Buchen

Wirtschaft Die meisten Geschäfte haben am Mittwoch erst gar nicht mehr geöffnet / Versorgung der Bürger ist weiter sichergestellt

„Gravierender Einschnitt“ für viele Einzelhändler

Archivartikel

Buchen.Unsicherheit herrschte am Mittwoch zunächst in Buchen. Ein Teil der Geschäfte in der Marktstraße hat ganz normal geöffnet, ein Teil blieb gleich geschlossen. Doch schnell wurde klar, dass nach den Leitlinien der Bundesregierung und der Regierungschefs der Bundesländer nur noch bestimmte Einzelhändler geöffnet sein dürfen. Dies gilt zunächst bis 19. April.

Weiter offen bleiben Einzelhandel für Lebensmittel (auch Metzgereien und Bäckereien), Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zei-tungsverkauf, Hofläden, Raiffeisen-, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Die haben laut den Leitlinien der Bundesregierung und der Regierungschefs der Bundesländer dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Hygienestandards, die Steuerung des Zutritts und das Vermeiden von Warteschlangen sichergestellt ist. Zu diesem Zweck werde ihnen gestattet, auch an Sonn- und Feiertagen zu öffnen.

Folgen nicht absehbar

„Die Verordnung vom 18. März ist ein gravierender Einschnitt für einen Großteil des Einzelhandels, dessen Folgen momentan noch nicht abzusehen sind“, so der Vorsitzende der Aktivgemeinschaft, Marko Eichhorn gegenüber den FN. Gleichwohl könne er die Maßnahmen verstehen, da viele Bürger „den Ernst der Lage leider immer noch nicht erkannt haben“. Er appellierte an die Bevölkerung, für ein paar Wochen zu Hause zu bleiben, dann würden Einzelhändler und Gastronomen. weiterhin für sie da sein. Je länger diese Zwangspause in den betroffenen Branchen gehe, umso härter treffe es diese und um so schwerer werde es für jeden Einzelnen wieder ins Boot zu kommen.

Die Aktivgemeinschaft arbeite eng mit der Stadtverwaltung zusammen und prüfe gerade verschiedene Maßnahmen, wie die Händler gemeinsam, und das sei momentan elementar wichtig, überlebenswichtige Umsätze generieren können. „Auch hier mein Appel an unsere Mitlglieder: Der Kleine hilft dem Großen, der Große hilft dem Kleinen. Eine große Bitte auch an alle Vermieter: Bitte nehmen Sie Rücksicht und suchen Sie das Gespräch. Lieber ein bis zwei Monate eine geringere oder vielleicht sogar gar keine Miete als danach einen Leerstand“, meinte Eichhorn. Er hoffe auch sehr, dass von den zugesagten Milliarden an Entschädigung bei den „Kleinen“ nicht nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ ankomme. „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bitte bleiben Sie auch in dieser schwierigen Zeit ihren Fachgeschäften treu. Informieren sich online und warten Sie mit dem Kauf bis wir mit unserem gewohnten Service wieder für Sie da sind und kaufen Sie dann vor Ort“, so der Vorsitzende der Aktivgemeinschaft und erinnerte an unvergessliche Abende bei einer Aktivnacht oder eine gemütliche Runde Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.

Jetzt doch geschlossen

Analog zu den meisten Einzelhandelsgeschäften wurden jetzt auch alle rund 50 Spielplätze sowie 20 Sport- und Bolzplätze im gesamten Stadtgebiet samt dem „alla hopp!“-Gelände geschlossen. Der städtische Bauhof hat überall Verbotsschilder angebracht. Die Einhaltung wird vom städtischen Vollzugsdienst stichprobenartig überwacht.

Standesamtliche Trauungen werden weiterhin im Alten Rathaus durchgeführt, die Anzahl der zugelassenen Gäste wird aber auf zehn reduziert. Gleichzeitig sollten sich alle, die ihre Termine in den nächsten Wochen haben, Gedanken machen, ob eine Verschiebung nicht doch möglich wäre.

Beisetzungen sollten unbedingt nur im kleinsten Familienkreis durchführt werden und Datum und Uhrzeit nicht bekannt gegeben werden. Bürgermeister Roland Burger appelliert diesbezüglich ausdrücklich an die Vernunft und die Einsicht aller: „Bei diesen Verboten geht es nicht um einzelne, jeder von uns hat auch Verantwortung für die Gesellschaft. Und die können wir nur schützen, wenn jeder seine sozialen Kontakte da einschränkt, wo es irgendwie möglich ist.“

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