Buchen

„Die Faktenchecker“ Auftakt des FN-Bildungsprojektes für Medienkompetenz / Umgang mit Nachrichten kennenlernen und „Fake News“ entlarven

Helene-Weber-Schule erstmals dabei

Neues Schuljahr, neue Teilnehmer, neuer Name, aber ein altes Erfolgsrezept: Das FN-Bildungsprojekt „Faktenchecker“ startete am Dienstag in der Helene-Weber-Schule

Buchen. Die nächste Generation der „Faktenchecker“ steht in den Startlöchern: Das FN-Projekt (früher „Klasse Azubis“) startet dieser Tage mit zahlreichen Auftaktveranstaltungen in ein neues Schuljahr – mit neuen Schulen und Teilnehmern. So ist erstmals auch die Helene-Weber-Schule in Buchen dabei. Die vier Klassen erhielten am Dienstagmorgen ihren „Fahrplan“ für die kommenden Monate.

Schulleiter und Oberstudiendirektor Christof Kieser ist sich sicher, mit dem Projekt den „richtigen Weg“ einzuschlagen. „Welche Nachrichten sind seriös? Wie sieht eine gute Recherche aus? Welche Medien sind verlässlich? Antworten auf diese Fragen stehen heutzutage mehr denn je im Vordergrund. Die Schüler sollen sensibilisiert werden und sich mit dem Medium Tageszeitung beschäftigen“, erklärt Kieser. Diese Richtung schlug auch der Chefredakteur der Fränkischen Nachrichten, Dieter Schwab, ein. „Wir wollen euch einen bewussten Umgang mit Nachrichten näherbringen und euch beibringen, sich in der digitalen Meldungsflut zurechtzufinden“, betonte er bei der Vorstellung des „Faktenchecker“-Projektes.

Die vier Klassen der Helene-Weber-Schule erhalten ein Jahr lang die digitale Ausgabe der FN. Einmal im Monat gilt es, in einem Test Fragen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Vermischtes, Sport und Lokales zu beantworten. Die Fragen beziehen sich auf Inhalte der Zeitung und auf Themen auf dem Zeitraum zehn Tage vor Testbeginn. „Es ist wichtig, zu verstehen, warum beispielsweise in Großbritannien das Parlament in den ,Urlaub’ geschickt wurde“, meint Schulleiter Kieser. Er sei überzeugt davon, die Schüler mit dem Projekt weiterzubilden und damit für die Zukunft vorzubereiten.

„Raus aus der Social-Media-Welt“

Auch die Lehrkräfte der Klassen betonten die Bedeutung des Projektes. „Raus aus der Social-Media-Welt und rein in die Welt der Nachrichten“, nannte es Dominic Gunnert. „Das Projekt ist eine gute Möglichkeit, das Interesse am Lesen der Zeitung zu finden. Wenn es zu Hause keine Zeitung gibt, ist es schwer, dazu Zugang zu bekommen“, stimmte Vanessa Epp ihrem Kollegen zu, mit der Teilnahme auch etwas für die Allgemeinbildung zu tun. Annegret Weber ist bereits seit vielen Jahren an der Schule als Lehrkraft tätig und legt großen Wert darauf, dass sich ihre Schüler mit Nachrichten beschäftigen. Deutlich wird das auch in ihrem Unterricht: In Gemeinschaftskunde spricht sie immer wieder aktuelle Geschehnisse an und diskutiert mit ihren Klassen darüber. Am Wettbewerb „Politische Bildung“ der Landeszentrale für politische Bildung nimmt sie mit ihren Klassen jedes Jahr aufs Neue teil. Umso gelegener kommen ihr da die „Faktenchecker“. „Ich will die Jugendlichen an das Zeitunglesen heranführen. Das hilft ihnen beispielsweise auch für die berufliche Karriere“, erklärte sie. Als Beispiel führte sie eine kürzlich vorgestellte Studie an, nach der bundesweit circa 100 000 Lehrstellen fehlen. „Als Jugendlicher kann das entscheidend sein für die Zukunft“, so Weber. „Es ist wichtig, nicht auf Fake-News reinzufallen und zu erkennen, was seriös und vertraulich ist.“

Zum Thema „Fake News“ machen die Schüler im Rahmen des Projektes einen Workshop. Bei einer „Schreibwerkstatt“ bringen ihnen Redakteure Tipps und Tricks für das Schreiben bei. Die erfolgreichsten Schüler und Klassen erhalten Preise. Praktisch für die Lehrkräfte: Durch die internetbasierte Software, die für das Quiz genutzt wird, erhalten sie die Ergebnisse ihrer Schüler. Im vergangenen Schuljahr wurden damit erfreuliche Ergebnisse erzielt: aus Sicht der FN, aber auch der beteiligten Schulen, Jugendlichen und Betriebe.

Die positive Resonanz führte schließlich zur Ausweitung des Projektes, wie FN-Chefredakteur Dieter Schwab erklärte. „Es soll Wissen vermittelt werden und die Fähigkeit, die Qualität und Seriosität einer Nachricht zu erkennen. Woher kommen diese Meldungen und welchen Zweck können sie haben? Dies zu wissen, ist unglaublich wichtig“, gab er den Schülern mit auf den Weg.

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