfteren die Schule abbrechen.

Mittlerweile ist der Anbau des weiteren Klassenzimmers weit fortgeschritten. Die Baukosten in Höhe von rund 20 000 Euro hat der Buchener Verein „Aktion Hungernde Kinder“ getragen. Noch aber fehlt das Geld für die Einrichtung der Schule mit Schülertischen, Stühlen, Tafel und Schrank. Diese Möblierungskosten belaufen sich auf 3 698 Euro.

Insgesamt wurden die Errichtung und die Möblierung der Schule in Daye bisher mit dem großen Betrag von 95 150 Euro vom „Verein Aktion Hungernde Kinder“ voll finanziert.

Das Ergebnis der jüngsten Schulaktion steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass nach Abschluss der Aktion die bisherigen Hilfsanstrengungen der Buchener Realschule den Gesamtbetrag von 200 000 Euro deutlich übersteigen werden. Das ist umso erstaunlicher, da sich seit einigen Jahren an der Abt-Bessel-Realschule die Schülerfirma „Namaste Nepal s-Ag“ etabliert hat, die sich mit großem Erfolg für die im Jahre 2015 vom Erdbeben hart getroffene und zerstörte Region in Nepal einsetzt.

Beide schulischen Einrichtungen kennzeichnen eindrucksvoll den hohen Stellenwert, den die Realschule der Erziehung der Schüler zu sozialem, verantwortlichem Miteinander einräumt und bekunden somit das weltoffene, solidarische Leitbild der Schule. nl

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