Buchen

Jubiläumsfeier beim TSV Vor 50 Jahren wurde die Handball-Sparte gegründet / Abteilung zählt heute 181 aktive und 189 passive Mitglieder / Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag

„Handball in Buchen ist eine Lebenseinstellung“

Archivartikel

Seit 50 Jahren wird im TSV Buchen Handball gespielt. Die Sparte feierte dieses Jubiläum mit einem Festakt, Spielstationen und einer Party am Samstagabend in einem Festzelt bei der TSV-Sporthalle.

Buchen. Die Sparte Handball des TSV Buchen zähle zurzeit 181 aktive und 189 passive Mitglieder, informierte Moderator Matthias Klein die Gäste des Festakts am Samstagnachmittag. In den vergangenen 50 Jahren hätten 20 Übungsleiter die männlichen und 15 die weiblichen Seniorenmannschaften trainiert. Besonders stolz sei man darauf, dass man bis zur aktuellen Spielzeit in allen Altersstufen Mannschaften habe stellen können. In der laufenden Spielzeit sei dies nur für die C-Jugend nicht gelungen.

Zeitzeuge der Gründungszeit

„Handball ist dramatischer, leidenschaftlicher und schneller als Fußball“, sagte Bürgermeister Roland Burger. Er selbst habe im Jahr 1969 als Zweitklässler an einer Trainingsstunde mit Armin Brennfleck teilgenommen, sei also Zeitzeuge der Gründungszeit. Handballspielen habe jedoch nicht seinen Neigungen entsprochen. „Die Sparte Handball hat einen hohen Stellenwert im TSV“, betonte der Bürgermeister. „Handball in Buchen ist eine Art Familie, eine Lebenseinstellung“, stellte er fest. Er beglückwünschte die Handballer zu ihrem Jubiläum und dankte ihnen für ihren Einsatz für die Stadt. Auch Kurt Bonaszewski, Vorsitzender des TSV Buchen, gratulierte mit Dankesgeschenken: eine Collage mit Handballbildern, die man bei Davor Manovic in Auftrag geben werde, und zwölf Handbälle für alle Spielklassen.

Begeistertet FSJlerin

Alina Friedmann absolviert seit dem 1. September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim TSV. Als Spielerin der Seniorinnenmannschaft wird sie schwerpunktmäßig im Handball eingesetzt. Moderator Matthias Klein befragte sie nach ihrer Arbeit und ihren Eindrücken. Friedmann habe nach dem Abitur sich beruflich orientieren wollen. Da sie gern mit Kindern zusammenarbeite, habe sie sich für das FSJ beim TSV entschieden. Dort werde sie im Rahmen einer Kooperation im Sportunterricht am Burghardt-Gymnasium, im Kindergarten, bei einem Schwimmkurs und in der Vereinsverwaltung eingesetzt. Außerdem erwirbt sie zurzeit den C-Trainerschein für Handball. „Das FSJ macht mir sehr viel Spaß. Es ist echt cool“, sagte sie.

Bei der Gesprächsrunde mit Zeitzeugen unterstützte Linus Kieser den bisherigen Moderator. Alt-Bürgermeister Josef Frank war Vorsitzender des TSV Buchen, als die Sparte im Jahr 1969 in Buchen neu gegründet wurde. „Wir haben Alt-Handballer aus den 50er-Jahren gesammelt“, erinnerte er sich. Frank wuchs in Lauda auf und hatte in seiner Jugend dort Handball gespielt. Selbstverständlich wurde er Teil des Teams und legte zum Beweis seinen Spielerpass vor. Ausstellungsdatum: 3. Februar 1969, das Gründungsdatum der Buchener Handball-Sparte. Dass es im gesamten Landkreis Buchen keine Halle gab, die groß genug zum Handballspielen war, habe in den Anfangsjahren ein großes Problem dargestellt. Man trainierte zunächst in der Bundeswehrhalle in Walldürn auf Asphaltboden. Im Jahr 1975 wurde schließlich die Sport- und Spielhalle in Buchen ihrer Bestimmung übergeben. Damit begann der Aufwärtstrend der Sparte. Dank der guten Arbeit seien immer mehr Jugendliche Mitglied geworden.

„Handball ist eine sehr aktive Sparte“, sagte der Vorsitzende Kurt Bonaszewski. „Ich kann mir den TSV ohne die Handballer nicht vorstellen.“ Er selbst fiebere bei den Heimspielen auf der Tribüne mit.

Große Herausforderung

Spartenleiter Ralf Rohmann sieht die Jugendarbeit als große Herausforderung an. Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft der Handball-Nationalmannschaft im Jahr 2007 habe man einen Boom erlebt. „Ich hatte 62 Kinder bei mir im Training der Minis“, erinnerte er sich. Das habe sich geändert. Die Teilnehmerzahlen seien deutlich gesunken. Dennoch habe man bis zu diesem Jahr alle Jugendmannschaften besetzen können. Um Spieler im Seniorenbereich im Verein zu halten, habe man das Konzept „Gekommen, um zu bleiben“ entwickelt. „Das ist uns extrem gut gelungen“, stellte Rohmann fest. So hätten in diesem Jahr fast alle Mannschaften einen der ersten drei Plätze in der Tabelle belegt.

Er freue sich über die gute Mitarbeit von Mitgliedern im Alter von 15 bis 25 Jahren. „Handball darf nicht zu einer Sparte von alten Herren werden“, sagte er. Helmut Ebert, stellvertretender Sportkreisvorsitzender, sprach über die finanzielle und fachliche Unterstützung der Vereine durch den Sportkreis. Bonaszewski betonte: „Wir müssen um jedes Mitglied kämpfen.“ So beginne der Sport im Verein schon im Babyalter mit dem Kurs „Baby in Bewegung.“

Abschließend lobte Ralf Rohmann die gute Gemeinschaft in der Sparte. „Es geht um wesentlich mehr als um den Handballsport“, sagte er. „Es geht darum, sich zu treffen und manchmal auch spontan etwas Verrücktes zu tun.“ mb

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