Buchen

„Partnerschaft Bukuumi/Uganda“ Bei der Exkursion auf den aktuellsten Stand des Waisenprojektes gebracht / Modernes Ultraschall-Gerät übergeben

Große Freude über das neue Waschhaus

Archivartikel

Seckach/Götzingen.„Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt!“, besagt eine ugandische Volksweisheit. Genau diese Erkenntnis dokumentiert die Basis des Engagements des Vereins „Partnerschaft Bukuumi/Uganda“, der seit 1991 die Partnerschaft zwischen der Pfarrgemeinde Seckach mit der Parish Bukuumi zielorientiert fortsetzt. Eine Neuorientierung auf Vereinsbasis in beiden Ländern erschien nach reiflicher Abwägung zweckmäßig (wir berichteten). Einerseits aus juristischer Unabhängigkeit, andererseits um auf NGO-Basis zwischen Uganda und Deutschland „auf Augenhöhe“ verhandeln und agieren zu können, auch bei Personalwechseln.

Zwei Wochen vor Ort

Als richtiger Schritt erwies sich dies schon bei der Januar-Exkursion, bei der insgesamt 14 Vertreter des Vereins und seines Projektpartners aus Lingen/Laxten zwei Wochen in Uganda waren, um beim Waisenprojekt nach dem Rechten zu sehen, notwendige Abstimmungen mit dem dortigen Personal sowie den zuständigen Stellen und Verantwortlichen vorzunehmen und auch die Kontakte mit der Bevölkerung zu pflegen.

Eindeutig im Mittelpunkt der beidseitigen Interessen stand dabei die Eröffnung und Inbetriebnahme des in der Waisenanlage errichteten neuen Waschhauses. Insgesamt 24 000 Euro wurden investiert, und dank des ehrenamtlichen Einsatzes deutscher und lokaler Helfer wurde das Vorhaben innerhalb eines Jahres realisiert. Damit steht den Kindern ein modernes und funktionsgerechtes Sanitärzentrum mit nahezu europäischem Standard zur Verfügung, für afrikanische Verhältnisse durchaus eine immense und ungewöhnliche Verbesserung.

75 Kinder werden betreut

In dem in Mädchen- und Jungen-Trakt unterteilten Waschhaus gibt es jeweils vier Toiletten und sechs Duschkabinen sowie zusätzlichen Waschplätze. Im Projekt werden derzeit 63 Kinder betreut, zwölf weitere kommen jetzt dazu. Damit erhalten insgesamt 40 Kinder einen Wohnplatz, Ernährung, Kleidung, medizinische Versorgung sowie Schulgeld und besuchen die Primary School. 35 weitere Kinder besuchen inzwischen Internate oder weiterführende Schulen und werden dabei selbstverständlich auch weiterhin betreut. Auch die Kommune vor Ort profitiert, da acht Menschen im Projekt Arbeit finden und außerdem Einkäufe im Gewerbe getätigt und Einheimische für Bauarbeiten beschäftigt werden.

Ein weiteres Ziel wurde 2018 mit der Errichtung einer gesicherten Versorgung der Anlage mit sauberem Wasser erreicht, für die das lokale „Wasser-Komitee“ zuständig ist. Zumal die Pumpstation inzwischen sogar auf den weitaus wirtschaftlicheren Solarbetrieb umgestellt wurde. In Bukuumi wurde nun eine für die Bevölkerung frei zugängliche Entnahmestelle installiert. Dort ohne längeren Transport jederzeit frisches, sauberes Wasser einfach zapfen zu können, bedeutet für die Menschen einen für uns kaum noch vorstellbaren „Luxus“. Um aber gleichzeitig der Bevölkerung die Wertigkeit dieser Neuerung deutlich zu machen, wird auf Vorschlag aus dem Komitee ein symbolischer kleiner Unkostenbeitrag erhoben, mit dem auch die Unterhaltung bestritten werden soll.

Zusammen mit dem Projektpartner aus Lingen/Laxten wurde ein modernes Ultraschall-Gerät für die Entbindungsstation übergeben. Die Folge: Bis 20. Januar 2020 wurden in der Station bereits 18 Kinder geboren, welche die Mütter sonst wie bisher alle in ihren einfachen Hütten zur Welt gebracht hätten. Solche Akzeptanz macht Mut, inzwischen ist auch eine weitere Verbesserung der Ausstattung angedacht. Zudem erfolgen mit Unterstützung der weltweit operierenden amerikanischen Hilfsorganisation „Usaid“ die Registrierung und Erstimpfung der Neugeborenen obligatorisch direkt in dieser Station – ein beachtlicher medizinisch-hygienischer Fortschritt für Bukuumis Bevölkerung. Dementsprechend positiv fiel das Fazit der Exkursionsteilnehmer aus, die auch über die vor Ort deutliche Freude und Akzeptanz sowie den Dank der Bevölkerung berichteten. jm

Zum Thema