Buchen

Gebhard Ackermann aus Hainstadt SWR-Wetterreporter begleiten den Holzrücker ein Jahr lang / Verschiedene Forstthemen auf der Agenda

„Halber Waldmensch“ vor der Kamera

Archivartikel

Gebhard Ackermann bezeichnet sich als „kleiner Privatwaldbesitzer mit einem forstlichen Unternehmen“. Für den Südwestrundfunk (SWR) ist er ein „echter Waldmensch“.

Hainstadt. Deshalb begleiten die SWR-Wetterreporter den Hainstadter ein Jahr lang immer wieder mit der Fernsehkamera bei seiner Arbeit.

Einnahmen auch als Landwirt

Eigentlich ist Gebhard Ackermann, um die Worte des SWR zu gebrauchen, nur „ein halber Waldmensch“. Denn er betreibt neben der Waldwirtschaft mit forstlicher Dienstleistung auch eine Landwirtschaft, mit der er etwa die Hälfte seines Einkommens erzielt. Er selbst besitzt mit sieben Hektar Fläche vergleichsweise wenig Wald.

Gemessen an seiner Leidenschaft für und an seiner Verbundenheit mit dem Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum kann man Ackermann jedoch durchaus als „kompletten Waldmenschen“ bezeichnen. Er drückt seine Zuneigung zu Bäumen zwar nicht aus, indem er diese umarmt, wie er in einem Interview zu SWR-Reporter Michael Kost sagt. Doch wenn der Wald im Frühjahr grünt oder das Laub sich im Herbst verfärbt, dann ist das für den Hainstadter die schönste Zeit.

Schon als kleiner Junge war Ackermann mit Opa und Vater im Wald unterwegs. Als Jugendlicher half er bei der Waldbewirtschaftung. Seit dem Jahr 1990 führt er selbst ein „Unternehmen für forstliche Dienstleistungen“, das man einst kurz und knapp „Holzrücker“ nannte. Er erinnert sich daran, wie Großvater und Vater früher mit Pferden die schweren Stämme aus dem Wald zogen und zu einem Sägewerk in Hainstadt brachten, wo das Holz verarbeitet wurde. Ackermann macht diese Arbeit heute mit zwei Forstschleppern. Kürzlich hat er sich ein neues Fahrzeug für rund 400 000 Euro angeschafft. Er schichtet die Stämme am Waldrand auf für seine Kunden, zu denen überwiegend Kommunen und Besitzer von großem Privatwald gehören. Diese lassen die Stämme von Holzfuhrunternehmer abholen.

Was dem Wald schadet, sorgt beim Holzrücker Gebhard Ackermann für mehr Geschäft.

Viel Arbeit durch Käferholz

Wegen der warmen und trockenen Sommer in den vergangenen Jahren muss er derzeit viel Holz aus dem Wald holen, das vom Borkenkäfer befallen ist. Die Aufarbeitung von Käferholz ist eines der Themen, das er für das SWR-Wetterreporter-Team aufgegriffen hat. Außerdem erläuterte er vor der Kamera, wie das geschädigte Holz nach dem Sturmtief „Sabine“ aufgearbeitet wird, wie man feststellt, dass Bäume vom Borkenkäfer befallen sind, und wie man Wassermangel im Boden an einem Bächlein erkennen kann.

Fernsehen öfter zu Gast

Die SWR-Redaktion plant in diesem Jahr 17 bis 20 Besuche in den Wäldern rund um Buchen, bei denen Gebhard Ackermann den Fernsehzuschauern Arbeitsweisen und jahrestypische Erscheinungsformen im Wald zeigt. Der Hainstadter meldet sich einfach telefonisch beim SWR, sobald er eine Idee rund um Wald und Waldarbeit vorschlagen kann. Im Gespräch mit den Wetterreportern aus der Großstadt geht es auch darum, wie sich die Waldbewirtschaftung im Laufe der Zeit verändert hat. Da Holz inzwischen international vermarktet wird, ist auch der Holzpreis in Deutschland dem Weltmarktpreis unterworfen.

Wegen des starken Borkenkäferbefalls ist der Preis pro Festmeter stark gefallen. Nach den Worten von Ackermann liegt dieser bei vom Borkenkäfer befallenem Fichtenholz bei 15 bis 30 Euro, bei grünem unbefallenem Holz bei 30 bis 60 Euro pro Festmeter. „Die Sägewerke haben Holz zur Genüge“, sagt er. „Der Absatz stockt.“ Früher hätten Waldbauern pro Festmeter Fichte 200 Mark bekommen. „Wer 200 Festmeter verkaufte, bekam mit 40 000 Mark mehr Geld als ein Schlepper damals kostete“, erläutert Ackermann. Heute dagegen reiche der Erlös durch den Verkauf derselben Menge Holz lediglich aus, die Umsatzsteuer aus dem Schlepperkauf zu finanzieren.

Regen wäre wichtig

Noch verfüge der Waldboden über genügend Feuchtigkeit, zumindest für hochgewachsene Bäume. Allerdings könnten Neuanpflanzungen Probleme bekommen, da sie noch nicht so stark verwurzelt seien. Regen ist also wichtig für den Wald, denn Feuchtigkeit stärkt die Abwehrkräfte der Bäume und schützt sie vor dem Borkenkäfer.

Zum Thema